Innsbruck neue Radhauptstadt

Nach einer Untersuchung des VCÖ ist Innsbruck die neue Radhauptstadt Österreichs. 23 Prozent der Alltagswege werden in Innsbruck mit dem Rad zurückgelegt. Neben viel Positivem gibt es in Innsbruck auch Defizite für Radfahrer.

Hinter Innsbruck liegen Bregenz, Graz und Salzburg. Am niedrigsten ist der Radverkehrsanteil in Eisenstadt, Linz und Wien. Laut Markus Gansterer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gibt es beim Radfahren in Österreich ein großes West-Ost-Gefälle. Das Verkehrsklima sei im Westen deutlich besser und rücksichtsvoller, die Stimmung für das Radfahren sei viel freundlicher.

Lob vom VCÖ für Innsbruck

Den Spitzenplatz hat sich die Stadt Innsbruck durch viele Maßnahmen erarbeitet. In den vergangenen zehn Jahren wurde die Infrastruktur ausgebaut und eine radfahrfreundliche Verkehrsplanung umgesetzt, heißt es beim VCÖ. Viele wettergeschützte Parkplätze für Fahrräder wurden errichtet, Fahrräder können kostenlos in den Innsbrucker Verkehrsbetrieben mitgenommen werden, und es gab Bewusstseinskampagnen, etwa zum „Einkaufen mit dem Rad“. In Innsbruck seien viele Autofahrer auf das Rad umgestiegen. Während der Radverkehrsanteil seit dem Jahr 2002 von 13 auf 23 Prozent gestiegen sei, seien die mit dem Auto gefahrenen Wege von 42 auf 33 Prozent gesunken.

Vom VCÖ heißt es, für Städte sei ein hoher Radfahranteil in mehrfacher Hinsicht positiv. Steigen mehr auf das Fahrrad um, würden weniger Schadstoffe verursacht, es gebe weniger Staus, die Lärmbelastung durch den Verkehr nehme ab und die Menschen sparten sich in Zeiten steigender Spritpreise viel Geld.

Auch in Innsbruck Defizite

Trotz der vielen Verbesserungen und Maßnahmen für Radfahrer gibt es in Innsbruck noch einige Defizite. Ein großes Problem ist die Olympiabrücke für stadteinwärts fahrende Radler. Während Autofahrer auf vier Spuren gerade über die Brücke fahren dürfen, müssen Radfahrer vor und hinter der Brücke weite Umwege fahren.

Problematisch erscheinen für viele Radfahrer auch die Verkehrsführungen auf der Universitätsbrücke und der Kettenbrücke, wo sich Radfahrer gemeinsam mit Fußgängern wenig Platz teilen müssen, während etwa auf der Kettenbrücke dem Autoverkehr auf vier Fahrspuren viel Raum zugebilligt wird.