Felssturz macht Sprengung notwendig

Nach dem enormen Felssturz in Tramin in Südtirol bereiten sich Geologen auf eine Sprengung vor. Von den Dolomitwänden brachen rund 3.000 Kubikmeter Gestein ab, zerstörten ein Wirtschaftsgebäude und beschädigten Weingüter. Mehrere Gebäude bleiben evakuiert.

Das ganze Ausmaß der Naturgewalt wurde erst Mittwoch früh sichtbar. Genau in der Falllinie liegt der Freisingerhof. Der Pächter des Hofes stand am Mittwoch noch unter Schock. Er und seine Frau befanden sich zum Zeitpunkt des gewaltigen Felssturzes im Wohngebäude. Verletzt wurde bei dem Felssturz niemand.

Die herabstürzenden Felsen beschädigten ein Weingut schwer, betroffen sind rund vier Hektar. Der Sachschaden ist hoch, die Weinstraße zwischen Tramin und Kurtatsch bleibt vorerst gesperrt. Vorübergehend mussten vier Bauernhöfe der Umgebung evakuiert werden, zwei davon dürfen nach wie vor nicht betreten werden. Von der Evakuierung betroffen waren am Mittwochabend noch vier Menschen.

Felsblock hängt noch locker in der Wand

Am Tag nach dem Felssturz war die Gefahr noch nicht vorüber. Ein mehrere Meter hoher Felsturm drohte abzubrechen. Am Nachmittag führten Beamte des Zivilschutzes und Landesgeologen einen Erkundungsflug durch, bei dem die Situation vom Hubschrauber aus beurteilt wurde.

Sprengungen sind notwendig

An der Abbruchstelle hingen Mittwochnachmittag immer noch bedrohliche Felsblöcke, berichtete Landesgeologe David Tonidandel. „Wir haben festgestellt, dass im Abbruchbereich ein circa 20 Meter hoher Felsturm noch vorhanden ist. Ein Teil dieses Turmes ist abgebrochen und umgekippt, er ist an der Basis sehr schmal und das macht uns Sorgen.“ Das Areal bleibt weiterhin gesperrt. Am Freitag wollen die Geologen über die weitere Vorgehensweise entscheiden.