„vorwärts Tirol“ will politischen Umbruch

Drei prominente Polit-Köpfe haben den Spekulationen rund um eine neue Landtagsliste ein Ende bereitet. Anna Hosp, Hans Lindenberger und Christine Oppitz-Plörer haben für die bevorstehenden Landtagswahlen die Liste „vorwärts Tirol“ präsentiert.

Immer wieder kursierten in den vergangenen Wochen und Monaten Gerüchte um eine neue Partei rund um die ehemalige Landesrätin Anna Hosp. Seit Mittwochfrüh ist „vorwärts Tirol“ offiziell registriert, als Spitzenkandidat wird der ehemalige Regierungskollege von Hosp, Hans Lindenberger in den Wahlkampf ziehen. Anna Hosp wird als Spitzenkandidatin im Bezirk Reutte auf der Liste stehen, Gründungsmitglied Christine Oppitz-Plörer wird nicht kandidieren, die neue Bewegung jedoch intensiv unterstützen, wie sie am Mittwoch im Zuge einer Pressekonferenz mit enormer Medienbeteiligung bekannt gab.

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Gespräche mit ÖVP gescheitert

Die Gründung einer neuen Initiative wurde notwendig, weil seitens der ÖVP kein Erneuerungswille erkennbar war, berichtete Anna Hosp von gescheiterten Gesprächen mit Landeshauptmann Günther Platter. Sie vermisse in der aktuellen Landespolitik konkrete Entscheidungen und dass man zu Entscheidungen wie etwa in der Causa Unterinntalmaut stehe. Gleichzeitig betonten die drei Gründungsmitglieder von „vorwärts Tirol“, die ÖVP aus der Regierung zu drängen, sei nicht ihr Ziel. Vielmehr müssten die Kräfte im Land gebündelt werden. In diesem Punkt unterscheide man sich auch deutlich von der Liste Fritz.

VOrstellung Liste vorwärts Tirol
ORF
Anna Hosp, Hans Lindenberger und Christine Oppitz-Plörer

Politischer Stil ohne Zwänge und Parteibuch

Als oberste Priorität bezeichnete das politerfahrene Triumvirat, einen neuen respektvolleren Stil in die Tiroler Landespolitik zu bringen. Gute Ideen und Projekte dürften nicht an ideologischen oder bündnischen Zwängen scheitern, erläuterte Spitzenkandidat Hans Lindenberger. Diese leidvolle Erfahrung hätte er in seiner Zeit als Landesrat häufig erleben müssen. Gleichzeitig dürften leitende Positionen etwa in Schulen oder auch Aufsichtsratsposten nicht mehr parteipolitisch vergeben werden, so der Spitzenkandidat.

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Neue Liste ortet massiven Stillstand im Land

Der Name der Bewegung „vorwärts Tirol“ beinhalte die Ideologie der neue Liste, so Lindenberger. Man wolle das Land Tirol mit fundierter Sachpolitik in die Zukunft führen und den derzeitigen Stillstand im Land beenden, ergänzt Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Als Beispiele nennt sie von der Landespolitik angekündigte aber noch nicht umgesetzte Großprojekte wie den MCI-Neubau oder das Haus der Musik.

Dringenden Handlungsbedarf ortet Anna Hosp bei den Agrargemeinschaften, dem Ausbau der Wasserkraft aber auch beim Rettungswesen. In allen drei Bereichen vermisse sie die notwendige politische und lösungsorientierte Kompetenz.

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Weitere Kandidaten sollen präsentiert werden

Möglicherweise schon kommende Woche will Vorwärts Tirol weitere Kandidaten in den Bezirken und auf der Landesliste präsentieren. Auf ein Wahlziel in Prozent ließen sich die Gründungsmitglieder der neuen Liste nicht festlegen. Man wolle viele Tirolerinnen und Tiroler mit einer neuen Art der Politik überzeugen und gewinnen, betonte Lindenberger am Montag. Gelingen soll dies mit einem kurzen und nicht kostenintensiven Wahlkampf, der mit Respekt vor dem Mitbewerber passieren werden.

Überparteiliche Bewegung der bürgerlichen Mitte

Allein die Zusammensetzung von „vorwärts Tirol“ beweise, dass man eine überparteiliche Bewegung sei. Alle drei Gründungsmitglieder sehen sich in der bürgerlichen Mitte angesiedelt. Das gilt auch für den ehemaligen SP-Landesrat Hans Lindenberger, der mittlerweile aus der SPÖ ausgetreten ist. Ein Austritt aus der ÖVP, sei für Anna Hosp und Christine Oppitz-Plörer kein Thema, betonten sie im Zuge der Gründungspressekonferenz. Bereits am Mittwochmittag kündigte jedoch Tirols ÖVP-Obmann Günther Platter den Ausschluss der beiden Politikerinnen aus der ÖVP an - mehr dazu in „vorwärts Tirol“: ÖVP reagiert scharf.

Stefan Lindner; tirol.ORF.at

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