Der Rißbach im Karwendel ist rückgebaut

Nach zweijähriger Projektlaufzeit ist der an mehreren Stellen rückgebaute Rißbach im Karwendelgebirge am Mittwoch präsentiert worden. Projektbetreiber waren der WWF, die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und der Alpenpark Karwendel.

Während vielerorts in Tirol Flüsse und Bäche von Verbauung und Ableitung bedroht sind, geht man im Alpenpark Karwendel einen anderen Weg.

Die Ufer wurden aufgeweitet

Der Rißbach, einer der bedeutendsten Gebirgsflüsse im deutsch-österreichischen Grenzgebiet, wurde an mehreren verbauten Stellen wieder in seinen ursprünglichen „wilden“ Zustand versetzt. Uferaufweitungen und die Entfernung von Blockwürfen und Dämmen geben dem Fluss nun wieder mehr Raum zur Ausbreitung.

Bach mit flachem Kiesufer

S. Wolf/Alpenpark Karwendel

Der Rißbach darf wieder „wild“ sein...

Bach hat sich mehrere Wege gesucht

S. Wolf/Alpenpark Karwendel

...und spielen.

Von der wieder gewonnenen Flussdynamik profitieren Ökologie und natürlicher Hochwasserschutz gleichermaßen, so Martin Much, Umweltbeauftragter der OeNB: „Mit seinem weitreichenden Engagement für den Flussschutz leistet der WWF seit Jahrzehnten unschätzbare Verdienste für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt. Wir freuen uns, diese Bemühungen als langjähriger Partner zu unterstützen.“

Intakte Ökosysteme sind selten geworden

Intakte Ökosysteme seien in unserer durch menschliche Nutzung stark geprägten Landschaft extrem selten geworden, so der WWF. Umso bedeutender sei der Schutz für den Erhalt der Biodiversität und der vielfältigen Dienstleistungen der Natur - speziell in Zeiten des Klimawandels. Im Tiroler Karwendelgebirge prägten natürliche Wälder, ursprüngliche Flüsse und beeindruckende Bergspitzen die Landschaft. Doch selbst in diesem sehr naturnahen Gebiet sei die Landschaft nicht mehr gänzlich unversehrt. Deshalb sind der WWF und der Alpenpark Karwendel um die Wiederherstellung beeinträchtigter Lebensräume und der stellenweise verloren gegangenen natürlichen Dynamik von Ökosystemen bemüht.

„In unserem Naturpark sichern wir vorrangig u.a. jene Ökosysteme, in denen die Naturkräfte noch vorherrschen oder sich wieder einstellen können - etwa mit Hilfe von Renaturierungen wie am Rißbach oder durch Einrichtung von Naturwaldreservaten“, bekräftigte Hermann Sonntag, Geschäftsführer des Alpenparks Karwendel. Mit dem Rückbau werden die Überschwemmungsräume des Flusses erweitert und Hochwasserspitzen gedämpft. „Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Karwendel und seine Ökosysteme klimafit zu machen“, so Sonntag.

OeNB: „CO2-Emmissionen reduzieren“

Die OeNB hat sich im Rahmen ihrer Umweltpolitik zum Ziel gesetzt, die innerbetrieblichen CO2-Emissionen zu reduzieren und zusätzlich Klimaschutzprojekte zu unterstützen. Mit dem WWF wurden bislang gemeinsame Flussrenaturierungsprojekte an Inn, Traun, March und Rißbach umgesetzt. Diese Maßnahmen stellen die Durchgängigkeit ehemals abgedämmter Flüsse und Auwälder wieder her und unterstützen den ökologischen Hochwasserschutz.

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