Ältere Fußgänger besonders gefährdet

Im Vorjahr ist beinahe jeder sechste Verkehrstote in Tirol ein Fußgänger gewesen. Drei der fünf getöteten Fußgänger waren älter als 70 Jahre. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) forderte daher Maßnahmen zum Schutz älterer Fußgänger.

Im Vorjahr starben in Tirol insgesamt 29 Personen im Straßenverkehr. Fünf der Toten waren Fußgänger, macht der VCÖ aufmerksam. Im Jahr 2016 starben 13 Fußgänger auf Tirols Straßen. 2017 wurden mehr als 300 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen verletzt. Drei der fünf tödlichen Unfälle ereigneten sich im Ortsgebiet, drei Todesopfer waren älter als 70 Jahre.

Verkehr im Ortsgebiet soll seniorengerecht werden

Da die Zahl der älteren Menschen in den kommenden Jahren stark steigen werde, sei es umso wichtiger, dass der Verkehr im Ortsgebiet seniorengerecht werde, forderte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Zudem brauche es ein durchgängiges Netz an ausreichend breiten Gehwegen. Wichtig für ältere Menschen seien übersichtliche und häufige Straßenübergänge, da Umwege für viele ältere Menschen beschwerlich seien, so Gratzer. In den Städten sollten bei Fußgängerampeln die Rotphasen verkürzt und die Grünphasen verlängert werden.

Fußgänger Ampel Stopp Grünes Licht

ORF

Geschwindigkeits- und Alkohol-Kontrollen

Ein tödlicher Fußgängerunfall im Vorjahr wurde laut Polizei von einem alkoholisierten Autolenker verschuldet, ein weiterer tödlicher Fußgängerunfall durch einen unachtsamen Autofahrer.

Die Verkehrsplanung könne zwar menschliches Fehlverhalten nicht verhindern, aber dazu beitragen, dass ein Fehler eines Autofahrers oder ein Fehltritt eines Fußgängers nicht mit schweren Verletzungen oder gar tödlich ende, so der VCÖ-Sprecher. Tempo- und Alko-Kontrollen der Exekutive leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, betonte der VCÖ.

VCÖ für sichere Gehwege außerhalb des Ortsgebiets

Der VCÖ forderte auch außerhalb des Ortsgebiets Maßnahmen. So solle man den nächsten Ort sicher auf einen Gehweg zu Fuß erreichen können. Für die Sicherheit der Kinder sei zudem wichtig, dass jede Bushaltestelle über einen Gehweg erreichbar ist. „Kein Kind soll auch nur ein paar Meter entlang einer Freilandstraße gehen müssen, um eine Bushaltestelle zu erreichen“, betonte VCÖ-Sprecher Gratzer.

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