Eltern und AK fordern Garantie für „Eule“

Die „Plattform Eltern Tirol“ und die Tiroler Arbeiterkammer haben das Land Tirol aufgefordert, die Finanzierung des Therapie- und Förderzentrums „Die Eule“ sicher zu stellen. Durch über 8.000 Unterschriften fühlen sie sich gestärkt.

Die „Eule“ ist ein Therapie-Zentrum für Kinder mit Entwicklungs- und Verhaltensstörung. Eltern und AK werfen der Sozialabteilung des Landes vor, das Zentrum zu ruinieren. Sie fordern, die Einrichtung sicherzustellen. Nach Tarifkürzungen seien Leistungen eingeschränkt worden.

8.068 Unterschriften

„In Unkenntnis der Sachlage wird hier ein gutes System ruiniert. Dabei gibt es zur Eule keine Alternative“, erklärte Tirols Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl am Montag bei einer Pressekonferenz mit Elternvertretern in Innsbruck. Das Therapiezentrum gehört der Tiroler Lebenshilfe und betreut derzeit rund 700 Kinder. 80 Mitarbeiter arbeiten für „Die Eule“.

Inzwischen habe man bereits mehr als 8.000 Unterschriften für den Fortbestand der „Eule“ sammeln können, hieß es.

Arbeiten an „großer Lösung“

Aus dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreter und Soziallandesrat Gerhard Reheis (SPÖ) teilte man der APA mit, dass man derzeit an einer „großen Lösung“ arbeite, wie in Tirol künftig Therapieleistungen für Kinder mit Beeinträchtigungen angeboten und finanziert werden sollen. Zudem habe man dem Therapiezentrum ohnehin bereits ein „Rettungsangebot“ gemacht, das eine Anhebung der Tarife von 44 auf 52 Euro pro Therapiestunde vorsehe.

Leistungskürzung beeinträchtigt Kinder

Doch Elternplattform und AK argumentierten, dass auch mit 52 Euro nicht kostendeckend agiert werden könne. „Wir fordern mindestens 70 Euro, damit wir wieder so effektiv arbeiten können wie bis Ende 2011“, sagte Juliana Wallner, eine Sprecherin der Plattform und betroffene Mutter. Das Land müsse sich mit der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) an einen Tisch setzen und schauen, wie man das Therapiezentrum künftig finanzieren könne.

„In anderen Bundesländern können Land und Krankenkasse solche Zentren gemeinsam finanzieren. Warum nicht in Tirol?“, kritisierte die Sprecherin. Durch das Auslaufen der Verträge und das Streichen vieler Leistungen in der Vergangenheit würden die Kinder in ihrer Entwicklung stehen bleiben oder zurückfallen.

Rechnungshof kritisierte hohe Tarife bei „Eule“

Die Arbeiterkammer bemängelte, dass das Land anstatt die „vorhandene, funktionierende Einrichtung“ zu nützen, weiter darauf beharre, eigene Strukturen mit sogenannten „Abklärungszentren“ aufzubauen. Dabei sei „Die Eule“ die einzige Einrichtung, in der Kinder mit Mehrfachdiagnosen in nahezu allen Bezirken Tirols betreut werden können.

Im November 2012 hatte das Land Tirol laut AK die Tarife pro Therapie auf Anregung des Landesrechnungshofes von 55 auf 44 Euro gesenkt. Dies sei mit der Anpassung an die Tarife der niedergelassenen Therapeuten begründet worden - mehr dazu in Bevorzugung von Therapien bei „Eule“ beendet.