Unfallbilanz 2017: 19 Tote durch Ablenkung

Die vorläufige Unfallbilanz für 2017 hat ergeben, dass Unaufmerksamkeit am Steuer die Ursache für jeden dritten tödlichen Autounfall ist. Am häufigsten lenkt das Smartphone von der Straße ab.

56 Personen sind letztes Jahr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ums Leben gekommen. 19 Personen davon sind Opfer von Unfällen, die durch Ablenkung oder Unachtsamkeit des Fahrers verursacht wurden – das ist ein Drittel aller Verkehrsopfer.

Das Handy wird zur Routine

Eine von der ASFINAG in Auftrag gegebene Studie, befragte 1000 Lenker zu den Ursachen für Unaufmerksamkeit beim Autofahren. Das Ergebnis zeigte, dass das Lesen von Nachrichten und E-Mails auf dem Smartphone am gefährlichsten ist.

Laut ASFINAG benutzt jeder Dritte Autofahrer sein Handy während der Fahrt. Laut Stefan Siegele, Geschäftsführer der ASFINAG, konnte mit Hilfe von Psychologen festgestellt werden, „dass es eigentlich schon zur alltäglichen Gewohnheit gehört, dass Lenker und Lenkerinnen während der Fahrt zum Handy greifen.“ Der Grund dafür sei meistens eine „falsche Selbsteinschätzung.“

Auch Navi und Musikbedienung lenken ab

Nicht nur das Smartphone lenkt die Blicke und Aufmerksamkeit von der Straße ab. Auch das Navi führt zu Unachtsamkeit. Siegele appelliere daher an die Lenker „dass sie vor Beginn der Reise die Route im Navi eingeben“, damit der Blicke während der Fahrt auf die Straße gerichtet bleiben kann.

Gleichauf mit dem Navi liegt das Bedienen von Radio und CD-Player. Beide werden von jedem Dritten beim Fahren bedient. Ein kleiner Lichtblick: Nur jeder Zehnte schminkt oder rasiert sich während der Fahrt, so die Ergebnisse der Umfrage.

Maßnahmen gegen die Unaufmerksamkeit

Um Autofahrern und Fahrerinnen die Gefahr der Unachtsamkeit bewusst zu machen, hat die ASFINAG eine Kampagne mit dem Titel „Hallo Leben“ gestartet. Dabei gibt die Autobahngesellschaft auch Tipps gegen die Ablenkung. Essen, Trinken, Rauchen und alles was nicht zum Fahren gehört, sollte möglichst vorher erledigt werden. Elektronische Geräte sollten so wenig wie möglich bedient werden und alle Gegenstände sollten bereits vorher griffbereit platziert werden.