NR-Wahl: SPÖ-Yildirim peilt über 20 Prozent an

Bei ihrem Wahlkampfauftakt hat die SPÖ am Montag mehr als 20 Prozent der Stimmen als Ziel für das Landesergebnis formuliert. Die Tiroler Spitzenkandidatin Selma Yildirim bekräftigte die Oppositionsansage von Parteichef Christian Kern.

Mit dem erhofften Tiroler Ergebnis will die SPÖ ein drittes Nationalratsmandat erreichen, so Spitzenkandidatin Yildirim. Derzeit hält die Tiroler SPÖ zwei Mandate. Wieder einziehen wird aller Voraussicht nach Max Unterrainer, Spitzenkandidat im Wahlkreis Innsbruck Land/Schwaz. Dort wäre ein Grundmandat möglich, hoffen die Roten, bei der vergangenen Wahl wurde es lediglich um 300 Stimmen verfehlt.

SPÖ Tirol Wahlkampfauftakt NR-Wahl 2017

ORF

NR-Kandidatinnen Gabi Schiffer, Max Unterrainer, Christian Kovacevic, Selma Yildirim und Landesgeschäftsführer Georg Dornauer (v.l.)

SPÖ will das persönliche Gespräch suchen

Die SPÖ habe bei den Menschen an Präsenz vermissen lassen, gab das SPÖ-Team bei einer Pressekonferenz zum Wahlkampfauftakt am Montag zu, die Nationalräte und Nationalrätinnen müssten zum Wahlvolk. Bis 15. Oktober wollen die Tiroler Roten noch an 17.000 Haustüren klingeln und auf Tuchfühlung mit dem Wahlvolk gehen, so das Ansinnen der SPÖ Landeslisten-Ersten Yildirim.

Yildirim ist ein Nationalratsmandat sicher. Punkten will die türkischstämmige SPÖ Frauenvorsitzende und Juristin mit dem Thema „Bildung“, sie warnt vor Gefahren bei Schwarz-Blau. „Warum es wichtig ist, nein zu sagen, wenn es darum geht, Kammern zu zerschlagen, was es bedeutet, wenn wir Interessensvertretungen schwächen, denken sie an die Arbeitszeitflexibilisierung im Hinblick auf die veränderte Arbeitswelt, nämlich minutengenau ohne Absicherung abrufbar zu sein, bis zu zwölf Stunden täglich erwerbstätig zu sein“ nannte Yildirim einige Beispiele.

SPÖ Tirol Wahlkampfauftakt NR-Wahl 2017, Selma Yildirim

ORF

Spitzenkandidatin Yildirim bestärkt den Kurs von Parteichef Kern.

Die Wahl am 15. Oktober ist für die rote Landes-Spitzenkandidatin deshalb eine Richtungswahl. Plakate aufstellen will die SPÖ erst vier Wochen vor der Wahl.

Rückendeckung für SPÖ-Chef

Yildirim zeigte sich auch ganz auf Linie mit dem SPÖ-Bundesparteivorsitzenden, Bundeskanzler Christian Kern, was dessen Oppositionsansage anbelangt. „Die SPÖ geht in Opposition, falls sich auf Bundesebene nur Platz zwei ausgeht“, betonte sie. „Wir wollen die SPÖ als Nummer eins bei der Nationalratswahl in die Zielgerade führen“, formulierte Yildirim das politische Bestreben. Die Wahl am 15. Oktober bezeichnete sie als „richtungsweisend“. Sie selbst sei der SPÖ damals beigetreten, weil sie wollte, dass „die wichtige Kraft SPÖ nicht aus der Bundesregierung herausfällt“, so die Spitzenkandidatin.

Gegen Altersarmut von Frauen

Immer noch aktuell: Der Zusammenhang von Kindergarten-Öffnungszeiten und niedrigen Frauen-Pensionen.

Abschied vom prinzipiellen „Nein“ zur FPÖ

Zu konkreten Koalitionspräferenzen bei einer Erstplatzierung der SPÖ wollte sie sich auf Nachfrage indes nicht äußern. Man habe aber einen „Wertekriterienkatalog“. Wer mit diesem mitgehen könne, sei „potenzieller Gesprächspartner“. Man habe sich damit von der „Vranitzky-Doktrin“ (der ehemalige SPÖ-Bundeskanzler Franz Vranitzky hatte eine politische Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen prinzipiell ausgeschlossen, Anm.) verabschiedet, räumte sie ein.

Der Landesgeschäftsführer der Tiroler SPÖ, LAbg. Georg Dornauer, zeigte sich in Hinblick auf die Nationalratswahl und das gute Abschneiden der Partei zuversichtlich. Thematisch steht unter anderem die „Unterstützung von Menschen mit geringerem Einkommen“ im Zentrum, wie es der Listen-Zweitplatzierte Christian Kovacevic formulierte. Drittplatzierte Gabriele Schiffer forderte hingegen die „Ehe für alle“, während sich Abg. Max Unterrainer, der keinen vorderen Listenplatz mehr ergattern konnte und sich nun auf dem vierten Listenplatz findet, für eine Aufwertung der Lehrlingsausbildung einsetzen möchte.