Bergtour auf den Scheffauer

Der westlichste Eckpfeiler vom Kaisergebirge ist das Ziel dieser Woche. Der Scheffauer zählt mit 2.111 m Höhe nicht nur zu den auffälligsten Gipfeln im Kaisergebirge. Diese Tour erfordert auch Kondition und Trittsicherheit.

Charakter: südseitige, sehr beliebte Bergtour; erfordert Trittsicherheit
Entfernung: Aufstieg 1200 Hm, 4 Std.
Ausgangspunkt: Scheffau, GH Bärnstatt knapp vor dem Hintersteiner See

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Von Westen aus gesehen zeigt sich der Scheffauer als kühnes Felshorn und lässt nicht vermuten, dass der Gipfel ohne größere Klettereien zu schaffen ist. Von Scheffau aus zeigt sich der Berg in seiner Breitseite schon etwas gemäßigter und weit weniger abschreckend. Der südseitige Aufstieg von Scheffau erfordert neben einem ausreichenden Maß an Kondition etwas Trittsicherheit und bei warmem Wetter natürlich auch einen zeitigen Aufbruch. Die Aufstiegsmühen werden am freistehenden Gipfel mit einem atemberaubenden Panorama zwischen Münschen und dem Großglockner belohnt.

Wandertipp Scheffauer

ORF/Gogl

Rechts neben dem Scheffauer Kirchturm der Scheffauer (2.111 m)

Sendungshinweis

„Hallo Wochenende“, 23.6.

Zum Ausgangspunkt

Von Scheffau fährt man in Richtung Hintersteiner See und parkt kurz vor dem See am gut ausgewiesenen Parplatz beim Gasthaus Bärnstatt (920 m, Tagesgebühr € 3.-). Vom Parplatz an ist der Aufstieg bestens ausgeschildert. Zu Beginn geht’s durch einen schönen Mischwald höher, wobei sich Steige und zwischendurch auch Fahrwege abwechseln. Dabei kommt man auch bei der Steiner-Hochalm (1257 m, bewirtschaftet ab Anfang Juli bis ca. Allerheiligen) vorbei, wo es einen wunderschönen Ausblick auf den Hintersteiner See gibt. Oberhalb der Alm folgt eine weitere Waldpassage und dann erreicht man ein Geröllfeld. Dieses etwas mühsam ansteigend mit herrlichem, nun freiem Blick südwärts zu den Hohen Tauern kommt man zum „Einstieg Scheffauer“.

Wandertipp Scheffauer

ORF/Gogl

Blick auf den Hintersteiner See von der Steiner-Hochalm.

Einstieg bedeutet, dass der Steig deutlich anspruchsvoller wird, aber keineswegs eine Klettertour wartet. Nach einer kurzen felsdurchsetzten Latschengasse geht’s im Schrofengelände nach links ansteigend Richtung Grat. Für diesen Abschnitt ist etwas Trittsicherheit im teils doch auch ausgesetzten Gelände notwendig. Eine kurze heikle Passage ist mit Drahtseilen und Trittbügeln entschärft.

Wandertipp Scheffauer

ORF/Gogl

Im Schrofengelände

Mit Erreichen der Grathöhe in einem kleinen Einschnitt (2050 m) öffnet sich der Blick nun auch nach Norden über Kufstein hinweg ins flache Bayern. Am Grat westwärts ansteigend ist dann in ca. 10 Minuten der Gipfel mit dem großen Gipfelkreuz erreicht. Der Scheffauer (2111 m; 1200 Hm; 4 Std.) belohnt den geschafften Aufstieg mit einem fulminanten Gipfelpanorama. Mit dabei unter anderem Großglockner und Großvenediger im Süden, der Inn von Westen, der sich durch das Inntal schlängelt und sich mit bayrischen Alpenvorland verliert, der Wilde Kaiser nach Osten hin. Der absolute Blickfang ist aber der Tiefblick auf den türkis-blauen Hintersteiner See.

Wandertipp Scheffauer

ORF/Gogl

Am Scheffauer der Blick westwärts mit Blickfang Hintersteiner See

Der Abstieg erfolgt auf der bekannten Route. Alternativ kann man auch nordseitig am Widauersteig (Achtung – ist Klettersteig A/B mit unversicherten Ier Stellen ) zur Kaindelhütte absteigen und anschließend über die Walleralm zum Hintersteiner See zurück wandern (etwas längerer Abstieg). Wem der südseitige Anstieg auf den Scheffauer zu warm und zu lang ist, kann auch von Kufstein aus den Scheffauer „angehen“: Man fährt mit dem Kaiserlift zum Brentenjoch und geht von dort zur Kaindlhütte, um dann am Widauersteig zum Gipfel zu gelangen. Der Widauersteig ist ein leichter (A/B) Klettersteig, aber auch unversicherten leichten Kletterstellen (I). Anstieg – 1.100 Hm, ca. 3 ½ Std.).

Blick vom Gipfel westwärts

ORF/Gogl

Blick vom Gipfel westwärts

Hubert Gogl wünscht einen erlebnisreichen Bergtag am Scheffauer!