Drohung sorgt in Südtirol für Aufregung

In Südtirol sorgt eine Sprachnachricht auf einem Messaging-Dienst für Diskussionen. In der Nachricht soll ein Mann zur Vergewaltigung einer Frau aufrufen. Der Landesbeirat für Chancengleichheit fordert rechtliche Konsequenzen.

In der Audiodatei ist zu hören, wie ein Mann seinem Empfänger berichtet, dass sich in dem Club, in dem er sich befindet, eine gutaussehende DJane auflegt, die zu vergewaltigen sei. Er würde ihm auch noch ein Foto von der Frau schicken. Urheber der Sprachnachricht soll ein Bozner Neo-Gemeinderat der Lega sein.

Nachricht Whatsapp

ORF

In der WhatsApp-Sprachnachricht wird zur Vergewaltigung aufgerufen

Der Gemeinderat streitet die Vorwürfe ab: „Die Sprachnachricht ist nicht von mir, das ist nicht meine Stimme“, antwortet der Politiker auf Anfrage von „Südtirol heute“. Der Südtiroler Lega-Chef Massimo Bessone kennt die Sprachnachricht seines Parteikollegen nicht, sagt aber: „Ich glaube nicht, dass er sich dazu hinreißen hat lassen. Es ist eher ein Versuch jemanden zu diskreditieren.“

Rücktritt gefordert

Ulrike Oberhammer, die Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit für Frauen, forderte den sofortigen Rücktritt des Gemeinderats. „Es ist beschämend, wenn Politiker, die eine besondere Vorbildfunktion haben, sich auf eine solch beleidigende Art und Weise gegenüber Frauen äußern“, meint Oberhammer.

„Sollte der Gemeinderat nicht freiwillig seinen Platz räumen“, fährt Oberhammer fort, "müssen die entsprechenden Gremien reagieren und ihn seines Amtes entheben“, fordert die Präsidentin des Beirats für Chancengleichheit. Auch Mitglieder des Gemeinderates in Bozen sind entsetzt. Sollte die Nachricht tatsächlich von einem Gemeinderat stammen, müsse dieser zurücktreten, meinte etwa Angelo Gennaccaro, Stadtrat für Jugend und Sport. Noch ist allerdings unklar, von wem der Aufruf zur Vergewaltigung stammt.