Tirol: Natureispalast

Gut versteckt befindet sich der Natureispalast am Hintertuxer Gletscher. Er eröffnet dem Besucher die Faszination des ewigen Eises. Nur 25 Meter unterhalb der Skipisten zeigt die Natur, was sie für eine großartige Architektin ist.

Nur durch Zufall ist dieses Naturjuwel im Jahr 2007 entdeckt worden. Der Tuxer Bergführer Roman Erler stieß bei einer seiner vielen Touren auf eine vermeintliche Gletscherspalte. Bei genauer Betrachtung stellte sich heraus, er hatte eine Eishöhle entdeckt.

Natureispalast

Ursula Aichner

Der unspektakuläre Eingang

Schon der Weg zur Höhle ist ein echtes Erlebnis. Mit insgesamt drei Gondelbahnen geht es in luftige Höhen auf über 3200 Meter. Ist man oben angekommen, geht es noch fünf Minuten zu Fuß zum sehr unspektakulären Eingang des Natureispalastes. Der Führer räumt zwei Bretter weg und schon taucht man ein in eine völlig neue Welt.

Natureispalast

Ursula Aichner

Der Natureisplast zieht nicht nur Kinder in seinen Bann

Die Telefonnummer für den Natureispalast 0901 05 909 20

Faszinierendes, ewiges Eis

Die Höhle ist fast völlig naturbelassen. Auf vereisten Wegen und über Leitern können die Besucher mehrere eisige Räume und Gänge erkunden. Man kann sich der Faszination dieses Ortes nicht entziehen. Die ganze Höhle scheint zu funkeln. Das künstliche Licht verändert sich ständig und taucht das Eis in verschiedene Farben.

Natureispalast

Ursula Aichner

Auf engen Treppen oder Leitern geht es durch die Höhle

Sowohl im Sommer als auch im Winter hat es konstant Null Grad. Trotzdem spürt man in der Höhle, was sich draußen am Gletscher in Sachen Wetter gerade abspielt. Ist es draußen kalt, scheint sich auch der Eispalast von seiner frostigen Seite zu zeigen. Hundertausende Kristalle bedecken die Gänge, es scheint Minusgrade zu haben. Es herrscht eisige, fast magische Stille.

Höhle erwacht zum Leben

Ist es draußen wärmer, zeigt sich die Höhle von einer ganz anderen Seite. Es ist feuchter. Plötzlich scheint die Luft mit Geräuschen erfüllt zu sein. Es tropft, es rinnt, es plätschert. Der unterirdische See, auf dem zwei kleine Boote liegen, scheint gluckernd zum Leben zu erwachen.

Natureispalast

Ursula Aichner

Der unterirdische See ist ein magischer Ort

Für Roman Erler, den Entdecker der Höhle, ist dieser Platz einzigartig auf der ganzen Welt. „Das gibt es sonst nirgends“, ist er überzeugt. Besonders stolz ist er darauf, dass sich auch immer wieder Wissenschafter die Höhle anschauen. In einem 70 Meter tiefen Forschungsschacht haben diese die Möglichkeit, mehr über die Beschaffenheit, das Alter und die Besonderheiten des Hintertuxer Gletschers zu erfahren.

Katharina Kramer, tirol.ORF.at

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