Publikumswahl zum Hörspiel des Jahres

17 Produktionen sind im Bewerb um den begehrten Titel, den für das Vorjahr Manfred Schilds in Innsbruck produzierte Komödie „Sturm und Zwang“ einheimste. Auch heuer mischt das Landesstudio mit zwei prominenten Produktionen mit.

Diese sind Andreas Vitaseks „Grünmandl oder das Verschwinden des Komikers“ und Uli Brées erstes Hörspiel „Mazeltov, Adolf!“. Letzteres ist ein Gang zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Zwei Stränge hat der Autor in seinem ersten Hörspiel verflochten: einen realen und einen fiktiven.

Per Zufall stieß Uli Brée auf eine unglaubliche Geschichte, die er recherchiert hat: Im Tiroler Oberland hielten im Zweiten Weltkrieg Züge an, die mit Kindern überfüllt waren, die in Konzentrationslager gebracht werden sollten.

Hörpsielproduktion

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Bei ihrer Rast sollten sie gestärkt werden, um den Rest der Reise in den Tod zu überstehen, wie es zynisch hieß. Einer Frau gelang es immer wieder, Kinder zu retten. Julia Gschnitzer in einer dramatischen Szene des Spiels:

Die von Julia Gschnitzer gespielte Frau hat den Buben Alois in der Einsamkeit ihres Bergbauernhofes großgezogen – dass ausgerechnet er zum populistischen Spitzenkandidaten einer weit rechts stehenden Partei wurde, schmerzt sie besonders. Gschnitzers Partner als Sohn Alois ist Harald Windisch. Streit Sohn und Mutter (Harald Windisch u. Julia Gschnitzer):

Zwei Welten prallen aufeinander

Als Alois, begleitet von seinem Geliebten, Thomas, am Hof auftaucht, um ein Wahlkampfvideo mit seiner Mutter zu drehen, bricht eine Scheinwelt auseinander. Hat sie doch ihrerseits einen Gast hierher bestellt, der zu ihrem Leid beigetragen hat. Nichts wird danach so sein können, wie es war. Harald Windisch als Alois, Julia Gschnitzer als Bäuerin Hedwig, Rafael Haider als Thomas und Charly Rabanser als Besucher.

Hörspielproduktion

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Das Team von Mazeltov

Ist nichts besser geworden?

Uli Brée erweist sich in diesem Hörspieldebut als Meister auch des ernsten Fachs: Immer klarer werden Mechanismen der politischen Verführung, der Verzweifling und Macht sowie des feigen Hasses auf Andere. Uli Brée zum Kern des Stückes:

„Grünmandl oder Das Verschwinden des Komikers“

Texte eines Kabararettkollegen zu spielen, kann gefährlich sein. Das wusste auch Andreas Vitasek, und trotzdem hat er mit „Grünmandl oder as Verschwinden des Komikers“ nicht nur ein Kabarettprogramm, sondern auch ein Hörspiel realisiert, das ausschließlich aus Texten seines legendären Vorbilds Otto Grünmandl gebaut ist.

Das Hörspiel „Grünmandl oder das Verschwinden des Komikers“ enthält Gedichte, Prosa und Kabarettistisches von Otto Grünmandl.

Hörspielproduktion

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Andreas Vitasek

Studioarbeit als neue Erfahrung

Die Geschichte eines alternden Komikers zu spielen, dessen Karriere nicht sonderlich erfolgreich war, stellte für den erfolgreichen Andreas Vitasek eine besondere Aufgabe dar – umso mehr, als sie vor dem Mikrophon ganz anders zu spielen war als auf der Bühne. Vitasek zur Studioarbeit:

Entstanden ist so eine urkomische, nachdenkliche, in jedem Fall sehr sensible Produktion, deren Text unverändert aktuell ist.

Es war ein riskanter Gang – den Andreas Vitasek virtuos gemeistert hat.

Wie kann man wählen?

Via Postkarte an die Adresse „ORF Hörspiel, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien“ oder per E-Mail an hoerspiel@orf.at .
Unter den Einsenderinnen und Einsendern werden 30 Ö1-CDs verlost, die Wahlfrist endet am 19. Jänner.