Metallskulptur am Fels
Hubert Gogl
Hubert Gogl
Wandertipp

Besinnungsweg Pinnistal / Neustift

Seit 1996 begeistert der Besinnungsweg vom Neustifter Ortsteil Neder ins Pinnistal. Entlang des Steiges ins vordere Pinnistal sind zahlreiche Skulpturen mit Sinnsprüchen eines Stubaier Künstlers. Der Besinnungsweg begeistert aber vor allem auch mit der wunderbaren Kulisse.

Nicht nur ein Weg für Christen

„Aber machts mir nit an Weg nur für Christen!“ – soll der damalige Bischof Reinhold Stecher vor der Errichtung des Besinnungsweges ins Pinnistal gemahnt haben, erzählt Friedl Stern (90) als Initiator des Besinnungsweges ins Pinnistal.

Bischof Reinhold Stecher war ein Liebhaber vom Pinnistal und viel im wildromantischen Seitental des Stubaitales anzutreffen und letztlich war er mit dem geschaffenen Besinnungsweg hoch zufrieden.

Wanderer rasten vor einer Skulptur
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Charakter: weitgehend ein schmaler Steig im Wald, auch über Stufen; ohne besondere technische Anforderungen
Entfernung: 530 Hm ↑↓; 7 ½ km; ca. 3 – 3 ½ Std.
Ausgangspunkt: Neustift, Ortsteil Neder gebührenpflichtiger Parkplatz
Öffi-Anreise: Regionalbus 590 bis Haltestelle Neustift-Neder

Kompass-Karte

Herrlich angelegter Steig ins vordere Pinnistal

Der Besinnungsweg ins Pinnistal wurde kein „Kreuzweg“, sondern ein herrlich angelegter Steig, der an einigen ausgewählten Stellen mit Skulpturen und Schrifttafeln vom Neustifter Bildhauer Hansjörg Ranalter versehen ist – als Anstöße zur Besinnung. Aber vielmehr ist es wohl die Natur, die auf dem überaus liebevoll gepflegten Steig zum Besinnen anregt. Der Weg führt teils über Stufen und ist für beinahe jede Altersschicht empfehlenswert.

Der Besinnungsweg führt in den vorderen Teil des Pinnistales bis zur bewirtschafteten Issenangeralm (1.366 m). Über zahlreiche Stufen und in vielen Kehren bewältigen Sie dabei immerhin über 500 Höhenmeter. Einige Stellen sind mit einem Maschendrahtzaun abgesichert.

Besinnungsweg Pinnistal – Neustift im Stubaital

Friedl Stern Initiator Besinnungsweg Pinnistal
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Friedl Stern (90) – „Schlicker Friedl“ – Initiator und bis vor kurzem Betreuer des Besinnungsweges

Start in Neder, kurz vor Neustift

Die Wanderung am Besinnungsweg ins Pinnistal startet kurz vor Neustift im Ortsteil Neder, direkt an der Hauptstraße (Skulptur) am gebührenpflichtigen Parkplatz „Zegger“. Die Höhe der Parkgebühr regt vielleicht erstmals zum Nachdenken anregt – Stubaier und auch Touristen mit Gästekarte parken gratis, während von auswärts kommende Tiroler zur Kassa gebeten werden. Ab 12 Uhr wird zumindest ein Halbtagestarif angeboten.

Parkplatz-Tipp: Im Ortsteil Neder ist da und dort ein Parkplatz entlang der Zufahrtsstraße Pinnistal zu finden. Der Weg führt ohnehin durch Neder dem Pinnistal entgegen. Am oberen Ende der Siedlung beginnt der Forstweg ins nicht dauerhaft besiedelte Hochtal.

Von der Hauptstraße wandert man durch Neder ansteigend in Richtung Pinnistal (zahlreiche Wegweiser).

Wanderer auf schmalem Steig im steilen herbstlichen Wald
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Herbstlicher Wald im ersten Drittel des Besinnungsweges

Auftakt über Stufen steil im Wald empor

Nach 1 km (100 Hm) beginnt der eigentliche Besinnungsweg von der Forststraße links abzweigend – dort führen die ersten von über 250 Stufen im Wald bergwärts. Stets auf der Ostseite des vordersten Pinnistales gewinnt der Steig an Höhe, um dann mit Erreichen des höchsten Punktes auf ca. 1.400 m taleinwärts fallend im Latschengürtel dem Wendepunkt bei der Issenangeralm (1.366 m) zuzustreben. Dieser Abschnitt bietet besonders schöne Ausblicke zu den schroffen Felstürmen der Kirchdachspitze und der Illmspitzen auf der linken Seite des Pinnistales, während rechts, auf der Elferseite die viel sanfteren Bergmähder und der Lärchenwald ins Bild rücken.

Alter Holzzaun und dahinter zwischen Latschen eine hölzerne Skulptur. Ein Wanderer schaut zur Skulptur.
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Die Skulpturen stammen von Hansjörg Ranalter, Neustift.

Zwei Einkehrmöglichkeiten am Wendepunkt

Kurz vor der Issenangeralm quert der Steig den Pinnisbach. Mit Erreichen der bewirtschafteten Issenangeralm (1366 m; 530 Hm; 4 km; ca. 2 – 2 ½ Std., Montag Ruhetag, geöffnet bis voraussichtlich Ende Oktober) ist der Wendepunkt erreicht. Eine weitere Einkehr ist nur wenige Meter talauswärts die Herzebeneralm (1.338 m, kein Ruhetag, ganzjährig geöffnet).

Almensemble
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Bei Fotografen und Landschaftsmalern beliebt – die Herzebenalm

Ein lohnender kleiner Umweg

Auf der Almstraße wandern Sie wieder zurück zum Ausgangspunkt in Neder. Allerdings empfiehlt sich der kleine Umweg über die Herzebenalm (nicht zu verwechseln mit der bewirtschafteten Einkehr Herzebener Alm). Ein kurzes Stück unterhalb der Herzebener Alm zweigt nach links ein Forstweg ab. Sie folgen diesem und nicht dem steil abfallenden Hauptweg. Dieser Abzweig leitet zu dem Almidyll Herzebenalm. Von der Herzebenalm (keine Einkehrmöglichkeit) führt der Weg steil bergab und trifft bald schon wieder auf den Hauptweg des Pinnistales. Über dieses geht’s nun hinaus zum Startpunkt in Neder wo Sie nach insgesamt 3 – 3 ½ Stunden Gehzeit (7,5 km; 530 Hm) wieder eintreffen.

Sendungshinweis

„Hallo Wochenende“, 9.10.2020


Hubert Gogl wünscht einen „besinnlichen“ Ausflug ins Pinnistal!