Das Hohenzollernhaus zwischen Zirben am Hügel
Hubert Gogl
Hubert Gogl
Wandertipp

Zum Hohenzollernhaus im Radurschltal

Das Radurschltal ist ein Naturjuwel, das schon Kaiser Maximilian als Jagdrevier zu schätzen wusste. Ein Zirbenwald, einige Almen, begrenzende Dreitausender und das relativ leicht erreichbare Hohenzollernhaus prägen das Hochtal. Eine schöne, familientaugliche Wanderung abseits von Trubel und Hektik.

Das Radurschltal zieht von Pfunds in 15 Kilometer Länge südostwärts bis zur Grenze nach Südtirol, wo das Langtauferer Tal vom Reschensee kommend liegt. Das Hochtal hat keine dauerhafte Siedlung, sondern nur Almbewirtschaftung. Das Radurschtal ist vor allem von Zirben geprägt. So beheimatet das Radurschl den größten zusammenhängenden Zirbenwald der gesamten Ostalpen.

Im Radurschltal gibt es für Wanderer zwei Einkehrmöglichkeiten. Die Radurschlalm (1.815 m) und die Alpenvereins-Schutzhütte Hohenzollernhaus (2.123 m). Die Radurschlalm liegt am Talboden und ist mit einer Forststraße erschlossen. Das Hohenzollernhaus steht hingegen auf der Geländekante einer talsperrenden Geländestufe. Dort bietet sich ein herrlicher Blick über das Radurschltal hinaus nach Pfunds aber auch weiter südwärts bis zur Grenze zu Südtirol.

Das Hohenzollernhaus von etwas oberhalb mit einem Bach im Vordergrund
Hubert Gogl
Hohenzollernhaus (2.123 m)

Kurzbeschreibung:

Charakter: problemlose Bergwanderung, teils auf Forstwegen, teils auf Steigen
Entfernung: Aufstieg Hohenzollernhaus (2.123 m) 1,5 – 2 Stunden, 530 Hm
Ausgangspunkt: Pfunds, Parkplatz Wildmoos (1.595 m) im Radurschltal

Von Pfunds ins Radurschltal zum Startpunkt

Der vordere Teil des Radurschltales ist nicht allzu spannend, da dicht bewaldet und so fahren Wanderer mit dem Auto bis zum Parkplatz Wildmoos (1.595 m) in der Mitte des Tales. Die Forststraße ins Radurschltal zweigt nach Pfunds in Richtung Nauders unmittelbar nach der Kajetansbrücke ab.

Die Kajetansbrücke ist jene Brücke, die den Inn nach der Abzweigung Nauders/Reschenpass und der Straße ins Engadin überspannt. Gleich zu Beginn steht ein Fahrverbotsschild – die Forststraße ist allerdings für Hüttenbesucher bis zum Parkplatz Wildmoos freigegeben (siehe auch Homepage Hohenzollernhaus; es soll sich damit um eine Absicherung des Wegerhalters handeln; man fährt also auf eigene Gefahr). Nach 9 km ist der einzig ausgeschilderte Parkplatz erreicht.

Die Radurschlalm
Hubert Gogl
Almflächen der Radurschalm

Sendungshinweis:

„Hallo Wochenende“; 31.7.2020

Zu Beginn am Forstweg taleinwärts

Vom Parkplatz Wildmoos (gebührenfrei) wandert man auf dem weiterführenden Fahrweg weiter taleinwärts. Noch geht man dabei zwischen Bäumen, aber wenige Meter jenseits des Radurschlbaches zeigen sich bereits Lücken im Wald. Dort sind gepflegte Bergwiesen und Heustadel und am hinteren Ende des kultivierten Bereiches steht die bewirtschaftete Radurschlalm (1.815 m, ca. 3,5 km, 1 Stunde Gehzeit). Hinter der Almfläche schließt sich wiederum der Wald und eine Geländestufe durchzieht das Tal, auf deren vorderster Kante gut sichtbar das Hohenzollernhaus residiert.

Zwei Wander nähern sich der Hütte am Hügel
Hubert Gogl
Die Wanderer kommen schon wieder von oben zum Hohenzollernhaus

Radurschlalm und Hohenzollernhaus

Der Weg zum Hohenzollernhaus lässt sich mit einer Schleife über die Radurschlalm machen, oder direkt, indem man den Abzweig zur Alm links liegen lässt. Dabei kommt man auch in den Skulpturenpark, wo einheimische Künstler zahlreiche Kunstwerke im flachen Talschluss positioniert haben. Ein kleiner Teich, mit Rastplätzen und vor dem Almvieh geschützt, ist dort angelegt und bietet ein herrliches Gebiet für den Familienausflug mit kleinen Kindern (kinderwagentauglich). Der Fahrweg erreicht nach einer letzten Steigung die Materialseilbahn des Schutzhauses.

Blick etwas unterhalb von der Hütte über das Radurschltal hinaus. Im Vordergrund ein alter Holzzaun
Hubert Gogl
Am Steig etwas unterhalb der Schutzhütte übers Radurschltal hinaus

Radurschlalm: Mitte Juni – Mitte September; +43/5474/5168
Hohenzollernhaus: Anfang Juni – Anfang Oktober; +43/664/5311915;

Herrlicher Steig über die Steilstufe

Der Steig zum Hohenzollernhaus verzweigt sich in einen Sommer- und Wintersteig. Der Wintersteig zieht rechts näher am Wasserfall bergwärts, während der Sommerweg links davon in flacheren Serpentinen an Höhe gewinnt. Am Sommerweg mündet auch der Steig von der Radurschlalm ein. Problemlos wird schließlich auf dem gut markierten Steigen das Hohenzollernhaus erreicht (ca. 1,5 – 2 Std; 530 Hm).

Stil und Lage der Hütte sind eine Pracht

Die Lage aber auch der Baustil der Schutzhütte überzeugen wohl jeden Wanderer. Im Schatten der höchst gelegenen Zirben genießt man im Gastgarten das hochalpine Ambiente des Talschlusses mit zahlreichen Dreitausender Gipfeln, während man talauswärts einen schönen Blick über das langgezogene, bewaldete Hochtal hat.

Das Hohenzollernhaus nahe mit dem Gastgarten davor
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Das Hohenzollernhaus mit seinem Gastgarten

Von der Hütte aus sieht man auf einer weiteren Geländekante ein ehemaliges Zollgebäude (2.200 m). Der kurze Weiterweg zahlt sich aus, denn damit erreicht man einen weitläufigen Boden, durch den der noch sehr junge Radurschlbach mäandert, wo Wollgras wächst und Almvieh den Sommer genießt. Im Bach sollen sich nach Auskunft eines Einheimischen sogar Fische tummeln.

Flaches Hochtal hinter der Hütte
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Etwas oberhalb vom Hohenzollernhaus begeistert ein einsames Hochtal

Weitere Ziele

Wer mit diesem einfachen Ausflug ins Radurschltal nicht ausgelastet ist, hat mannigfaltige Möglichkeiten dieses Hochtal intensiver zu erkunden. Der anspruchsvolle Anstieg auf den markanten Glockturm (3.353 m), oder der deutlich leichtere Weg auf den Wildnörderer (3.011 m) sind erwähnenswert. Schön ist auch die lange Rundwanderung über das Seekarjoch (2.895 m) im hintersten Tal in die Nauderer Tschey und zurück zum Parkplatz.

Hubert Gogl wünscht einen schönen Bergtag im Radurschltal!