Klettersteig Geierwand in Haiming

In Haiming gibt es einen neuen Klettersteig durch die so genannte Geierwand. Es handelt sich dabei um einen nicht allzu schwierigen, aber sehr langen Klettersteig mit über 400 Meter Wandhöhe.

Charakter: talnaher Klettersteig, sehr lang aber moderate Schwierigkeiten, max. C
Entfernung: Zustieg zehn Minuten, Kletterzeit ca. 2 – 2,5 Stunden, Abstieg ca. 1 Std.
Ausgangspunkt: Haiming, Raftingparkplatz (über die Innbrücke, direkt am Inn)

Die Geierwand ist eine südgerichtete, gut 400 m hohe Felswand bei Haiming an den Abhängen des Tschirgant. Durch diese Wand führt der Geierwand-Klettersteig mit der stattlichen Länge von 800 m und einem Höhenunterschied von ca. 400 m. Damit ist der 2015 errichtete Klettersteig einer der längsten in Tirol.

Die Schwierigkeiten halten sich allerdings in Grenzen – meist liegen sie bei B/C. Die Linienführung durch die hohe Wand ist vorbildlich. Den eindrucksvollen „Eisenweg“ können dank der moderaten Schwierigkeiten und der zahlreichen Tritthilfen in den steilen Abschnitten auch konditionsstarke Kinder ab ca. zwölf Jahren in Angriff nehmen.

Klettersteig Geierwand

ORF/Gogl

Die ersten Meter in der Geierwand

Ausgangspunkt:

Sie fahren durch Haiming, queren den Inn und parken rechts, wo die Rafter ein- und aussteigen (Gratisparkplatz). Hier überblicken Sie bereits die imposante Wand, die ihren Namen den Geiern verdankt, die früher in den Nieschen der großen Wandflucht gebrütet haben. Ein weiteres geschichtliches Detail ist im untersten Bereich ersichtlich: Knappenlöcher, die aus dem frühen 13. Jahrhundert stammen als damals nach Erz geschürft wurde.

Klettersteig Geierwand

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Geierwand: Ungefährer Verlauf und Schwierigkeiten des Klettersteiges

Einstieg: Vom östlichsten Ende des Parkplatzes wandern Sie noch wenige Meter ostwärts und folgen dann nach links dem Wegweiser Geierwand an den Wandfuß (10 min).

Es gibt zwei (nahezu gleich schwere) Einstiege. Eindrucksvoller ist der linke Einstieg über die glatte Felsplatte, die aber dank zahlreicher Tritthilfen leicht zu meistern ist. Ein Vorgeschmack für den weiteren Klettersteig, der an den neuralgischen Stellen auch für weniger Versierte dank der Eisenbügel gut zu meistern sein sollte.

Klettersteig Geierwand

ORF/Gogl

Blick in Richtung Osten

Die Linienführung des Klettersteiges ist optimal – mit Viel Gespür für eine optimale und abwechslungsreiche Linie schlängelt sich das dicke Stahlseil durch die Wand. Immer wieder gibt es schöne Rastplätze – einmal sogar mit einer bequemen Bank.

Klettersteig Geierwand

ORF/Gogl

So ungegliedert die Wand von unten erscheinen mag, so erstaunlich ist es, wie strukturiert sich die Wand beim Durchstieg dann präsentiert. Plötzlich zeigt sich eine Schlucht, die am linken Rand hochgestiegen wird und dann an deren oberen Ende mit einer kurzen Seilbrücke gequert wird.

Klettersteig Geierwand

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Unerwartet strukturierte Abschnitte

Die größten Schwierigkeiten warten auf die Begeher im oberen Bereich – nach einem sehr steilen Aufschwung wartet eine sehr luftige Querung, bevor es dann wieder kurz senkrecht, leicht überhängend aufwärts geht. Aber wie schon eingangs erwähnt, sind zahlreiche Tritthilfen hier „die Helfer in der Not“.

Klettersteig Geierwand

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Die kurze Seilbrücke

Der Ausstieg folgt einem schrägen Band nicht ganz am höchsten Punkt der Geierwand. Bis ins gefahrlose Gelände wurde in vorbildlicher Weise auch dort noch ein Seil angebracht.

Abstieg: Der Abstieg ist sehr lang und etwas alpin angehaucht, was bedeutet, dass sicheres Gehen notwendig ist und mit Kindern besondere Vorsicht geboten ist. Vom Ausstieg zieht der gut markierte Steig ostwärts und dann einem jahrhunderte alten Steig folgend abwärts. Orientierungsprobleme gibt es dank der zahlreichen Markierungen nicht.

Sendungshinweis:
„Hallo Wochenende“, 3.11.2017

Schlussbemerkung: Der Klettersteig Geierwand besticht mit der Linienführung, der abwechslungsreichen Kletterei, den wunderschönen Aus- und Tiefblicken und nicht zuletzt durch die Länge. Die Länge und die südseitige Exposition bedingen aber auch, dass eine kurze Jause und vor allem auch genügend Trinkbares dabei sein sollten. Mit Sicherheit lässt sich der Geierwand Klettersteig ganzjährig begehen.

Hubert Gogl wünscht Ihnen ein schönes „Ferrata-Erlebnis“ in der Geierwand!

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