Mit Katzen zum Tierarzt

Der Termin beim Tierarzt ist fixiert, aber von der Mieze ist keine Spur zu sehen. Wie kann sie nur wissen, dass heute die Untersuchung fällig ist? Es gibt kaum ein Haustier, das Besuche beim Doc so verabscheut wie Katzen. Mit ein paar Tipps und Tricks wird das Vorhaben zumindest etwas stressfreier.

Katzen können vieles, aber den Termin im Kalender können Sie nicht gelesen haben. Wie also wissen die Samtpfoten, dass ein Tierarztbesuch ansteht? Erste Möglichkeit: Frauchen oder Herrchen sind selbst so nervös, dass die Katze unweigerlich spürt, dass etwas ansteht und vorsorglich das Weite sucht.

Zweite Möglichkeit: Die Transportbox, die staubig und verschmutzt aus der hintersten Ecke geholt wird, ist für die reinlichen Miezen derart abstoßend, dass sie nicht daran denken, ohne Gegenwehr damit zu reisen, sagt der Haller Diplom-Tierarzt Gebhard Anker.

Katze im weichen Katzenbett, im Hintergrund eine Transportbox

Tierarztpraxis Anker

Im eigenen Katzenbett auf den Untersuchungstisch, so lässt sich der Besuch beim Tierarzt schon aushalten.

Früh übt sich der Tierarztbesuch

Was Kätzchen nicht lernt, lernt Katze nimmermehr, könnte man sagen. Je früher der Besuch beim Tierarzt quasi geübt wird, desto besser. Am besten nimmt man das Katzenbaby schon einmal mit in die Praxis, auch wenn alles in bester Ordnung ist. So lernt der Nachwuchstiger „seinen“ Tierarzt und die Praxis kennen, ohne dass er eine Behandlung über sich ergehen lassen muss.

Katzenwarteraum mit erhöht abgestellter Transportbox

Tierarztpraxis Anker

Ein eigener Warteraum für Katzen, in dem man die Transportbox erhöht abstellen kann, hilft Stress zu vermeiden.

Warteraum nur für Katzen

In vielen Tierarztpraxen, so auch bei Gebhard Anker, gibt es ein eigenes Katzenwartezimmer. So muss Miez nicht mit Wuffi Fell an Fell auf die Sprechstunde warten. Was beiden Stress erspart. "Bei mir in der Praxis können die Katzenkörbe erhöht abgestellt werden, das mögen Katzen lieber als auf den Boden gestellt zu werden, weiß der Tierarzt aus seiner langjährigen Katzenerfahrung. Pheromonstecker sollen die vierbeinigen Patienten zusätzlich beruhigen.

Plüschkatze in  einem Katzenkorb, sie wird mit einem Handtuch angehoben.

Tierarztpraxis Anker

Eine Katzentransportbox sollte von oben zu öffnen sein. Bei einem wehrhaften Tiger leistet ein Handtuch beim Herausheben gute Dienste. Die Plüschkatze verhält sich natürlich vorbildlich.

Der richtige Katzenkorb

Ein Bast-Korb mit Öffnung von vorne wird häufig als Transportmittel für den Tierarztbesuch verwendet, doch ist er völlig ungeeignet. Die Patienten können sich darin festkrallen und es ist fast unmöglich, sie aus dem Korb zu nehmen, wenn sie ihre Mitarbeit verweigern. Außerdem wird der Tierarzt froh sein, wenn er mit der Hand nicht buchstäblich in die Höhle des Löwen fassen muss.

Katzen-Transportkörbe sollten problemlos von oben geöffnet werden können. So kann der Tierarzt die Katze sanft herausholen und es kommt gar nicht erst zum Zweikampf. Wenn die Lieblingsdecke mit in die Praxis genommen wird und auf den blanken Untersuchungstisch gelegt werden kann, wird die Katze das als angenehm empfinden, sagt Gebhard Anker. Notfalls kann das Tier auch mit der Decke gefasst und aus dem Korb gehoben werden. Auch das erspart dem Tierarzt so manchen schmerzhaften Kratzer.

Tierarzt Bernhard Anker mit einer großen schwarzen Katze im Arm

Tierarztpraxis Anker

Gutes Einvernehmen: Tierarzt Bernhard Anker kennt seine Patienten gut. Mit so einem Katzen-Panther würde man sich auch nicht gerne anlegen.

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
25. 7. 2015 ab 10.00 Uhr

Zeit für Ruhe

Vor der Untersuchung brauchen Katze und Tierarzt dann ein paar Augenblicke Ruhe. Aufgelöste Besitzer im Redeschwall sind da gerade nicht hilfreich. Katzen hassen Lärm und Unruhe. Ein paar Minuten Stille zum Streicheln, Beruhigen und Kennenlernen können die spätere Behandlung erleichtern. Ist der Besitzer allzu aufgelöst, ist es besser, er nimmt im Wartezimmer Platz und lässt seinen geliebten Tiger in den Händen des erfahrenen Tierarztes und seinem Team.

Beruhigungsmittel statt Höllenstress

Bei besonders ängstlichen oder aggressiven Katzen empfiehlt der Tierarzt eine leichte Sedierung. Sie erspart allen Beteiligten Stress und schlechte Erfahrungen. Im Gegensatz zu Hunden lassen sich aufgebrachte Katzen mit Leckerlis meist nicht besänftigen. Je besser sich Patient und Tierarzt im Laufe der Jahre kennenlernen, desto ruhiger wird der Besuch in der Praxis ablaufen, weiß Gebhard Anker aus seiner langjährigen Erfahrung. Dann wird der Besuch beim Doc zwar nicht zur Lieblingsbeschäftigung, aber doch ein geduldetes Übel im Katzenleben.

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at

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