Akupunktur - heilende Nadeln

Akupunktur ist als alternative Heilmethode längst anerkannt und wird bei akuten wie chronischen Erkrankungen erfolgreich angewendet. Auch in der Tiermedizin gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Fast alle tierischen Patienten lassen sich die dünnen Nadeln gefallen.

Akupunktur bei Tieren ist kein Hokuspokus und braucht eine fundierte Ausbildung. In Österreich dürfen ausschließlich Tierärztinnen und Tierärzte diese alternative Behandlungsmethode durchführen. Die Angst, dass hier selbsternannte Wunderheiler Hand anlegen, ist also unbegründet.

Weiße Ratte putzt sich beim Akupunktieren

Tierarztpraxis Spielberger&Koutny

Ratte Charly entspannt während der Behandlung mit ausgiebiger Fellpflege. Er leidet an einer beginnenden Lähmung der Hinterbeine. Die Nadeln setzen dürfen in Österreich nur Tierärzte!

Dass viele Tierbesitzer erst an Akupunktur denken, wenn alle anderen schulmedizinischen Behandlungen nicht ans Ziel geführt haben, bedauert Tierärztin Dr. Verena Spielberger von der Tierarztpraxis Spielberger und Koutny in Innsbruck. „Erst wenn die Schulmedizin am Ende ist, denken Tierfreunde an Alternativen. Dabei kann Akupunktur Schulmedizin gut ergänzen und begleiten.“ So kann unter Umständen auf Medikamente verzichtet werden, oder die Dosis kann zumindest geringer ausfallen, erklärt die Tierärztin.

Katze mit dickem Fell und vielen Akupunkurnadeln

Tierarztpraxis Spielberger&Koutny

Kater Jimmy kennt die Akupunktur gegen seine Arthrose am Hüftgelenk bereits und lässt sich auch durch zahlreiche Nadeln im Fell nicht aus der Ruhe bringen.

Akupunktur für alle Felle

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
5. 8. 2017 ab 10.00 Uhr.

Im Prinzip kann jedes Tier akupunktiert werden. In ihrer Praxis hat Verena Spielberger nicht nur Hunde und Katzen in Akupunktur-Behandlung, sondern auch Meerschweinchen und sogar eine Ratte.

Das Setzen der feinen Nadeln ins Fell bzw. in die Haut lassen sich sogar sehr sensible Tiere wie Pferde gefallen. "Natürlich muss man bei einem unruhigen oder ängstlichen Patienten etwas aufpassen,“ erzählt Verena Spielberger. „Aber nach einer Weile lassen Pferde die Köpfe hängen und dösen zufrieden. Hunde schlafen in unserem Behandlungsbett in der Praxis regelmäßig ein, wenn ich die Nadeln setze.“ Ratte Charly erledigt Fellpflege während der Sitzung und Meerschweinchen Benny sieht auch nicht gerade panisch aus.

Meerschweinchen mit Akupunkturnadel am Kopf

Tierarztpraxis Spielberger&Koutny

Akupunktur kann bei kleinen und großen Tieren angewendet werden, da macht auch Meerschweinchen Benny keine Ausnahme. Er hat Magen-Darmprobleme.

Was Akupunktur kann

Die feinen Nadeln werden gezielt an Meridianpunkte gesetzt, so soll der Energiefluss im Körper stimuliert werden. Vor allem bei Gelenkserkrankungen von Hunden, aber auch bei Muskelproblemen oder Inkontinenz wird Akupunktur erfolgreich angewendet. „Wir behandeln seit zwei Monaten eine junge Hündin, die stark inkontinent war. Sie ist regelrecht ausgelaufen. Mit der Akupunktur hat sich das Problem deutlich gebessert und wir konnten sogar die Medikamente deutlich zurücknehmen.“

Schwarzer Hund auf einem Handtuch, im Rücken sieht man Akupunkturnadeln

Tierarztpraxis Spielberger&Koutny

Die zweijährige Hündin Nala schaut anfangs zwar noch etwas skeptisch, lässt sich die Akupunkturnadeln aber brav setzen.

Grenzen der Behandlung

Akupunktur kann keine Wunder bewirken. Gerade als Ergänzung oder Begleitung von schulmedizinischen Behandlungen hat Verena Spielberger aber gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem rät sie zu einer schulmedizinischen Behandlung, wenn ein Hund zum Beispiel starke Schmerzen im Bewegungsapparat hat. Die Akupunktur kann aber dazu beitragen, dass die Dosis der Schmerzmittel bald wieder deutlich verringert oder im Idealfall ganz abgesetzt wird.

Tierärztin Verena Spielberger mit ihrer Hündin Milka

Tierarztpraxis Spielberger&Koutny

Tierärztin Verena Spielberger mit ihrer Hündin Milka.

Unterschiedliche Behandlungsdauer

Wie oft Akupunktur angewendet werden muss, um Besserung zu erzielen, ist sehr unterschiedlich. Im akuten Fall genügen vielleicht schon ein bis zwei Behandlungen. Bei chronischen Erkrankungen, zum Beispiel im Bewegungsapparat von Hunden, wird eine regelmäßige und längerdauernde Begleitung empfohlen.

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at

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