Josef Mayr-Nusser selig gesprochen

Der Bozner Josef Mayr-Nusser ist am Samstag seliggesprochen worden. Er gilt als Südtiroler Leitfigur des Widerstands gegen das Nazi-Regime und als Märtyrer. Weil er 1944 den Eid auf die SS verweigerte, wurde er zum Tode verurteilt.

Der Bozner Josef Mayr-Nusser wurde von Kindheit an zum Glauben erzogen und war in der Religion tief verwurzelt. Er konnte es nicht mit seinem religiösen Gewissen vereinen, den Eid auf die SS zu leisten. Als er nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht zum Militär eingezogen wurde, nahm das Schicksal seinen tragischen Lauf.

Josef Mayr Nusser und seine Gattin

OTFW

Als er am 3. Oktober 1944 in Konitz den SS-Eid verweigerte, wurde er zum Tode verurteilt. Auf dem Weg in das Konzentrationslager Dachau starb er am 24. Februar 1945 bei Erlangen in einem Viehwaggon an den Folgen der Haft. Josef Mayr-Nusser wurde nur 35 Jahre alt und hinterließ eine Frau und einen kleinen Sohn.

Gottesdienst im Bozner Dom

Der feierliche Gottesdienst für die Seligsprechung von Josef Mayr-Nusser begann am Samstag um 10.00 Uhr im Bozner Dom. Der Messfeier stand Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse vor. Amato hob die Aktualität des Vorbilds Mayr-Nussers hervor, sich „den Götzen seiner Zeit entgegenzustellen“. Christen seien heute die am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft weltweit, so der Kardinal laut dem „Kathpress“ vorliegenden Predigtskript.

Das Christentum sei Hass, Verfolgung und Widerspruch ausgesetzt; das Evangelium werde verspottet, Gläubige ausgegrenzt und das christliche Auffassungen über Mann und Frau, Ehe, Leben und Tod lächerlich gemacht. Amato sprach von einer „tödlichen Umzingelung“. Personen wie Mayr-Nusser erinnerten hingegen an den „auch humanen Wert der christlichen Tugenden“.

Gedenktag am 3. Oktober

Papst Franziskus nannte Mayr-Nusser in einer schriftlichen Würdigung, aus der Amato zitierte, einen „Laien, Familienvater, Gläubigen, der getreu dem Taufversprechen allein Christus als seinen Herrn anerkannte und dessen Zeuge er bis zur Hingabe seines Lebens war“.

Der Gedenktag für Mayr-Nusser soll künftig der 3. Oktober sein, der Jahrestag seiner Eidesverweigerung.