Hundesport mit Spaß

Ein gesunder und vitaler Hund ist ein Sportler durch und durch. Seine Begeisterung ist grenzenlos, seine Motivation wird schon durch ein Lob angespornt und wenn es einmal nicht so klappt, ist er auch nicht gleich eingeschnappt. So macht Hundesport Spaß.

In den vergangenen Jahren hat der Hundesport einen großen Aufschwung erlebt. Wahrscheinlich ist es gar nicht der Ehrgeiz der Zweibeiner, der dazu geführt hat. Vielmehr das Gefühl, dass die gemeinsamen sportlichen Herausforderungen die Teams mit sechs Beinen zusätzlich ungemein zusammenschweißen.

Katja Wolf vom Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) über die Vielfalt des Hundesports: „Obedience hat einen hohen Spaßfaktor. Dabei müssen verschiedenste Übungen absolviert werden, es kommt auf das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund an.“ Aber auch Breitensport, Dummyarbeit, Begleithundeübungen, Dogdancing und vieles mehr steht für gemeinsame spannende und lustige Stunden.

Kleiner Hund rennt bei Agility aus Plastikröhre heraus,

ÖKV

Da geht die Post ab: Fellkugel in Aktion. Mehr Begeisterung geht nicht

Gesund und fit für den Sport

Es ist eben ein Unterschied, ob Frauchen und Herrchen ihre Hunde beim Zweibeinersport mitnehmen, also beim Laufen, Wandern oder Radfahren, oder ob der Hund der eigentliche Athlet und der Mensch sozusagen als Coach dabei ist. Grundvoraussetzung ist für alle Gesundheit und Fitness: „Um mit dem Hund Sport betreiben zu können, muss er kerngesund und vital sein. Auch die Menschen müssen eine gewisse Fitness mitbringen. In einem Parcours sind die Hunde überaus flink, da muss man dann schon mitlaufen können.“

Welcher Hund für welche Disziplin geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht jede Rasse ist für jede Sportart geeignet, obwohl man durchaus immer wieder Überraschungen erleben kann. Vielleicht hat der Irische Wolfshund keine Gaudi mit der Agility, aber warum soll der Mops nicht ein begnadeter Dog-Dancer werden?

Rottweiler springt durch einen Reifen

ÖKV

Immer nur Schutzhund spielen, ist fad. Dieser Rottweiler ist ein perfekter Springer im Parcours

Gute Ausbildung ist alles

Eine gute Grundausbildung steht am Anfang der sportlichen Karriere. „Ich sollte den Hund jederzeit abrufen und auch stoppen können,“ erklärt Katja Wolf. „Die Grundkommandos müssen sitzen, das kann man am besten in einer guten Hundeschule lernen.“

Wer einen Sport beginnt, sollte mit möglichst guten Ausbildern starten. „Wir würden uns das Skifahren ja auch nicht selbst beibringen, sondern suchen uns dafür einen Skilehrer. Ein erfahrener Trainer wird schnell erkennen. Was Hund, Herrl und Frauchen lernen können und was eher nicht. Selbst herumzumurksen ist keine so gute Idee und kann zu Lasten der Hunde gehen,“ warnt Katja Wolf. „Es ist wichtig, die Sportarten und Übungen genau zu lernen, damit sie dann richtig ausgeführt werden können.“

Schäferhund springt mit Holzdummy im Maul über ein Hindernis

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Hobbysportler oder Turnierathlet

Wer einen Sport beginnt fängt ganz von vorn an, aber vielleicht entsteht ja bald der Wunsch nach mehr. Ein höheres Niveau erfordert allerdings auch einen deutlich größeren Trainingsaufwand. Mit einmal in der Woche Üben wird das sechsbeinige Team dann nicht mehr auskommen," sagt Katja Wolf, die mit ihrer Hündin Ingah selbst Hundesport betreibt. „Gezieltes Fitnesstraining, eine abgestimmte Ernährung und ständiges Wiederholen und Trainieren sind für Turniere notwendig. Ein Hundesportler kann auch nicht mit einem Packen Übergewicht Leistung bringen, so wie ein menschlicher Sportler auch nicht.“

Sportliche Grundregeln wie gezieltes Aufwärmen und ein Cool-Down nach der Anstrengung gehören zu ambitionierten Hobbysportlern genauso dazu wie entsprechende Ruhe- und Erholungszeiten. Sonst können leicht Überbelastungen und körperliche Verschleißerscheinungen entstehen. Hunde, die sich in ihren Sport wahrlich hineinsteigern und die eigene Leistungsgrenze buchstäblich überspringen müssen von ihrem Teampartner und dem Coach gebremst werden. Auch das gehört zu einem verantwortungsvollen Training.

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Sport ist Mord beim Hund?

Auch im Hobbysport abseits großer Turniere sind Überlastung und Verletzungsgefahr natürlich ein Thema. Darauf Rücksicht zu nehmen, hat absoluten Vorrang. „Die meisten Hundehalter mit Top-Athleten haben im Laufe der Jahre einen sehr guten Blick dafür bekommen, was sie dem Hund zumuten können und was nicht. Schädlicher ist es sicher, einen Hund aus dem Auto springen zu lassen, ihm einen Frisbee zu werfen und er zerkugelt sich im Übereifer mit seinen kalten Muskeln. Da kann mehr Schaden entstehen, als bei einem vierbeinigen Leistungssportler, der optimal vorbereitet wird.“

Katja Wolf vom ÖKV mit Hündin Ingah

ÖKV

Heute Wassersport? Nein, heute ist Ruhetag. Katja Wolf vom ÖKV mit ihrer Ingah

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
16. 9. 2017 ab 10.00 Uhr

Spaß muss sein

Die Freude am Sport muss beim Hund immer erhalten bleiben. Auch wenn der menschliche Part noch so ehrgeizig und stolz sein mag, wenn der Vierbeiner nicht mit Begeisterung dabei ist, hat es keinen Sinn, weiter zu machen. Vielleicht ist eine andere Disziplin besser geeignet. Vielleicht ist der Hund mit gemütlichen Spaziergängen aber einfach auch zufrieden,“ betont Katja Wolf vor zu großen Erwartungen der Zweibeiner.

Der Mensch als größtes Hindernis

Die Freude am Sport endet bei den Hunden dort, wo nur mehr der Ehrgeiz der Zweibeiner befriedigt werden soll. Zu wenig wird bedacht, dass auch oder sagen wir vor allem der menschliche Teil des Teams eine Prüfung vermasseln kann. Der Hund wird es uns nachsehen, er wird weder böse werden noch schimpfen und sich davon nicht die Laune vermiesen lassen. Und davon kann sich so mancher Zweibeiner eine dicke Scheibe abschneiden. Alles klar Sportsfreund?

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at

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