Speisekammer aus der Region

Seit März gibt es in Schwaz die „Foodcoop Speisekammer“. Die Lebensmittelkooperative will heimische Bauern und ihre regionalen Produkte unterstützen. Die Mitglieder profitieren mit dem guten Gefühl, genau zu wissen, wo ihr Essen herkommt.

Es funktioniert wie ein Verein. Die Mitglieder der Foodcoop in Schwaz zahlen jedes Monat zehn Euro. Dafür dürfen sie in der Speisekammer, dem kleinen Laden mitten in Schwaz einkaufen. Beliefert wird die Kooperative von Bauern und Imkern aus der Region.

Gemüsekiste

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Frisches Gemüse aus der Region liefern die Bauern auf Bestellung

Bestellen per Mausklick

Der kleine Laden im Zentrum von Schwaz wird von der Stadt unentgeltlich zur Verfügung gestellt, sagt Vizebürgermeister Martin Wex, der mit seiner Familie selbst Mitglied ist. „Am Dienstag bestellen wir übers Internet aus dem breiten Angebot. Am Freitag holen wir unsere Kiste aus dem Laden ab. Für mich und meine Familie ist das praktisch, weil wir nicht mehr so wie früher zu den einzelnen Bauern direkt hinfahren brauchen.“

Lebensmittelmüll - nein danke

50 Mitglieder sind es derzeit, 30 Landwirte liefern zu. Die Bestellung geht einfach und schnell von zu Hause aus, erklärt die Geschäftsführerin der Foodcoop Schwaz, Michaela Bröck. „Jeder kann nur das aus dem Laden mitnehmen, was er auch bestellt hat, bis auf ein paar Ausnahmen vielleicht. Deshalb gibt es auch keinen Lebensmittelmüll bei uns. Wenn sieben Salatköpfe bestellt wurden, sind auch nur sieben da.“ Die Landwirte aus der Region wissen, dass das was sie anliefern, auch verkauft wird.

Michaela Bröck, Geschäftsführerin Foodcoop Schwaz

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Die Geschäftsführerin der Foodcoop Schwaz, Michaela Bröck

Kleinbauern im digitalen Zeitalter

Im Unterschied etwa zur Bauernkiste im Raum Innsbruck werden die Lebensmittel nicht nach Hause geliefert, sie müssen im Laden abgeholt werden. Die Kundinnen und Kunden sind trotzdem zufrieden. Sie wollen ganz bewusst heimische Bauern unterstützen und schätzen die regionalen Produkte in hoher Qualität. Dafür darf auch der Preis einmal etwas höher sein. Auf Billigware sind die Mitglieder nicht aus, für sie zählen Nachhaltigkeit und hoher Wert der Lebensmittel

Für den Schwazer Imker Klaus Danzl ist die Food-Coop in Schwaz ein neuer Weg der Vermarktung. „Wir verkaufen auch ab Hof, aber ich glaube die Bestellung übers Internet ist zukunftsweisend und für uns Kleinbauern ein weiteres gutes Standbein.“

Mann bringt eine Kiste mit Honig ins Geschäft

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Der Schwazer Imker Klaus Danzl liefert Honig für die Speisekammer

Jeder Bauer liefert, was er gerade hat. Obmann Emanuel Häusler bringt diesmal frische Milch, Eier und Walnüsse. „Wir behalten uns von unserem großen Nussbaum, was wir daheim brauchen. Den Rest verkaufen wir dann auf Nachfrage hier in der Speisekammer.“

Auf etwa 100 Mitglieder könnte die Kooperative noch wachsen, das wäre das Maximum, sagt Geschäftsführerin Michaela Bröck. Aber auf Wachstum, Masse und kleinste Preise sind die Mitglieder der Kooperative nicht aus. Für sie zählen Nachhaltigkeit und hohe Qualität ihres Essens frisch aus der Region.

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at