Riesige Lawinenverbauung am Arlberg fertig

Eine der größten Lawinenverbauungen Tirols wird in diesen Tagen in St. Anton am Arlberg fertiggestellt. Anlass für die Verbauung war eine verheerende Lawine im Jahr 1988, die den Ortsteile Nasserein verschüttete, sieben Menschen tötete und 23 verletzte.

Der Bürgermeister von St. Anton, Helmut Mall, erinnert sich an die Katastrophe. Die Lawine sei um 7.00 Uhr abgegangen. Sofort sei Großalarm ausgelöst worden aber man habe noch gar nicht genau gewusst, was passiert sei, weil sie so riesig gewesen sei. 30 Häuser seien beschädigt worden, einige komplett weggerissen.

Teilweise von Lawine verschütteter Ortsteil Nasserein

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Die Lawinenkatastrophe 1988

Zuerst mussten Straßen gebaut werden

Das Lawinenunglück war Anlass für eine der umfangreichsten Lawinenschutzmaßnahmen in Tirol. Kilometerlange Stahlschneebrücken mussten an steilsten Hängen im Hochgebirge errichtet werden. Das war eine Herausforderung für die Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, sagt Gebhard Walter, der stellvertretende Leiter von „Die Wildbach Tirol“. Man befinde sich in großer Höhe, wo sich das Wetter schnell ändern könne. Zuerst habe man Aufschließungswege errichten müssen, um mit Gerät und Material hochkommen zu können.

Lawinenverbauung

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Verbauungen mit gigantischem Ausmaß

Ergänzende Aufforstung

Neben den technischen Maßnahmen wurde auch auf Auffangdämme und grüne Mauern gesetzt, Im Schutz der Verbauungen soll sich Wald ausbreiten. Es seien Bäume gepflanzt worden, sagt Walter. Es werde zwar Jahrzehnte dauern, bis diese Baumstrukturen wirkungsvoll seien, aber sie seien eine wirkungsvolle Schutzmaßnahme in Ergänzung zu den technischen Maßnahmen.

Aufforstung zwischen Lawinenverbauungen

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33 Kilometer Verbauung und 26 Jahre Bauzeit

26 Jahre haben die umfangreichen Baumaßnahmen gedauert. Die Kosten liegen bei 25 Millionen Euro, 13 Millionen übernimmt der Bund. Nun schützen insgesamt 33 Kilometer Lawinenverbauung, zahlreiche Steinschlagnetze und Schutzwald den Siedlungsraum von St. Anton. Diese Woche laufen noch letzte Arbeiten, dann ist das langjährige Mammutprojekt Lawinenschutz in St. Anton abgeschlossen.

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