Wanderung Wildeben
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Wandertipp

Ausflug nach Wildeben – Fulpmes

Ein wahrer Logenplatz abseits des touristischen Trubels ist Wildeben. In bester Aussichtslage an den Abhängen der Serles gelegen, bietet Wildeben einen Stubaiblick vom Gletscher bis hinaus nach Innsbruck. Der besondere Ort gilt als Kraftplatz und einer der Naturschauplätze des Stubaitales.

Die wilden Abhänge der Serles in Richtung Stubaital pausieren, wenn man so sagen will, an einem einzigen kleinen Platz: an Wildeben (1.781 m). Es ist der einzige ebene Wiesenplatz in der wilden Szenerie aus Felsen, Latschen und Bäumen. Wild und eben treffen an diesem Ort zusammen und waren für diese idyllische Stelle, die man vom Tal aus niemals vermuten würde, namensgebend. Vor langer Zeit haben Hirten das Vieh auf diesen gemäßigten Flecken geführt, um sie dort weiden zu lassen. Erste Unterkünfte sind entstanden. Vor rund 50 Jahren wurde dann das Gasthaus Wildeben von den Besitzern erbaut und seit damals hat sich Wildeben zum Ausflugsziel für Wanderer entwickelt. Davor sind nur Bergsteiger an Wildeben auf ihrem Weg zur Serles vorbei gegangen. Jetzt ist Wildeben für viele das Ziel ihrer Bergtour.

Charakter: Ausflugsziel mit Geheimtipp-Charakter, steiler aber problemloser Anstieg entweder über einen Fahrweg oder über einen schmalen Steig
Entfernung: 800 Hm ↑↓, ca. 2 Stunden ↑
Ausgangspunkt: Fulpmes, Medraz, Parkplatz Medrazer Stille (980 m)

Aufstieg von der Medrazer Stille

Der beliebteste Startpunkt für die Wanderung nach Wildeben ist der Parkplatz Medrazer Stille (980 m). Kurz nach Fulpmes biegt man von der Hauptstraße nach Medraz ab, fährt bei der Unterführung nach links in die Siedlung Medrazer Stille. Im linken obersten Eck der Siedlung ist der Parkplatz, an dem der Ausflug gestartet wird (Wegweiser leiten verlässlich in Richtung Startpunkt).

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Blick auf das Stubaital von Kampl taleinwärts

Dem Fahrweg folgend bergan

Gut beschildert geht’s vom Parkplatz dem Fahrweg in Richtung Wildeben, wobei der Weg unglaublich steil ist. Auf 4,5 km werden unglaubliche 800 Höhenmeter überwunden. Bei der ersten Linkskehre kann man auch auf den Steig einbiegen, der von Kampl kommt und die folgenden Kehren der Forststraße abkürzt. Der Steig ist allerdings sehr steil und man gewinnt zeitlich nicht allzu viel.

Sendungshinweis:
Hallo Wochenende, 2.8.2019

Steigaufstieg von Kampl

Alternativ zum Start in der Medrazer Stille kann man auch im Neustifter Ortsteil Kampl starten. Von dort zieht ein sehr steiler Steig nach Wildeben hinauf. Kurz nach der OMV-Tankstelle biegt man links auf die Höhlebachstraße ab und fährt bis zu deren Ende im Bereich der Staumauer wo es einige Parkmöglichkeiten gibt. Von der Staumauer geht’s dann am schmalen Steigl stets steil bergauf nach Wildeben.

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Auch als Biketour möglich – allerdings wird es dann eine „Klettertour“ für absolute Spezialisten was auch für E-Biker gilt.

Aufstieg stets im Wald – garantiert kuhfrei

Ungeachtet des Startpunktes verläuft der Aufstieg stets im Wald mit relativ wenigen Ausblicken. Erst unmittelbar vor Erreichen von Wildeben zeigen sich oben die schroffen Felsen des Serlesmassives und unten die Ortschaften des Stubaitales. Auch wenn man vorbereitet ist, überrascht schließlich doch der sehr sanfte und ebene Platz von Wildeben (1.781 m), den man nach ca. 2 Stunden Aufstieg über 800 Höhenmeter erreicht. Das kleine Gasthaus logiert in einer Waldlichtung auf einer Gratschulter wenig unterhalb der Baumgrenze und ist von einer ebenen Wiesenfläche umgeben. Während des Aufstieges und auch am Ziel ist kein Almvieh anzutreffen, die Wanderung führt also in eine kuhfreie Zone!

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Am überaus steilen Fahrweg bergwärts – alternativ gibt es auch einen schmalen Steig.

Herrliche Ausblicke

Man lässt sich gerne auf einem der Sitzplätze an einem der Holztische vor der Einkehr nieder. Nebst freundlicher Bedienung genießt man auf Wildeben vor allem auch den fulminanten Ausblick und die überraschende Weite dieses besonderen Platzes. Wie erwähnt, spannt sich da ein herrlicher Weitblick auf das Stubaital vor den Wanderern auf. Auf der gepflegten Wiese genießen einige Hühner das freie Bergleben und liefern zugleich auch die Eier für die Küche. Wildeben gilt auch als Kraftplatz – etliche große Steine verteilen sich um Wildeben die auch als Kraftsteine ausgewiesen sind (Schilder erläutern die ihnen zugeschriebenen Kräfte).

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Gasthaus Wildeben – 1.781 m – Rastplatz, Kraftplatz – ein Ort der Ruhe und Erholung.

Mit dem Rad nach Wildeben – die Herausforderung!

Da bis nach Wildeben ein Fahrweg führt liegt nahe, dass auch Mountainbiker Wildeben als Ziel wählen. Mit dem E-Bike lässt sich die Strecke bergauf trotz der unglaublichen Steigung recht gut bewältigen. Allerdings appellieren die Wirtsleute, dass nur jene den Weg mit dem Rad in Angriff nehmen sollten, die das Fahrt absolut sicher und souverän beherrschen. Es ist vor allem die Abfahrt, die sehr fordernd ist und keine Fehler verzeiht. Ohne Motorunterstützung ist die Fahrt nach Wildeben eine sehr große Herausforderung. Dies beweist eine kleine Säule im Garten, auf der jene Mountainbiker verewigt werden, die erstens ohne E-Bike und zweitens ohne Absteigen die Auffahrt gemeistert haben. Seit 2014 sind es noch keine 10 Mountainbiker, die eingraviert wurden. Damit ist wohl viel, wenn nicht alles gesagt.

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Am Naturschauplatz Edelweißkopf – natürlich mit Edelweiß beim Blick hinunter nach Telfes und raus nach Innsbruck

Naturschauplatz Edelweißkopf

Vom Gasthaus empfiehlt sich der 10-minütige weitere Anstieg zum sogenannten Edelweißkopf. Knapp oberhalb der Waldgrenze wartet dort ein absolut freier Aussichtspunkt, der als Naturschauplatz ausgewiesen ist. Von den originellen Sitzpfosten genießt man über einige blühende Edelweiß hinweg den besonderen Platz mit der herrlichen Aussicht.

Hubert Gogl wünscht einen schönen Ausflug nach Wildeben!

Kontakt GH Wildeben: +43/664/3640164; Fam. Wurzer