Von Telfes auf die Nockspitze

Die Saile, so wird die Nockspitze auch bezeichnet, ist einer der besten Aussichtsberge in der Nähe von Innsbruck. Das 360-Grad-Panorama am freistehenden nördlichsten Gipfel der Kalkkögel begeistert die zahlreichen Besucher.

Der Aufstieg ist von mehreren Seiten möglich, wobei die Route von Telfes zu den längeren zählt.

Charakter: einfache aber längere Bergtour
Entfernung: Aufstieg 4 Stunden, 1300 Hm
Ausgang: Telfes, Ortsteil Kapfer, Parkplatz Pfarrachalm (1100 m)
Kartenausschnitt:

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Die Nockspitze ist der Hausberg mehrerer Orte: Axams, Götzens, Mutters und Telfes sind am „Fuße“ dieses einmaligen Aussichtsberges. Nicht zuletzt deshalb stehen auch zwei Gipfelkreuze auf der Nockspitze. Das vorgelagerte wurde von Mutterern aufgestellt, damit auch vom Dorf aus ihr Kreuz zu sehen ist. Auf die Nockspitze, die auch den Namen „Saile“ hat, führen mehrere Anstiege. Der meist begangene ist jener von der Axamer Lizum. Mit Sommerbetrieb der Birgitzköpflbahn ist der Gipfelerfolg nach 400 Höhenmetern sicher und ohne Bahn sind es auch „nur“ 800 Höhenmeter. Entsprechend groß ist deshalb auch der Ansturm von der Lizumer Seite.

Zum Teil auch mit dem Mountainbike machbar

Weit ruhiger, da auch deutlich weiter ist der Aufstieg von Telfes. Immerhin gilt es 1300 Höhenmeter bei 4 Stunden Gehzeit bis zum Gipfel zu schaffen. Außerdem ist auf rund der Hälfte der Bergtour mit der Pfarrachalm (1740 m) eine beliebte und herrlich gelegene Einkehr. Zur Alm führt eine Forststraße, womit sich die Nockspitze auch als Bike&Hike Tour bestens eignet.

Wanderung auf die Nockspitze

Hubert Gogl

Bereits beim Aufstieg begeistert der Ausblick – hier ostwärts bis zum Kaisergebirge

Der Ausgangspunkt ist in Telfes im Ortsteil Kapfers. Sie fahren in Telfes durch das Dorf nach rechts oben und kommen so zum gebührenfreien Parkplatz der Pfarrachalm am Beginn der Forststraße. Wer nicht mit dem Rad bis zur Alm fährt (5,7 km; einige steile Abschnitte), wählt zu Fuß den Steig, der schon bald gut beschildert von dem Forstweg abzweigt. Die Pfarrachalm (1740 m) wird nach 1 ½ - 2 Stunden (650 Hm) erreicht. Die Alm residiert auf einer Schulter mit herrlichem Ausblick auf das Stubaital und ist bei vielen auch als Tagesziel beliebt.

Wanderung auf die Nockspitze

Hubert Gogl

Pfarrachalm – 1740 m

Von der Pfarrachalm bis zum Gipfel sind weitere 2 Stunden und 670 Hm zu bewältigen. Von der Alm geht’s auf einem teils ansehnlich steilen Steig weiter bergwärts. Die Südhänge sind bald kahl und können bei heißem Wetter entsprechend heiß werden, wodurch ein früher Start angebracht ist. Dieser Steig führt nicht nur zur Nockspitze, sondern auch zu zwei ihrer „Trabanten“ – zum Nederjoch (2142 m) und zum Jochkreuz (2045 m). Beides sind ausgeprägte Gipfel und auch relativ problemlos zu erreichen, wobei der Ausblick natürlich doch etwas bescheidener ausfällt als oben auf der Saile. Ob die näheren Ziele oder die Nockspitze angesteuert werden, entscheidet sich mit Erreichen von Sailenieder (1974 m), der markanten Einsattelung zwischen dem Nederjoch und der Nockspitze.

Wanderung auf die Nockspitze

Hubert Gogl

Stubaitalblick von der Serles bis zum Habicht

Sendungshinweis:

„Hallo Wochenende“; 9.6.2017

Über einen gleichförmig und ansehnlich steilen Hang geht’s nun hinauf zur Nockspitze. Der Steig ist bestens markiert, allerdings teilweise kaum ausgeprägt, was aber speziell bei trockenen Verhältnissen kaum eine Rolle spielt. Oberhalb von Sailenieder begeistert bereits der Ausblick ostwärts übers Unterinntal hinweg bis zum Kaisergebirge und südwärts zum Alpenhauptkamm. Linker Hand ragt der Ampferstein als nächster Nachbar im Kalkkögelmassiv auf. Recht unspektakulär geht der Hang in die Gipfelkuppe über und man erreicht das große Gipfelkreuz der Nockspitze, Saile (2404 m, 1300 Hm, 4 Std.).

Wanderung auf die Nockspitze

Hubert Gogl

Der abschließende Hang von Sailenieder herauf

Der Ausblick ist nun mit einem 360 Grad Panorama der absolute Höhepunkt der Tour: Lechtaler, Wetterstein, Karwendel, Kaisergebirge, Zillertaler, Stubaitaler, Ötztaler Berge sind im Blickfeld und natürlich das Inntal mit all den Städten und Orten. Besonders empfehlenswert für den besten Innsbruck-Blick ist der kurze Abstecher zum zweiten, vorgelagerten Gipfelkreuz.

Wanderung auf die Nockspitze

Hubert Gogl

Das vordere, niedere Gipfelkreuz mit großartigem Innsbruck-Blick

Für den Abstieg gibt es neben der bekannten Route weitere Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man zum Halsl (1992 m) absteigen und dann durch das Halstal bis zur Isse absteigen und von dort mit leichtem Gegenanstieg zur Pfarrachalm kommen. Der ganze Abstieg durch das Halsltal ist derzeit (06/17) aufgrund von Bachverbauungsarbeiten wenig erquicklich. Eine weitere Variante für besonders ausdauernde Berggeher ist der Abstieg über das Nederjoch und dann weiter am Nordostrücken nach Burganna und auf einem Waldsteig direkt zum Parkplatz zurück. Wer mit dem Rad auf der Pfarrachalm ist, kann auch unterhalb vom Jochkreuz am Pfarrachsteig zurück zur Alm queren.

Hubert Gogl wünscht einen schönen und aussichtsreichen Bergtag auf der Nockspitze!

Link:

Tipp: Vom 15. bis zum 18. Juni 2017 gibt es bei Schönwetter auf der Pfarrachalm die Ausstellung „Kunst am Berg“. Drei Stubaier Künstler stellen dabei ihre Werke aus und sind auch selbst anwesend.