Ein Welpe kommt ins Haus

Wuschelfell und Kulleraugen, Energie und Neugier ohne Ende. Es gibt kaum etwas Unwiderstehlicheres als Welpen. Trotzdem oder gerade deshalb will die Anschaffung eines solchen Energiebündels gut überlegt sein. Wenn ein junger Hund ins Haus kommt, ist nichts mehr so wie vorher.

Der hellbraune Dackelmischling „Timo“ ist so ein Fall von ihn sehen und ihm verfallen. Ein halbes Jahr ist er nun alt und seit drei Wochen lebt er bei dem Pensionistenpaar Michael Moser und Margot Ziegler in Innsbruck. Gut, dass die beiden noch rüstig und voller Elan sind. Sonst wären sie mit dem vierbeinigen Energiebündel wohl überfordert. Ihren bisherigen Alltag hat Timo auf den Kopf gestellt. Zwei Jahre nach seinem Pensionsantritt steht Michael Moser wieder jeden Tag um sechs Uhr auf, um das erste Mal mit dem kleinen Hund Gassi zu gehen. Ausschlafen war gestern.

Michael Moser mit Dackelmischling Timo beim Wandern

privat

Viermal am Tag zusammen unterwegs. Was raschelt im Gebüsch?

Erst lange überlegen, dann entscheiden

Obwohl Timo erst ein halbes Jahr alt ist, hat er für einen so jungen Hund schon einiges hinter sich. In Kroatien geboren kam er zuerst zu einer Tiroler Familie mit Kindern. Dort wurde schnell klar, dass für einen Welpen nicht genug Zeit ist. Ein typisches Hundeschicksal. Zum Glück kam Timo dann zu seinen jetzigen Besitzern. Die haben sich die Anschaffung eines Hundes zwei Jahre lang überlegt. „Solange ich berufstätig war, kam für mich ein Hund nicht in Frage. Erst jetzt in der Pension habe ich genug Zeit,“ sagt Michael Moser.

Dackelmischling Timo mit Schlapfen

privat

Dackelmischling Timo mit seinem Lieblingsspielzeug, kein Schlapfen ist vor ihm sicher.

Nichts ist sicher

Schlapfen zerbeißen, den Teppich verrutschen, auf dem Boden dahinschlittern, überall rauf und runter springen - Timo hält seine Besitzer auf Trab. Dass er im Bett bei Herrli und Frauli schlafen will, war sowieso gleich klar. Um die unbändige Energie in die richtigen Bahnen zu lenken, besuchen die Moser-Zieglers seit der vergangenen Woche die Welpenschule des Vereins „Bildungswerkstatt für Mensch und Hund“ in Wildermieming. In die Welpenschule sollte jeder kleine Racker, sagt Hundetrainerin Sabine Pribil.

Zwei Welpen lernen sich kennen

Paul Ferstl

Ja wer bist denn Du? Hunde haben ein eigenes Schnupper-Ritual, um sich kennenzulernen.

Welpenschule - Lernen fürs Hundeleben

In der Welpenschule geht es weniger um Sitz, Platz und Hierher, obwohl das auch spielerisch gleich mit geübt wird. Vor allem sollen die jungen Hunde lernen, wie sie sich ihren Artgenossen gegenüber verhalten sollen. Das ist nicht so selbstverständlich wie es scheint, sagt Hundetrainerin Sabine Pribil. Was in freier Natur die Elterntiere übernehmen, müssen nun die Besitzerinnen und Besitzer lehren. Eine Begegnung unter Hunden sollte weder mit Stress noch mit Aggression verbunden sein. Deshalb lernen die Welpen zunächst, sich zu beruhigen, bevor sie mit den anderen spielen dürfen. Außerdem müssen die Hundehalter erkennen, welche Hunde gerne Kontakt haben und welche lieber ihre eigenen Wege gehen. „Nicht alle Hunde müssen sich mögen,“ sagt die Trainerin. Und das sollte auch akzeptiert werden.

Vier Welpen beim Spielen

Paul Ferstl

Auch Spielen will gelernt sein, am besten geht das in der Welpenschule.

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
2. 11. 2013 ab 10.00 Uhr

Was Hündchen nicht lernt...

Viele Probleme mit Hunden und ihren Besitzern im täglichen Alltag würden sich vermeiden lassen, wenn grundlegende Verhaltensweisen im Welpenalter gelernt worden wären. Verhaltensregeln, die Vier- und Zweibeiner beherrschen müssen. Und um das Sprichwort etwas abzuwandeln: was Hündchen nicht lernt, lernt Hund nimmermehr. Im ersten Lebensjahr werden die wichtigsten Grundsteine für die Erziehung und das soziale Verhalten der Hunde gelegt, sagt Sabine Pribil. Versäumtes ist nur schwer oder gar nicht mehr aufzuholen.

Retriever Welpe Farah

Paul Ferstl

Retrieverwelpe Farah war zu wild, sie wird kurz aus dem Spiel genommen.

Also legen Sie Ihrem kleinen Wilden das Brustgeschirr an und ab in die Welpenschule! Sie werden viel über sich selbst und Ihren Welpen lernen. Positiver Nebeneffekt: Sie werden lange nicht mehr so gelacht haben wie dort.

Link:

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at