Wie funktioniert die Stammzellendatenbank?

Warum wird die österreichische Stammzellendatenbank nicht täglich aktualisiert, fragt eine Schülerin des KORG Zams im ORF Tirol Redhaus. Der Zugriff auf die Datenbank ist jederzeit möglich, Neuregistrierungen von Spendern dauern.

Sie habe gehört, dass in Deutschland mehrmals täglich neue Daten in die Stammzellendatenbank eingegeben werden, in Österreich aber nicht, berichtete die 16-jährige Luana, wie sie auf ihre Frage kam. Die Stammzellendatenbank wird weltweit geführt, etwa 30 Millionen Spender sind dort registriert. Der Zugriff und die Abfragen dieser Datenbank sind in Österreich jederzeit möglich.

Führung durch die Blutbank

Harald Schennach, der Leiter der Innsbrucker Blutbank, lud die Schülerin ins Labor ein.

Spenderaufnahme langwieriger Prozess

Informationen über neue Spender werden in Österreich aber nicht unbedingt täglich eingegeben, das liege daran, dass der Prozess bei der Registrierung eines neuen Spenders langwierig sei, berichtete Harald Schnennach, der Leiter der Blutbank Innsbruck. Ein möglicher Spender müsse bei der Anmeldung zuerst einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, damit klar sei, ob er für eine Spende infrage komme. Für deine Typisierung des Spenders wird dann eine Blutprobe oder auch eine Gewebeprobe benötigt.

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In einem kleinen Fläschchen wird die DNA der Spender gewonnen

Das funktioniert etwa mit einem Wattestäbchen über den Wangenabstrich, erklärte Schennach. Das konnte Luana dann gleich selbst ausprobieren. Diese Gewebeprobe wird dann von Maschinen im Labor der Blutbank in DNA umgewandelt. Die gewonnene DNA wird genau analysiert und auf ihre Gewebermerkmale hin untersucht. Denn damit eine Spende funktioniert, müssen die Gewebemerkmale des Empfängers und des Spenders übereinstimmen, berichtete Schennach. Diese Typisierung dauere bis zu vier Wochen. Dann erst können die Daten in die Stammzellendatenbank eingegeben werden.

Viele Unterschiede bei DNA

Die Chance, dann für eine Spende infrage zu kommen ist sehr gering, erklärte Schennach weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Personen dieselben Gewebemerkmale aufweisen, betrage 1:500.000. Bei Geschwistern betrage die Wahrscheinlichkeit 25 Prozent, innerhalb der Familie sei die Chance also deutlich größer, einen Stammzellenspender zu finden. Wie läuft die Spende ab, sollte ein passender Spender gefunden werden, will Luana weiter wissen.

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So werden die unterschiedlichen Gewebemerkmale am Computer dargestellt

In Tirol gebe es im Jahr nur etwa ein bis zwei Spender, erklärte Schennach. Die Spende könne dann in die ganze Welt gehen. Edith Schroll aus Brixen im Thale hat vor zwei Jahren in Tirol gespendet. Sie berichtet Luana von ihren Erfahrungen. Nur mehr in den seltensten Fällen wird die Stammzellenspende unter Vollnarkose durchgeführt, in den meisten Fällen wird der Spender wie Frau Schroll links und rechts an den Armen an eine Maschine angehängt.

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Edith Schroll spendete vor zwei Jahren Stammzellen

Ähnlich wie Blutspende

Fünf Tage vorher muss sich der Spender zweimal täglich eine Spritze geben, das tue ein wenig weh, sei aber mit leichten Schmerzmitteln gut zu bewältigen, so Schroll. Die Spende selbst dauert etwa vier bis fünf Stunden. Sie sei ähnlich wie das Blutspenden und tue nicht weh. Für ein Menschenleben könne man das ruhig einmal in Kauf nehmen, eigentlich sei es eine Lappalie, erklärte Edith Schroll von ihren persönlichen Erfahrungen. Für Luana war der Blick in das Labor und die Ambulanz ein spannender, berichtet sie im Anschluss.