Auswirkungen nach Volksbank-Rettung?

Volksbank-Kunden würden nach der Teilverstaatlichung der ÖVAG (Österreichische Volksbanken AG) nichts merken, stellt der Sprecher der Tiroler Banken, Gerhard Schwaiger, fest. Ein Experte rechnet aber vor, was Bankenrettungen die Kunden kosten.

Das Spitzeninstitut der Volksbanken (ÖVAG) wurde am Montag teilverstaatlicht, um eine Pleite der Bank zu verhindern. Auch die regionalen Volksbanken - sie waren zu 60 Prozent an der ÖVAG beteiligt - müssen bei der Bankenrettung mitzahlen. Mehr dazu in: Staat muss wieder einspringen

Volksbank in Tirol:

In Tirol gibt es vier Volksbanken mit insgesamt 46 Filialen. 650 Mitarbeiter arbeiten dort. Die Tiroler Volksbanken haben 130.000 Privat- und Firmenkunden.

Etwa 30 Millionen aus Tirol

Insgesamt müssen die regionalen Volksbanken 230 Millionen Euro zur Kapitalaufstockung beitragen. Der Tiroler Anteil bei der Kapitalaufstockung werde bei etwa 30 Millionen Euro liegen, schätzt Gerhard Schwaiger, Sprecher der Tiroler Banken und selbst Direktor der Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz. Damit sei der Anteil relativ hoch im Vergleich zu anderen, sagt Schwaiger. Details müssten noch verhandelt werden.

Schwaiger hält fest, dass sich die Volksbankkunden mit dieser Lösung keine Sorgen um Spareinlagen, Volksbanken-Anleihen und Garantiezertifikate machen müssten. Und über eventuelle Auswirkungen sagt er: „Die Kunden werden nichts merken.“ Durch die Teilverstaatlichung sei die Stabilität der ÖVAG wieder hergestellt.

„Alle müssen zahlen“

Dass es für die Sparer keine direkten Auswirkungen gebe, räumt auch der Leiter des Instituts für Banken und Finanzen an der Uni Innsbruck, Jürgen Huber, ein. Aber der Experte sagt auch klar, dass die Volksbanken mittelfristig sparen müssten. Das könne sich so auswirken, dass vielleicht weniger Zinsen bezahlt würden, man höhere Einnahmen mache oder man vielleicht bei Serviceleistungen sparen müsse, damit eine tragfähige Lösung erreicht werde.

Insgesamt müssten aber auf Umwegen nicht nur die Volksbankkunden für die Teilverstaatlichung zahlen. Huber rechnet vor, dass durch die Erhöhung der Bankenabgabe durch den aktuellen Fall alle Österreicher mitzahlen müssten. Umgerechnet sei das etwa im Durchschnitt pro Person ein Betrag von 25 Euro im Jahr. Volksbankkunden könnten laut Huber auf Umwegen etwa 100 Euro zahlen. Im Vergleich zur Hypo Tirol sei das wenig, sagt Huber. Diese Bankenrettung hätte einen Tiroler Haushalt umgerechnet mit 1.250 belastet.

Reingard Diermayr, tirol.ORF.at