Von Flirsch auf den Hohen Riffler (3.168 m)

Die Skitour auf den höchsten Berg des Verwall ist eine Unternehmung, die erfahrenen Skibergsteigern vorbehalten ist. Es gilt ca. 2.000 Höhenmeter im steilen Gelände, mit einem anspruchsvollen Kletterfinale zu bewältigen.

Der Hohe Riffler wird von vielen nicht zu Unrecht als der König vom Verwall bezeichnet. Der alleinstehende Koloss beherrscht die alpine Szenerie zwischen Landeck und dem Arlberg im Sommer wie im Winter. Im Winter, genau genommen meist erst mit beginnendem Frühling, ist der Hohe Riffler allerdings nur wenigen guten Skibergsteigern angeraten - im Besonderen der sicherlich schönste Aufstieg von Flirsch. Allein schon die Länge des Aufstieges mit ca. 2000 Höhenmetern verlangt beste Kondition. Sofern der Hauptgipfel dann auch bestiegen wird, sind auch Kletterfähigkeiten am Grat gefordert. Alternativ ist auch der Anstieg zum Winter-, Skigipfel (3.000 m) absolut empfehlenswert.

Skitour Hoher Riffler

Hubert Gogl

Am Skigipfel vom Riffler mit Blick zum Hohen Riffler

Charakter: absolute Expertenskitour, nur bei besten Verhältnissen
Entfernung: 2050 Hm bis zum Hauptgipfel; 1850 Hm bis zum Skigipfel
Ausgangspunkt: Flirsch (1.125 m); Nähe Bahnhof

Karte:

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Start in Flirsch - Bahnhofsnähe

Der Aufstieg beginnt unmittelbar hinter dem Bahnhof Flirsch. Parkmöglichkeiten (sehr wenige, allerdings langen diese durchwegs aus) finden sich nach der Bahnunterführung knapp östlich vom Bahnhof. Man biegt von der Hauptstraße über die Brücke zum Bahnhof und nimmt gleich links die Straße, die zur Unterführung leitet. Man folgt nun der Forststraße, die zu Beginn in einem Bogen über den Flirscher Tunnel der Arlberg Schnellstraße führt. Kurz nach der ersten Rechtskurve dieser Forststraße zweigt der Steig Nr. 10 zur Alpe Gampernun ab.

Skitour Hoher Riffler

Hubert Gogl

Nach wenigen Minuten hier dem Steig folgen

Auf steilem Steig zur Gampernunalm

Der Steig ist ziemlich steil und je nach Ausaperung/Schneelage mit oder ohne Ski zu bewältigen. Alternativ könnte der steile Waldgürtel auch über die Forststraße überwunden werden, allerdings holt diese unglaublich weit aus und führt im oberen Teil auch abschnittsweise leicht abwärts (zu bedenken bei der Abfahrt). Was weiter gegen die Forststraße spricht ist, dass diese an einer Wildfütterung vorbei führt und bei zeitigem Aufbruch so das Wild unnötig gestört wird. Der Steig trifft nach knapp 400 Hm wieder auf die Forststraße, die zur Gampernunalm (1.795 m; 1,5 2 Std.) leitet.

Skitour Hoher Riffler

Hubert Gogl

Der erste Steilhang ist geschafft - rechts folgt ein Hang mit 500 Höhenmetern

Ab der Gampernunalm geht’s los

Mit Erreichen der Alm wenig unterhalb der Waldgrenze wird das Gelände alpin und erfreut mit steil aufragenden Felsen und wunderbaren Skihängen im Kar der Gampernunalpe. Die Route gibt im Prinzip von da an das Gelände zwingend vor. Nach einem ersten Steilhang erreicht man ein Blockfeld. Von diesem folgt nun rechts aufwärts ein steiler, 500 Hm - Hang hinauf zum Flirscher Ferner.

Skitour Hoher Riffler

Hubert Gogl

Am Flirscher Ferner mit dem Hohen Riffler, links der Grat zum Klettern

Flirscher Ferner und Gipfelaufbau

Nachdem der imposante Steilhang (˃35°) überwunden ist, legt sich das Gelände etwas zurück. Man betritt den Flirscher Ferner und damit zeigt sich auch der mächtige Gipfelaufbau des Hohen Riffler (3.168 m) mit dem großen Gipfelkreuz. In einem weiten Bogen, dem Gelände folgend zieht man die Spur in Richtung des Ostgrates. Der kleine Ferner hat nicht zu unterschätzende Spalten, die derzeit (03/19) gut eingeschneit sind (wer ganz sicher gehen möchte, sollte sich anseilen).

Skitour Hoher Riffler

Hubert Gogl

Am Flirscher Ferner mit Blick ins Stanzer- und Oberinntal

Hauptgipfel oder Skigipfel

Wer auf den Hauptgipfel möchte, muss über klettertechnische Fähigkeiten verfügen, sowie Steigeisen und Pickel mitführen. Der Aufstieg folgt dem Grat und erfordert absolut sicheres gehen mit teils mehr als 50° steilen Abschnitten. Am Grat besteht durchgehend Absturzgefahr und sollte daher keinesfalls leichtfertig angegangen werden, speziell dann wenn die Verhältnisse nicht optimal oder nicht unzweifelhaft sicher sind.
Sind die Verhältnisse am Grat nicht optimal, empfiehlt es sich den Skigipfel östlich vom Skidepot anzusteuern. Man kommt mit angeschnallten Skiern auf den höchsten Punkt (3.000 m).

Skitour Hoher Riffler

Hubert Gogl

Links zum Skigipfel, nachdem der Grat zu heikel war

„Grenzenlose“ Aussicht und großes Skivergnügen

Sowohl der Haupt- als auch der Skigipfel bescheren einen unglaublichen Rundumblick mit Bergen der Schweizer, der Lombardei, des Trentino, von Südtirol und natürlich jenen von Nordtirol. Der freie Blick talwärts zeigt Landeck und das langsam „ergrünende“ Stanzertal. Die Abfahrt verspricht größtes Vergnügen in bestem Skigelände, zumindest bis zur Waldgrenze. Dort muss man sich entscheiden, wie man den Waldgürtel bewältigt. Fürs erste bietet sich die Forststraße an. Sie erweist sich allerdings anstrengender als man glauben würde, denn auf einer Länge von ca. 1 km steigt die Straße nämlich an. Die Überlegung den rustikalen Weg entlang des Aufstieges am Steig Nr. 10 zu nehmen (inklusive Skitragen), sollte man den Mühen der Forststraße gegenüberstellen.

Skitour Hoher Riffler

Hubert Gogl

Abfahrtsvergnügen vom Feinsten

Hubert Gogl wünscht eine schöne „Expertentour“ zum Hohen Riffler!