Nespresso-Großauftrag für Höpperger

Das Tiroler Recycling-Unternehmen Höpperger in Pfaffenhofen darf sich über einen Großauftrag freuen. Höpperger übernimmt die Entsorgung aller Nespresso-Kapseln aus Österreich. Das Besondere: In diesen Kapseln steckt eine Menge Energie.

Seinen Kaffee aus bunten Alukapseln zu genießen wurde in den letzten Jahren zum Trend. Allein im Innsbrucker Nespresso-Shop werden von April bis zum Jahresende rund eine Million Kapseln verkauft werden. Da bleibt nach dem Kaffeegenuss einiges an Müll übrig. Nespresso will sein Umweltimage aufpolieren und setzt verstärkt auf das Sammeln der gebrauchten Kapseln. Bei Höpperger kommen Tonnen von Kapseln aus ganz Österreich zusammen.

Eigenes Verfahren brachte Zuschlag

Höpperger erhielt den Auftrag, weil es ein spezielles Verfahren entwickelt hatte, mit dem der Kaffeerest aus den Kapseln ausgespült und getrennt verwertet werden kann. Nach der Sammlung werden die Kapseln in einer Hammermühle zerkleinert und vom Kaffee getrennt. Der Kaffeerest wird in Wasser gelöst, eigens entsorgt und für Biogasanlagen verwendet.

Nespressokapseln gebraucht

ORF

Ein Sattelzug voll Kaffeesud liefert Energie für zwei Einfamilienhäuser

Kaffeesud liefert Energie

Der Energiewert der Kaffeereste sei enorm, sagte Firmenchef Harald Höpperger: „Aus einem Sattelzug gebrauchter Nespresso-Kaffeekapseln mit 24 Tonnen können rund 3.500 Normkubikmeter Methan gewonnen werden. Dies entspricht einem Energieäquivalent von 3.500 Liter Dieseltreibstoff. Damit könnte rein rechnerisch der jährliche Strombedarf von zwei Einfamilienhäusern gedeckt werden.“

Die in der Tiroler Anlage getrennten und gesäuberten Alukapseln werden eingeschmolzen und dem Recycling zugeführt. Studien des International Aluminium Institute zufolge spart diese Vorgangsweise rund 95 Prozent der Energiekosten gegenüber der Produktion der gleichen Menge Aluminium aus Erz ein.

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Eigene Tonnen werden aufgestellt

7.000 Tonnen Alukapseln könnte Höpperger in Pfaffenhofen pro Jahr recyceln. Noch sind es nicht so viele, aber bald sollen in allen Recylinghöfen eigene Tonnen aufgestellt werden. In der Schweiz werden mehr als 80 Prozent der Kapseln recycelt. Wenn das auch in Österreich gelingt, hätte Tirol nicht nur ein gutes Geschäft mehr, sondern auch jede Menge Bioenergie anstatt eines großen Müllhaufens.

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