Weniger illegal Eingereiste aufgegriffen

Die Zahl der illegal eingereisten Migranten nach Tirol ist im letzten Jahr deutlich zurückgegangen. Der Rückgang von 11.912 auf 7.406 ist auf die Beruhigung der Mittelmeerroute und verstärkte Kontrollen der Polizei zurückzuführen.

7.406 illegal eingereiste Migranten wurden im Vorjahr in Tirol aufgegriffen. Das bedeutet einen Rückgang um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (11.812), sagte Landespolizeidirektor Helmut Tomac am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Auch bei der Anzahl an Asylanträgen wurde 2017 ein Rückgang um 37 Prozent festgestellt.

Auch deutlicher Rückgang bei Asylanträgen

1.236 Personen stellten 2017 einen Asylantrag, 2016 waren es noch 1.881. Im vergangenen Jahr wurden 854 illegal eingereiste Migranten auf „kurzem Weg“ direkt zurückgeschoben, beinahe alle nach Italien und 2.161 wurden nach einem Verfahren zurückgewiesen bzw. rückübernommen, berichtete Harald Baumgartner, stellvertretender Leiter der Tiroler Fremdenpolizei.

Schlepperaufgriff Schönberg

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Die restlichen Aufgegriffenen würden sich entweder in einem Verfahren befinden oder seien untergetaucht - wobei laut Polizei nur die allerwenigsten davon in Tirol untertauchen würden.

Kontrollen machen Brenner-Route unattraktiver

Tomac führte den Rückgang bei den Aufgriffen unter anderem auf deutlich weniger Anlandungen von Flüchtlingsbooten in Italien durch das Abkommen mit Libyen zurück. Zudem würden die verstärkten Kontrollen in Tirol und die Grenzkontrollen der Deutschen die Route über den Brenner zunehmend unattraktiver machen, erklärte der Landespolizeidirektor.

Transitland Tirol

Die Zahl der Aufgriffe ist deutlich zurückgegangen. Dabei ist Tirol für Menschen nicht Ziel- sondern Transitland, so Landespolizeidirektor Helmut Tomac.

Während die Hauptfluchtroute nach wie vor über den Brenner verläuft, gab es auch über Sillian und den Reschenpass je etwa 300 Personen, die unrechtmäßig eingereist sind.

366 Kinder unter Aufgefriffenen

Die meisten der illegal Eingereisten stammten aus Nigeria (1.446), dahinter reihen sich Marokko (735) Pakistan (716) und Somalia (355) ein. Syrien liegt mit 307 Aufgegriffenen auf Platz sieben. Die meisten der illegal Eingereisten seien alleinstehende junge Männer, sagte Baumgartner. Unter den 7.406 Aufgegriffenen waren 1.032 Frauen und 366 Kinder.

Eine Besonderheit in Tirol seien die alternativen Transportmittel, die von den Migranten genutzt werden. So wurden insgesamt 290 Menschen auf Güterzügen aufgegriffen. Seitdem dieser Trend 2016 festgestellt wurde, seien die Kontrollen intensiviert worden.

Kontrolle Güterzug

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Tägliche Kontrollen der Güterzüge

Mittlerweile gebe es täglich Kontrollen von Güterzügen, unter anderem an der eigens dafür errichteten Kontrollstelle Seehof, sagte Erich Lettenbichler, Leiter der Fremdenpolizei Tirol. Doch auch mit Fernbussen würden Flüchtlinge immer wieder versuchen nach Tirol einzureisen.

Eine Prognose für 2018 lasse sich laut Tomac noch nicht erstellen. Nach dem Abkommen mit Libyen würden sich einzelne Ausweichrouten zwar in Ansätzen abzeichnen, einen richtigen Trend gebe es aber noch nicht. „Eines ist aber klar, aufhören wird es nicht“, betonte der Landespolizeidirektor. „Wir sind auf jeden Fall gut beraten, wenn wir den Druck aufrechterhalten“, fügte er hinzu.