Richtige Reaktion bei Gefahrgutunfällen wichtig

Die verheerende Explosion eines Lkws auf der A22 bei Bologna (Italien) verdeutlicht das Risiko des Gefahrguttransports. Der Südtiroler Zivilschutz informiert die Bevölkerung über das richtige Verhalten im Ernstfall.

Unfälle wie jener am Montag auf der A22 nahe Bologna sind eine stetige Gefahr - mehr dazu in Inferno auf der Autobahn bei Bologna. Millionen Tonnen an Gefahrgut werden täglich auf Straße und Schiene quer durch Europa transportiert. Allein auf der A22 wurden zwischen Bozen und Neumarkt im Monat Juli 3.200 Gefahrguttransporte gezählt. Diese sind mit einem eigenen Codex versehen. Andere Autobahnen machen diese Registrierung nicht.

Feuerwehr kontrolliert Gefahrgut

ORF

In Tirol werden Schwerfahrzeuge kontrolliert, in Südtirol nicht.

Menschliches Versagen unvermeidlich

„Auf der A22 werden sämtliche Codices registriert. So können wir genau aufzeichnen, welche Gefahrengüter gerade unterwegs sind“, erklärt Carlo Costa, technischer Direktor der A22. Vor Unfällen schütze das allerdings nicht, denn letztlich sei der Faktor Mensch das Ausschlaggebende. Auffahrunfälle, wie auch am Montag, gehören laut Costa zur Tagesordnung. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Lenker durch das Hantieren mit seinem Handy abgelenkt gewesen sein könnte. Unfälle dieser Art nehmen zu und können bei Gefahrguttransporten katastrophale Folgen haben.

Südtirol setzt auf Information

Der Südtiroler Zivilschutz setzt beim Thema Gefahrgut auf Aufklärung. Das Amt möchte der Bevölkerung mit einem Informationsvideo zeigen, wie im Ernstfall zu handeln ist. Die Mitarbeit bei Unfällen kann Leben retten und Katastrophen verhindern. Wichtig seien die Nummern auf der orangefarbigen Gefahrenwarntafel, mit der Gefahrguttransporte markiert sind. „Diese zwei Nummern sind der Notrufzentrale mitzuteilen und anhand dieser zwei Nummern können wir den Stoff, der transportiert wird, ermitteln,“ sagt Christian Auer von der Berufsfeuerwehr Bozen.

Keine Kontrollen in Südtirol

Nach dem Unfall am Montag werden wieder Stimmen nach verstärkten Kontrollen laut. Behörden in Tirol überprüfen jährlich rund 4.000 Schwerfahrzeuge, darunter auch Gefahrguttransporte. In Südtirol gibt es keine Kontrollen, jedoch habe die A22 laut Präsident Walter Partdatscher hohe Sicherheitsstandards. „Die sehr gute Unfallstatistik hat ihre Ursprünge sicher auch im Überholverbot für Lkws.“ Diese Maßnahme sei schon seit mehreren Jahren in Kraft. Zusätzlich habe man viel Geld in den Straßenbelag investiert.

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