Flugreisen mit Hunden

Hunde mit in den Urlaubsort zu nehmen ist heute eigentlich ganz normal. Viele Reiseveranstalter haben sich darauf auch eingestellt. Den Vierbeiner mit dem Flugzeug mitzunehmen erfordert allerdings mehr Aufwand und Vorbereitung.

Weil immer mehr kleine und sehr kleine Hunde gehalten werden, hat die Zahl der mitreisenden vierbeinigen Fluggäste in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Vor allem bei den Kurzstreckenflügen, erklärt Maria Schwarz, die Leiterin des Passagierdienstes am Innsbrucker Flughafen. „Gerade auf der Strecke Innsbruck - Mallorca wird schon recht viel mit Hunden geflogen. Langstreckenflüge sind dagegen die Ausnahme. Am ehesten sind es Aussteller für Hundeschauen oder Personen, die im Ausland einen Hund gekauft haben und ihn dann mit nach Hause nehmen.“

Flugpersonal mit Hunde-Transportkorb bei einem Flugzeug

Flughafen Innsbruck

Hunde kommen immer öfter auch bei Flugreisen mit an Bord. Die Bestimmungen sind bei den einzelnen Fluglinien aber unterschiedlich

Kabine oder Frachtraum

Bei Flugreisen macht das Körpergewicht und die Größe des vierbeinigen Reisegefährten den Unterschied. Kleine Hunde können in einer geschlossenen Tasche mit in die Kabine. Sie dürfen mitsamt der Transporttasche nicht mehr als sechs Kilogramm wiegen. „Die Tasche darf maximal 55 mal 45 mal 23 Zentimeter groß sein,“ erklärt Maria Schwarz. „Sie wird unter dem Sitz des Vordermanns verstaut und muss gleichermaßen luftig und wasserdicht sein.“

Große Hunde müssen in einer Box im Frachtraum untergebracht werden. Sie stehen von den Airlines zu Verfügung, es kann aber auch eine eigene mitgebracht werden. „Sie muss allerdings so groß sein, dass der Hund darin aufrecht stehen, sich drehen und sich hinlegen kann“, erklärt Maria Schwarz. Auch entsprechend tiefe Wasser- und Futterschüsseln müssen Platz haben.

Flugbox für Hund in einem Frachtraum

Flughafen Innsbruck

Große und mittelgroße Hunde werden in einem speziellen Teil des Frachtraums untergebracht, er ist beheizt und beleuchtet

Fluglinien mit eigenen Bestimmungen

Es gibt internationale Regelungen für den Transport von Tieren in Flugzeugen. Jede Airline hat außerdem eigene Detail-Bestimmungen für die Mitnahme von Hunden im Flugzeug. „Bei machen Airlines genügt eine Reservierung 48 Stunden vor dem Abflug, andere verlangen 72 Stunden,“ sagt Maria Schwarz vom Passagierdienst. Herrchen und Frauchen müssen sich also schon vor der Reise genau informieren. Dazu zählen auch die sehr unterschiedlichen Vorgaben für die Einreise von Tieren in den verschiedenen Ländern. Vor allem im EU-Ausland sind zum Teil wochenlange Quarantänezeiten zu berücksichtigen. Ein EU-Heimtierausweis und ein registrierter Chip sind Grundvoraussetzung für alle Reisen.

Beispiele für Reisetaschen für kleine Hunde und Katzen

Flughafen Innsbruck

So reisen kleine Hunde und Katzen im Flugzeug. Während des gesamten Fluges muss ihre Reisetasche geschlossen bleiben

Sicherheitscheck für Hunde

Große Hunde werden beim Sperrgepäck in ihrer Transportbox abgegeben. Sie reisen in einem temperierten und beleuchteten Teil des Frachtraums im vorderen Abschnitt des Flugzeugs. Ein Besuch des Hundes während des Fluges ist nicht möglich.

Kleine Hunde werden in einer Tasche durch die Sicherheitskontrolle getragen. Alle Metallgegenstände wie etwa die Ringe an den Halsbändern müssen vorher entfernt werden. Neuerdings ist es vorgeschrieben, dass alle Hunde, große und kleine in ihren Transportboxen oder Taschen für zusätzliche Kontrollen durch das Röntgengerät fahren müssen, gleich wie alle anderen Gepäckstücke, die an Bord kommen. Das sorgt häufig für Irritationen bei den Besitzern, weiß Waltraud Aflenzer von der Sicherheitsabteilung des Innsbrucker Flughafens. „Studien haben gezeigt, dass die Röntgenbelastung für die Tiere nicht schädlich ist. Sie ist deutlich niedriger als ein Röntgen beim Tierarzt.“

Kein Flug auf dem Schoß

Kleine Hunde, die in der Kabine reisen, müssen in der geschlossenen Tasche zu Füßen ihrer Besitzer bleiben. Sie dürfen nicht einmal den Kopf herausstrecken, geschweige denn wie gewohnt auf dem Schoß von Frauchen und Herrchen sitzen. Auch ein kurzer Spaziergang im Mittelgang des Flugzeugs ist natürlich nicht erlaubt. Komfortabel ist eine Flugreise für die Hunde also nicht.

Tierärzte raten eher ab

Viele Tierärzte empfehlen, den Hund vor einer Flugreise leicht zu sedieren. Das nimmt ihm den Stress, der ganz sicher aufkommt. Die vielen Menschen am Flughafen, die ungewohnten Geräusche, das Starten und Landen und nicht zuletzt die mögliche Aufregung der Tierbesitzer selbst machen Flugreisen für Hunde nicht gerade zu einer entspannten Zeit. Von Langstreckenreisen für einen kurzen Urlaub wird wegen der zu großen Stressbelastung für das Tier eher abgeraten.

Zwei Hundeboxen mit Hunden für Flugreise

Flughafen Innsbruck

Ob man den Hunden die Strapazen eines Fluges zumuten will, sollten Hundebesitzer gut überlegen

Sendungshinweis:
„Radio Tirol am Vormittag"
20. 8. 2016 ab 10.00 Uhr

Was ein Flug mit dem Hund kostet

Die Kosten sind bei den einzelnen Fluglinien unterschiedlich. In der Regel belaufen sie sich aber zwischen 50 Euro für kleine und 100 bis 200 Euro für große Hunde für eine Strecke. Rechnet man die Kosten für vorgeschriebene Zusatzimpfungen, Dita-Bestimmungen oder Quarantäne-Aufenthalte dazu, ist die Flugreise dann noch mit deutlich höheren Kosten zu kalkulieren.

Flugverbot für Hamster & Co

Während für Katzen die selben Bestimmungen und Sicherheitsauflagen gelten wie für Hunde, transportieren die Fluglinien prinzipiell keine Kleintiere. Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und andere Haustiere müssen am Boden bleiben.

Im September 2006 entkam auf dem Austrian Airlines Flug von Palma de Mallorca nach Wien ein Hamster, der unerlaubt an Bord geschmuggelt worden war. Das Flugzeug musste in Innsbruck zwischenlanden, alle Passagiere mussten umsteigen. Die Maschine wurde leer nach Wien geflogen und auf Nagespuren an Kabeln komplett durchgecheckt. Der Hamster tauchte nie wieder auf.

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at

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