Gleirschklamm bei Scharnitz

Ganz in der Nähe von Scharnitz wartet die eindrucksvolle Gleirschklamm im südlichsten der Karwendeltäler auf Wanderer. In einer dreistündigen Rundwanderung erlebt man die ursprüngliche Klamm, durch die ehemals die Holzdrift aus dem waldreichen Gleirschtal erfolgte.

Der Steig ist abschnittsweise sehr schmal und erfordert Trittsicherheit und ist daher mit kleinen Kindern bedingt familientauglich.

Gleirschklamm

Hubert Gogl

Charakter: Rundwanderung auf teils sehr schmalem, abschüssigem Steig im Bereich der Klamm
Entfernung: 3 Std., 11 km, 430 Hm ↑↓
Ausgangspunkt: Parkplatz am Eingang der Karwendeltäler
Kartenausschnitte:

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Der Gleirschbach rauscht und tost gewaltig, links und rechts wilde Felsfluchten – so präsentiert sich die Gleirschklamm am Weg von Scharnitz zur Möslalm im hinteren Gleirschtal. Durch die Klamm führt ein ziemlich naturbelassener, an einigen Stellen exponierter und wenig gesicherter Steig. „Moderne Erschließungsinfrastruktur“ mit Gitterrosten und durchgehender Versicherung gibt es in der Gleirschklamm bislang (erfreulicherweise) keine. Einzig an einigen sehr kritischen Stellen gibt es einige Meter Drahtseil und die nötigen Bachquerungen bewältigt man auf guten Brücken.

Gleirschklamm

Hubert Gogl

Durch die Klamm wurde vom 16. Jahrhundert bis circa 1960 auch das Holz aus dem Tal gedriftet. Das war bis zum Bau der Straße ins Gleirschtal die einzige Möglichkeit, um aus den holzreichen landesfürstlichen Wäldern das Holz nach Scharnitz zu bringen.

Gleirschklamm

Hubert Gogl

Den Ausflug durch die Gleirschklamm zur Möslalm starten Sie in Scharnitz, am besten am Parkplatz unmittelbar vor dem Fahrverbotsschild der Karwendeltäler (Parkgebühr € 6.- inkludiert einen € 2.- Konsumationsbon, Automat wechselt nicht!). Sie folgen anfangs der Straße, verlassen diese aber nach knapp einem Kilometer kurz vor dem Schotterwerk und queren auf einer Brücke den breiten Bach (Wegweiser Scharnitz Alm).

Sendungshinweis:

„Hallo Wochenende“; 22.9.2017

Noch ist der türkisblaue Bach unter Ihnen die Isar, oberhalb derer Sie Richtung Gleirschklamm wandern. Sie kommen bald zu einer Kneippanlage, wo eine orientierungsmäßig heikle Wegkreuzung kommt: Sie folgen dem bachnäheren Steig links (Scharnitzer Alm) und nicht rechts (Hochwald) aufwärts.

Gleirschklamm

Hubert Gogl

Stolpern und stürzen verboten

Erst nach der Verzweigung des Hinterau- und Gleirschtales geht’s entlang des Gleirschbaches in die Gleirschklamm. Und da wird’s so richtig spannend: Unmittelbar neben dem reißenden Bach, zwischen wilden, hoch aufragenden Felswänden erleben Sie die eindrucksvolle Gleirschklamm. Ein fantastisches Schauspiel für Augen und Ohren, wie sich das Wasser hier den Weg durch die Klamm bahnt. Der Abschnitt verlangt aber auf dem schmalen Steig volle Konzentration. Immer wieder gibt es auch kürze abschüssige, ausgesetzte Passagen. Auf Kinder ist besonders aufzupassen.

Gleirschklamm

Hubert Gogl

Nach rund 1,5 Stunden (ca. 5 km) verlässt der Steig die Klamm und das Gleirschtal öffnet sich. Man erreicht eine Forststraße auf der es ein kurzes Stück aufwärts zur „Hauptforststraße“ des Gleirschtales geht. Auf dieser wandert man nun hoch über der Klamm talauswärts. In einer scharfen Rechtskurve zweigt gut beschildert der Fußweg Scharnitz links abwärts ab.

Beschriftung lässt zu wünschen übrig

Auf diesem Steig kürzt man die Forststraßenschleife zur Gleirschhöhe an der Verzweigung vom Gleirsch- und Hinterautal ab. Allerdings Vorsicht: Die Beschilderung unten am Gleirschbach ist nicht gerade vorbildlich. Entweder folgt man einem gut ausgetretenen Steigl, das vor dem Erreichen des Baches unauffällig rechts abzweigt oder man folgt unten angelangt dem Steigl das nur mit einem blauen Pfeil an einem Baum ausgewiesen ist. So kommt man über einen kleinen Bergrücken zu der Stahlbrücke über die Isar und dann hinauf zur Gleirschhöhe, wo sich die Forststraßen ins Gleirsch- und Hinterautal vereinen, verzweigen. Alternativ kann man natürlich auch beim Rückweg stets auf der Forststraße bleiben.

Gleirschklamm

Hubert Gogl

Von der Gleirschhöhe geht’s nun wieder hinaus nach Scharnitz, wobei das Gasthaus Wiesenhof zur Einkehr lädt. Nach insgesamt ca. 3 Stunden Gehzeit bei 11 km Entfernung und 430 m Höhenunterschied trifft man wieder am Karwendelparkplatz ein. Bereichert mit unvergesslichen Impressionen von der Gleirschklamm und dem unvergleichlichen Karwendelflair.

Hubert Gogl wünscht einen schönen Ausflug!