Darmkrankheiten bei Hunden und Katzen

Im Sommer sind nicht nur wir Zweibeiner anfälliger für Darmkrankheiten. Vor allem Hunde und Katzen erwischen in der heißen Jahreszeit immer wieder etwas, das ihnen nicht gut tut. Bakterien in Kadavern oder schmutzigem Wasser können Durchfall und Erbrechen auslösen.

Jetzt im Sommer sind die frühen Morgen- und die späteren Abendstunden jene, in denen unsere Tiere aktiv werden. Am liebsten sind sie in der kühlen Dämmerung unterwegs. Tagsüber ist eher Dösen im Schatten angesagt. Vor allem bei den Hunden steigt in den Sommermonaten die Gefahr, dass sie etwas aufklauben, das eigentlich nicht auf dem Speiseplan stehen sollte, erklärt der Tierarzt Dr. Rupert Wassermann von der Tierklinik St. Lukas in Arzl im Pitztal: „Im warmen und feuchten Klima vermehren sich Bakterien stark.“ Nicht immer bekommen Frauchen und Herrchen mit, was die Schnüffelnasen finden.

Hund im Teich

ÖKV

Baden macht Spaß! In stehenden Gewässern, Tümpeln und Wasserlachen können aber Bakterien lauern.

Auf Symptome achten

Die Symptome, wann vor allem Hunde und Katzen etwas erwischt haben, was ihnen nicht guttut, sind für ihre Besitzer in der Regel deutlich zu erkennen. Erstes Alarmzeichen ist das Verweigern von Futter. Das Tier wirkt matt und erschöpft. Dazu kommen Durchfall und Erbrechen. Bei großen Hunden und gut genährten Katzen kann man ruhig ein oder zwei Tage abwarten, wenn das Tier im Prinzip agil und munter bleibt. Bei kleinen Rassen oder Jungtieren ist Vorsicht geboten, weil sie durch eine Darmerkrankung schnell geschwächt werden und verfallen, warnt Tierarzt Rupert Wassermann. In diesem Fall sollte lieber gleich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Welpe mit streichelnder Hand

APA

Wenn Welpen oder kleine Hunderassen Durchfall haben, sollte möglichst bald ein Tierarzt aufgesucht werden.

Haustiere sind empfindlich

Warum Haustiere nicht instinktiv etwas meiden, das für sie schlecht oder oder gar giftig ist? Tierarzt Rupert Wassermann sagt: „Es ist gut, dass wir unseren Tieren heute gutes Futter und eine saubere Umgebung bieten können. So wie wir Menschen sind die wohl behüteten Haustiere aber empfindlicher gegenüber Bakterien geworden.“

Katze unter der Bettdecke

privat

Krank im Bett? Auch Katzen können unter Darmkrankheiten leiden.

Reis und Medikamente

Hunde sind deutlich anfälliger für Darmkrankheiten als Katzen. Gekochter Reis beruhigt den Darm, gegen Durchfall verabreicht der Tierarzt Kohletabletten, die die Bakterien bekämpfen. Eine genauere Untersuchung erfolgt dann, wenn die Beschwerden nicht nachlassen. Unverträglichkeiten von Futter oder auch Allergien spielen in der Tiermedizin eine zunehmende Rolle. Immer wieder kehrende Darmbeschwerden müssen genau abgeklärt werden, sonst besteht die Gefahr einer chronischen Darmerkrankung.

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
25. 6. 2016 ab 10.00 Uhr

Bei Vergiftungen sofort handeln!

Leider werden Mäuse und Ratten immer noch häufig mit Gift bekämpft. Das kann nicht nur für kleine Kinder, sondern auch für Haustiere lebensgefährlich werden. Frisst ein Hund oder eine Katze einen vergifteten Mäusekadaver, gelangt das Gift in den Körper des Haustieres. Es sorgt für ein innerliches Verbluten. Bei Verdacht auf Mäuse- oder Rattengift sollte so schnell wie möglich ein Tierarzt oder eine Tierklinik aufgesucht werden. Das vergiftete Tier muss zum Erbrechen gebracht werden. Als Erste Hilfe Maßnahme nennt Tierarzt Rupert Wassermann fünf-prozentigen Wasserstoff, den es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Dem Tier sollten 10 bis 15 ml davon eingeflößt werden. Der Wasserstoff bringt das Tier zum Erbrechen. So gelangt das Gift aus dem Körper, bevor es die Organe schädigen kann. Auch wenn diese Maßnahme gelingt, sollte ein vergiftetes Haustier auf jeden Fall zum Tierarzt gebracht werden. Fast immer braucht es Infusionen und Medikamente, um wieder ganz gesund zu werden.

Ganz verhindern lassen sich Darmkrankheiten bei unseren Vierbeinern wohl nicht. Wir können ja nicht jeden Bissen und jeden Schluck, den sie aufnehmen, kontrollieren. Wenn wir jetzt im Sommer aber besonders aufmerksam den Gesundheitszustand unserer felligen Freunde im Auge behalten, können wir zumindest schnell handeln und Schlimmeres verhindern.

Lydia Gallo Gau; tirol.ORF.at

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