Gefährliche Lebensmittel

Nicht alles, was wir Menschen gerne essen, ist auch für unsere Vierbeiner geeignet. Obwohl vor allem manche Hunde wie Staubsauger alles einsaugen, was ihnen vor die Schnauze kommt. Da müssen wir Menschen auf sie aufpassen, sonst kann das böse Folgen haben.

Für viele Menschen ist Schokolade einfach unwiderstehlich, für viele Hunde und Katzen ist sie das auch. Vor allem wenn die Köstlichkeit von der Hand des Lieblingszweibeiners gefüttert wird.

Verzicht auf Schokolade

Das sei aber keine gute Idee, warnt der Haller Tierarzt Gebhard Anker. „Schokolade enthält Theobromin. Beim Hund können Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Nervosität oder Muskelzittern auftreten. Menschen haben ein Enzym, das Theobromin abbaut, dieses Enzym fehlt Hunden und Katzen aber.“ Was Menschen glücklich macht, schadet also den Vierbeinern in diesem Fall.

Tierarzt Gebhard Anker berichtet von zwei Fällen in seiner Praxis in Hall: „Einmal ist ein Hund zu Ostern über eine ganze Schüssel mit Schokoladeostereiern hergefallen. Und ein anderer hat in einem kurzen unbeobachteten Augenblick eine ganze Tafel Kochschokolade verdrückt.“ Beide Hunde waren ein Fall für den Tierarzt. Weil die Besitzer gut informiert waren, ist alles gut ausgegangen.

Hund und Tafel Schokolade

Tierarztpraxis Anker

Schokolade? Leider nein! Dieser Versuchung müssen Hunde widerstehen.

Milch nur stark verdünnt

Die Erkenntnis, dass Katzen Milch eigentlich schlecht vertragen, weil sie den Milchzucker nicht verdauen können, setzt sich langsam durch. Wenn Milch gegeben wird, dann sollte sie stark mit Wasser verdünnt werden, rät der Tierarzt. Denn auch hier fehlt den Tieren das entsprechende Enzym, das den Milchzucker abbaut. Milchprodukte können deshalb zu starken Durchfällen führen. Dass viele Katzen zum Beispiel Schlagrahm lieben, sollte uns nicht dazu verleiten, sie auch übermäßig davon naschen zu lassen. Abgesehen von den Auswirkungen auf die Figur, aber das wissen wir Menschen ja auch nur allzu gut.

Vorsicht bei Macadamia-Nüssen

Es gibt aber noch mehr menschliche Lebensmittel, die vor allem Hunden auf den Magen schlagen. Wenn auf dem Fernsehtisch eine Schüssel mit Macadamia-Nüssen stehen bleibt und der Hund fällt darüber her, kann das böse Folgen haben, weiß Tierarzt Gebhard Anker. „Die Symptome bei einer Vergiftung mit solchen Nüssen sind beim Hund Aufsteh- und Laufbeschwerden. Meistens sind die Hinterbeine betroffen. Im Blut lassen sich Schädigungen der Leberzellen feststellen.“

Trauben und Rosinen bekommen schlecht

Aus noch nicht erforschter Ursache werden auch Trauben und Rosinen von Hunden sehr schlecht vertragen. Ab einer gewissen Menge kann es zu schweren Vergiftungen kommen, warnt der Tierarzt. Die Tiere erbrechen, bekommen Koliken und Durchfall oder werden lethargisch. Im Schlimmsten Fall kommt es zu einem totalen Nierenversagen.

Katze liegt auf dem Küchenschrank

privat

Katze allein zu Hause? Dann sollte man gut aufpassen, was offen herumliegt.

Gier, Spieltrieb und Langeweile

Warum Hunde und Katzen überhaupt Nahrungsmittel fressen, die ihnen schaden, liegt buchstäblich auf der Hand. Unsere Tiere sind es gewohnt, von uns ihr Futter zu bekommen. Das Füttern vom Tisch verstärkt nicht nur das unerwünschte Betteln, sondern auch die tierische Lust auf alles, was die Zweibeiner essen.

Es gibt Hunderassen, die so gut wie alles verschlingen, was ihnen vor die Schnauze kommt. Labradore zählen dazu oder auch Beagles. Langeweile und Einsamkeit sind weitere starke Triebfedern für ungezügelte Fresslust. Erst verschlingen, dann schmecken, heißt die Devise bei manchen Hunden.

Mehrere Hunde werden von einer Frau gefüttert

dpa

Futterzeit ist die schönste Zeit - aber bitte nur artgerecht!

Während Katzen beim Futter in der Regel wählerischer sind als Hunde, wird den Stubentigern manchmal ihr Spieltrieb zum Verhängnis. Eine Medikamentenpackung, die schön raschelt und aus der bunte kleine Kügelchen herauskollern hat schon das Leben so manches Wohnungsabenteurers gefährdet. Vor allem wenn sie den ganzen Tag allein gelassen werden.

Manchmal ist es auch schlicht Unwissenheit der Tierhalter, die schlimme Folgen haben kann. Dass Knoblauch eine Wurmkur für Hunde ersetzen kann, ist blanker Unsinn und kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen, sagt Tierarzt Gebhard Anker. „Sowohl im Knoblauch, als auch im Zwiebel ist Allylpropyldisulfit, das die Membran der roten Blutkörperchen schädigt und zerstört. Die Folge kann Blutarmut sein. Schon fünf bis zehn Gramm pro Kilogramm Körpergewicht können schwere klinische Symptome auslösen.“

Kleiner Hund in einer Tierarztpraxis auf dem Untersuchungstisch.

Tierarztpraxis Anker

Kleine Hunde vertragen von schädlichen Lebensmitteln nur sehr geringe Mengen!

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
10. 6. 2017 ab 10.00 Uhr

Die Dosis macht das Gift

Natürlich werden bestimmte Lebens-oder Genussmittel für Tiere erst schädlich, wenn sie eine gewisse Menge davon gefressen haben. Das Problem, das vor allem bei Hunden besteht: sie fressen mit einem Happen so viel auf einmal, dass die schädliche Dosis schnell erreicht ist. Vor allem kleine, gierige Hunde können sehr schnell an Vergiftungen leiden.

Größte Vorsicht ist auch bei Zucker- Austauschstoffen geboten. Wenn ein Hund mit zwei großen Bissen einen ganzen mit Süßstoff gesüßten Kuchen erwischt, ist das weniger ein Figur- als ein ernstes gesundheitliches Problem. Und auch einer Katze werden die süßen Drops aus der Dose auf dem Tisch vielleicht besser schmecken, als gut für sie ist.

Tierarzt Gebhard Anker mit Katze

Tierarztpraxis Anker

Tierarzt Gebhard Anker in seiner Praxis in Hall.

Vergiftungen immer ernst nehmen

Herumliegende Tabletten, Zigarettenkippen im Aschenbecher oder auch Zahnpasta können für Hunde und Katzen zu einer tödlichen Gefahr werden. Grundsätzlich sind Vergiftungen bei Tieren sehr ernst zu nehmen. Wichtig ist es, sie so schnell wie möglich zum Erbrechen zu bringen. Weil das ohne medizinische Hilfe oft nicht gelingt, sollten sie deshalb schnellstmöglich zu einem Tierarzt gebracht werden. Aber selbst wenn das Tier zu Hause erbricht, braucht der Patient fast immer eine Infusion, die er nur in einer Praxis bekommen kann.

Für den Tierarzt ist es sehr wichtig, zu wissen, was gefressen wurde. So kann er gezielt und schnell behandeln - und das Leben des Vierbeiners retten.

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at

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