Wanderung entlang des Stanzer Waalwegs

Bekannt sind vor allem die Südtiroler Waalwege, aber es gibt auch in Tirol Waalwege. Einer, der auch noch zur Bewässerung genutzt wird, führt von Grins nach Stanz – es ist der Stanzer Waal. Die Wanderung entlang des Waals ist eine einfache, zweistündige Genusswanderung.

Die Geländetrasse zwischen Grins und Stanz ist überaus sonnig, jedoch auch ungemein trocken, zählt doch der Landecker Talkessel zu den niederschlagsärmsten Regionen Österreichs. Die erfolgreiche Landwirtschaft im Bereich von Grins und Stanz ermöglichte erst die Bewässerung.

Wandertipp Stanzer Waalweg

ORF Hubert Gogl

Das Wasser fließt Stanz entgegen

Charakter: einfache Wanderung; nur zu Beginn etwas steiler; nicht kinderwagentauglich
Entferung: Gehzeit ca. 2 Std., 5,5 km, 220 Hm ↑↓
Ausgangspunkt: Grins, Parkplatz beim Fußballplatz

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Dazu wurde ein Waalsystem angelegt. Bereits im Jahre 1529 ist der Stanzer Waal urkundlich erwähnt. Die Grinner haben den Stanzern damals das Wasser im Wal „abgedreht“, wodurch es zu einem Schlichtungsverfahren beim Landesfürst gekommen ist und damit zu festen Regeln, die urkundlich festgehalten wurden. Auch heute noch sind strenge Regeln einzuhalten, um eine gerechte Aufteilung des kostbaren Wassers, das jetzt vor allem zur Bewässerung der Zwetschkenbäume dient, zu garantieren.

Wandertipp Stanzer Waalweg

ORF Hubert Gogl

Wasserfassung am „Grianbachle“– von nun an dem offenen Waal entlang wandern

Die Waalwanderung entlang des Stanzer Waals startet man am besten in Grins, denn dort beim Fußballplatz gibt es einen Parkplatz. In Stanz sind praktisch keine Parkplätze zu finden und man muss halblegal irgendwo entlang der Zufahrtsstraße das Auto abstellen. Natürlich eignet sich die Wanderung auch vorzüglich für die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus 4244 ab Bahnhof Zams). Der Fußballplatz ist in Grins ausgeschildert. Bald nach der Einfahrt ins Dorf, direkt beim ehemaligen Hotel Grinnerhof biegt man rechts ab und kommt so zum gebührenfreien Parkplatz beim Fußballplatz. Dort gibt es ein Übersichtsbild, auf dem die Albigen-Pfade, das sind Themenwege, eingezeichnet sind. Ein Teil des Stanzer Waalweges folgt dem Wasseralb-Weg (Zustieg zum Waal ist nur strichliert – jene Linie links=westlich des markierten Punktes Nr.16).

Wandertipp Stanzer Waalweg

ORF Hubert Gogl

Herrlichstes „Waalwandern“

Nach wenigen Meten auf der noch asphaltierten Straße folgt man in einer Kehre links dem Wegweiser „Höhenweg-Stanzerwal“ (also nicht in Richtung Kneippanlage), um schon nach kurzer Wegstrecke wiederum beschildert rechts aufwärts zu gehen. Dabei gibt es schon erste schöne Ausblicke über weiß blühende Obstbäume hinweg in Richtung Kaunergrat, dessen Gipfel ebenfalls noch weiß erstrahlen. Im Wald folgt dann der steilste, aber recht kurze Abschnitt hinauf zum eigentlichen Waal .

Wandertipp Stanzer Waalweg

ORF Hubert Gogl

„Waal-Idylle“

Der Waal wird bei der Wasserfassung am „Grianbachle“ erreicht. Damit geht’s nun bis oberhalb vom Ort Stanz in leichtem Gefälle dem Waal entlang ostwärts im offenen Waal. Der lichte Föhrenwald bringt herrliche Lichtstimmungen wie auch immer wieder schöne Ausblicke auf Grins und bald schon auf den Talkessel von Landeck und wiederum zum Kaunergrat und hinein ins Paznaun.

Wandertipp Stanzer Waalweg

ORF Hubert Gogl

Ausblick auf den Landecker Talkessel mit dem schneebedecktem Kaunergrat

„Leider“ verschwindet später das Wasser in einem Rohr, das sozusagen im Waalweg nun verlegt ist. Flache Steine am Waalweg verdecken kleine Wartungslöcher. Mag es uns Wanderern wenig idyllisch erscheinen, dass der Waal nicht mehr offen ist, sondern das Wasser unsichtbar im Rohr fließt, hat es doch einen wirtschaftlichen Grund: So werde der Wasserverlust durch Verdunstung, Versickerung minimiert und außerdem die Wartung etwas erleichtert, da Verklausungen durch herabgefallene Äste und Laub ausbleiben. Schließlich ist ja der Waal immer noch ein absolutes Muss für die Landwirtschaft und erst in zweiter Linie als Attraktion für Erholungssuchende da.

Wandertipp Stanzer Waalweg

ORF Hubert Gogl

Blick auf Grins

Bei einer größeren, abgedeckten Verteilerstelle bereits in der Nähe von Stanz ist die Beschilderung etwas mangelhaft. Am besten folgt man einfach dem nun wieder offenen Waal (auch die Forststraße oberhalb, Beschilderung Ruine Schrofenstein wäre möglich) bis zu einem weiteren Graben, wo wiederum eine etwas ältere Verteilungseinrichtung ist. Dort geht man nun die wenigen Meter hinauf zum Fortstweg und kommt schon bald zu einer eindrucksvollen Christus-Skulptur („der Kreuz-Tragende“; 2016) des Grinner Künstlers Christian Moschen.

Wandertipp Stanzer Waalweg

ORF Hubert Gogl

Vom Waalweg nach Stanz hinunter – mit blühender Begleitung

Von der Skulptur an folgt man nun dem Fahrweg bergab nach Stanz. Ausdauernde könnten auch im Wald weiter bis zur Ruine Schrofenstein wandern (40 min). In Stanz gibt es ein Gasthaus – die einzige Einkehrmöglichkeit am Plateau von Grins und Stanz. Der Rückweg nach Grins folgt nun dem sogenannten „Genussweg“ (auch als Jakobsweg ausgeschildert). Es ist der ehemalige Fahrweg, der Grins und Stanz verbindet und mitten durch die Wiesen und neben herrlich blühenden Obstbäumen verläuft. Der Genussweg wird von Einheimischen auch als „Grüß-Gott-Weg“ bezeichnet, denn an schönen Wochenendtagen reißt das Grüßen Entgegenkommender Spaziergänger kaum mehr ab.

Wandertipp Stanzer Waalweg

ORF Hubert Gogl

Am blühenden „Genussweg“ von Stanz nach Grins zurück

Kurz vor Erreichen des Ausgangspunktes kommt man zu einer liebevoll gestalteten Kneippanlage am „Grianbachle“, wo am Hinweg etwas weiter oben die erste Wasserfassung dieser Waalweg-Runde steht. Nur Minuten nach der abschließenden Erfrischung mit kaltem Wasser ist die überaus schöne Runde am Stanzer Waal geschlossen (5,5 km; 220 Hm; ca. 2 Std.)

Hubert Gogl wünscht einen schönen Ausflug zum Stanzer Waal!