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verfolgte minderheit |
21.02.2007 |
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Geschichte der Hutterer wird aufgearbeitet
Die leidvolle Geschichte der Hutterer soll in Tirol aufgearbeitet werden. Vor 471 Jahren wurde ihr Gründer Jakob Hutter vor dem Goldenen Dachl verbrannt. Am Mittwoch waren einige Hutterer am Schauplatz dieses traurigen Geschehens.
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Arbeitskreis zur Versöhnung
Betroffen standen am Mittwoch drei Hutterer-Ehepaare aus Kanada vor dem Goldenen Dachl, wo ihr Glaubensgründer verbrannt wurde. Ein Arbeitskreis, der sich "Hutterer-Versöhnungszeichen" nennt, versucht nun, die leidvolle Geschichte der Wiedertäufer in Tirol aufzuarbeiten und damit ein dunkles Kapitel der Tiroler Geschichte abzuschließen.
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Lehnen Privateigentum ab
Nicht so sehr die von ihnen praktizierte Erwachsenentaufe führte vor 500 Jahren zu ihrer radikalen Verfolgung, sondern auch das, was sie heute noch leben: Sie sind in Höfen organisiert, ernähren sich selbst, kennen kein Privateigentum, lehnen jede Gewalt, jeden Krieg und alle weltlichen Machtstrukturen ab.
Das erklärt, warum damals so viele Hutterer von Bürgern, Adeligen und dem Klerus bei den Inquisitoren angeschwärzt wurden. 400 Hutterer wurden in Tirol hingerichtet, die Männer verbrannt, den Frauen gewährte man den angeblich gnadenvolleren Tod durch Ertränken.
Über Kärnten und Mähren retteten sich die anderen schließlich nach Nordamerika und Kanada, wo heute etwa 45.000 Hutterer leben. Ihr Lebenstempo dort ist ein anderes und keiner muss sich um sein Leben sorgen. Jeder hilft jedem.
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Kein Hass mehr
Was empfinden sie nun, heute, da ein Arbeitskreis, in dem nicht nur die katholische Kirche, sondern auch die evangelische Freikirche vertreten ist, die Hände zur Versöhnung ausstreckt? Fred Kleinsasser antwortet darauf: "Wir persönlich haben keinen Hass gegen euch, aber Vergebung ist nicht unsere Sache, das gehört zur Kirche."
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Zeichen für Tirol und Südtirol
Tatsächlich können die sechs Hutterer nur den Gedanken der Versöhnung weiter in ihre Gemeinschaften tragen. Den Prozess des Vergebens muss die Hutterer-Gemeinschaft mit ihrer Kirche erst diskutieren.
Aber es geht auch vor allem um ein erstes Zeichen, sagt Robert Hochgruber von der Initiative für eine lebendigere Kirche in Südtirol. Es sei ein Versöhnungszeichen vor allem für Tirol und Südtirol. Man wolle ein Zeichen setzen, dass heute religiöse oder andere Minderheiten nicht mehr so ausgegrenzt und verfolgt würden.
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Dem Vergessen anheim gegeben
Dompropst Florian Huber gibt offen zu, dass man in den vergangenen Jahrhunderten die Geschichte der Hutterer nicht antasten wollte. Man habe das eher dem Vergessen anheim geben wollen. Deshalb sei es ein gutes Zeichen, wenn man sich der Geschichte stelle und versuche, damit gut umzugehen.
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 Hutterer im Gespräch mit Bischof Scheuer.
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Liturgische Feier mit dem Bischof
Am Sonntag wird es vor dem Goldenen Dachl eine gemeinsame liturgische Feier geben, Bischof Manfred Scheuer wird die Gäste aus Kanada zum Abendessen empfangen und die Gruppe wird auch Südtirol besuchen. Der Beginn einer Aufarbeitung, die weitergehen wird. "So es Gott will", wie die Hutterer sagen.
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