Gespräche mit Tieren

Wohl jeder, der Haustiere hält, kommuniziert mit ihnen. Und die meisten sind fest davon überzeugt, dass ihr Tier sie ganz genau versteht - wenn es nur will. Aber können wir mit Tieren auch richtige Gespräche führen? Es gibt Menschen, die das von sich behaupten.

Herta Ditz wirkt bestimmt nicht wie eine Frau, die in höheren Sphären schwebt. Die 59 jährige Tirolerin unterrichtet Blockflöte an der Musikschule in Innsbruck und hat mit Garten, Familie, Enkeln und Hund gut zu tun. Gespräche mit Tieren zu führen, ihre Sorgen, Ängste und Bedürfnisse zu erfahren, ist für sie ganz normal.

Auf die Stimmen der Tiere hören

„Man hat ja immer wieder das Gefühl, dass man dem Tier etwas sagen will und erwartet zunächst einmal gar keine Antwort. Aber wenn dann doch ein Gedanke, ein Gefühl oder sogar konkrete Sätze auftauchen, dann ist das eine Antwort und dann ist es auch ein Gespräch.“ Herta Ditz ist davon überzeugt, dass Tiere in der Lage sind, mit uns Menschen telepathisch zu kommunizieren. Nur haben die meisten Zweibeiner verlernt, auf die zarten Stimmen der Tiere zu hören und sie zu verstehen.

„Ich glaube, dass wir grundsätzlich alle mit unseren Tieren kommunizieren. Der Unterschied ist nur, dass ich sehr konkrete Antworten bekomme. Dafür muss ich aber im Kopf frei sein,“ erklärt Herta Ditz. Es hilft ihr, sich morgens Gedanken aufzuschreiben. Oft kann sie die dann einem Tier zuordnen. „Wenn man sich wirklich ganz darauf einlässt, glaube ich, dass jeder Mensch sein Tier versteht. Vor allem bin ich fest davon überzeugt, dass die Tiere uns komplett verstehen.“

Herta Ditz und Alina

privat

Herta Ditz mit ihrer Hündin Alina

Kontakt über ein Foto

Um mit einem Tier Kontakt aufzunehmen, genügt Herta Ditz ein Foto. Sie mag es, wenn es direkt in die Kamera blickt, also quasi sie anschaut. Aber auch das ist nicht unbedingt notwendig. „Es hilft mir nur, mich auf das Tier zu konzentrieren. So schweifen meine Gedanken nicht ab. Ich sehe das Tier auch gar nicht unbedingt vor mir. Es ist eher wie eine Krücke, mit der meine Gedanken wirklich bei diesem Tier landen.“

Schwarz-weißer Hund auf einer grünen Wiese

privat

Mit ihrer eigenen Hündin ein Gespräch zu führen, fällt Herta Ditz am schwersten. Trotzdem gelingt es.

Überraschende Erkenntnis

Fragen und Antworten können sehr konkret sein. Herta Ditz berichtet über ihre eigene, ältere Hündin, die nach einem bestimmten homöopathischen Mittel fragte: „Dieses Mittel wird bei Hitzegefühlen oder Fieber verwendet. Ich habe mir gedacht, mein Hund hat doch gar kein Fieber. Ich habe das Mittel aber trotzdem gegeben. Ich war dann ganz überrascht, dass mich mein Mann ein paar Tage später ansprach und sagte, unser Hund habe nicht mehr so heiß. Er hatte bemerkt, dass sich die Hündin ständig erhitzt anfühlte.“

Mit den eigenen Tieren sei es übrigens am schwierigsten, ein Gespräch zu führen. Man kenne sie eben zu gut und die Gedanken seien deshalb nicht wirklich frei. Je weniger sie vorher über ein Tier wisse, desto besser, sagt Herta Ditz. „Deshalb lasse ich mir von den Besitzern vorher gar nicht viel sagen.“

Hund neben Besitzer auf einer Bergwiese

APA/keystone

Auf der Wiese liegen und mit dem Hund plaudern? Ganz so einfach ist es nicht

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
3. 6. 2017 ab 10.00 Uhr

Niemand muss dran glauben

Es macht Herta Ditz nicht das geringste aus, wenn jemand sagt, das kann ja gar nicht sein, alles Hokuspokus. Sie nutzt ihre Fähigkeiten nur im Freundes- und Bekanntenkreis und nicht, um damit Geld zu verdienen: "Ich will niemanden davon überzeugen. Für mich ist es einfach eine geniale Möglichkeit, Tiere zu verstehen.“

Es gibt viel Literatur oder auch Kurse über Tierkommunikation. Auch Herta Ditz hat viel gelesen und von anderen gelernt. „Es ist aber nicht so wie bei einem Kochkurs. Mach das und das so und dann kommt das dabei heraus.“ Man muss sich selbst seinen Weg und seine Möglichkeiten finden. Ein Kurs oder ein Buch kann nur dabei helfen.

Offen sein und zuhören

Offen sein für Gedanken, die einem plötzlich in den Sinn kommen, sie nicht verwerfen, sondern sich ihnen zuwenden. Vielleicht meldet sich ja gerade Ihr geliebtes Haustier mit einer Bitte an Sie. Und selbst, wenn Sie nicht daran glauben, mit Ihrem Tier ein Gespräch führen zu können. Eine innige Beziehung wünschen wir uns doch alle. Und das ist auch ein bisschen wie eine zauberhafte Verbindung.

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at

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