Großer Ärger über Internet-Versandlager

Ein Versandhauslager in Polling, das gerade erichtet wird, sorgt in den Nachbargemeinden für großen Ärger. Die Bevölkerung befürchtet eine Zunahme des Lkw-Verkehrs und fordert eine Autobahnanbindung, die Lkw-tauglich ist.

Das bis zu 34 Meter hohe Gebäude samt Hochregallager eines heimischen Internet-Versandhändlers ist weithin sichtbar. Es steht im Gewerbegebiet von Polling. Von dort sollen Waren nach ganz Europa verschickt werden.

Polling Hatting

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Hier sollen Waren hingebracht und als Pakete wieder abgeholt werden.

Belastungsgrenze erreicht

Maximal 20 Lkw-Fahrten pro Tag verspricht das Unternehmen. Die Gemeinden entlang der Salzstraße - Hatting und Inzing - beruhigt das nicht, sagte der Hattinger Bürgermeister Dietmar Schöpf: „Für uns bedeutet das eine Zunahme des ohnehin schon sehr hohen Verkehrsaufkommens. Für uns ist die Belastungsgrenze erreicht. Und dieses Lager bedeutet eine weitere Zunahme von Fahrten, wenn auch nur im einprozentigen Bereich. Aber jeder Lkw, jedes Fahrzeug mehr ist zu viel.“ Auch sein Kollege, der Inzinger Bürgermeister bläst ins selbe Horn: „Bei uns fahren täglich 5.000 bis 6.000 Fahrzeuge durch, nur ein geringer Teil sind Lkws, diese werden aber von der Bevölkerung als sehr störend empfunden.“

Polling Hatting

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Schon jetzt fahren täglich bis zu 6.000 Fahrzeuge durch Inzing.

Derzeit müssen sich Lkws durch die teils engen Dorfstraßen von Polling nach Hatting und weiter nach Inzing schlängeln, um die nächste Autobahnauffahrt bei Zirl-West zu erreichen.

Mögliche neue Trassenführung

Die Karte zeigt den jetzigen Weg der Lkw durch die Dörfer, die für Lkw nicht geeignete Unterführung und die mögliche Trassenführung für eine neue Umfahrung.

Umfahrungsstraße gefordert

Die Lkw-Fahrten durch die Dörfer könnte man verhindern, wenn man eine Lkw-taugliche Autobahnanbindung samt Umfahrungsstraße baut. Durch die Unterführung in Hatting, die zur Autobahn führt, dürfen nämlich nur Fahrzeuge fahren, deren Höhe 3,4 Meter nicht überschreitet. Damit ist der Weg zur Autobahn für Lkw nicht möglich.

Polling Hatting

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Ein Lkw passt nicht durch diese Unterführung.

Gute Chancen für Umsetzung

Die Bürgermeister der Salzstraßen wurden in dieser Sache Anfang 2017 beim Land vorstellig. Es gebe bereits eine Studie samt Verkehrserhebung, so der Hattinger Dorfchef Dietmar Schöpf: „Es liegen auch schon Varianten für eine Umfahrungsstraße im nord-westlichen Teil Hattings vor. Die Studie hat zudem ganz deutlich gezeigt, dass wir mit einer Umfahrung den Verkehr im Ort um 50 Prozent reduzieren könnten.“ Man sei optimistisch, dass das geplante Projekt bis in zwei Jahren umgesetzt sein könnte.