Nach heftiger Kritik rudert Mair zurück

Die Rücktrittsaufforderung des Grünen Landtagsabgeordneten Gebi Mair in Richtung der Bundesprecherin Eva Glawischnig sorgt am Freitag für innerparteilichen Wirbel. Seitens der Parteispitze distanziert man sich von den Aussagen Mairs. Dieser fühlt sich missverstanden.

Gebi Mair

Grüne

Gebi Mair hat sich mit seiner Kritik offenbar zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Die Kritik Mairs an seiner Bundessprecherin war offenbar alles andere als parteiintern abgesprochen. Und schon gar nicht wollen sich Georg Willi und die Grüne Landessprecherin Ingrid Felipe der Rücktrittsforderung anschließen, wie sie in einer schriftlichen Stellungnahme bekannt geben: „Als Landessprecherin bin ich sehr verwundert über die Kritik von Gebi Mair an Bundessprecherin Eva Glawischnig. Eva Glawischnig ist eine inhaltlich äußerst kompetente Bundessprecherin für die Grünen. Bei Diskussionsbedarf greife ich zum Telefon und erlebe eine professionelle, lösungsorientierte und offene Zusammenarbeit mit ihr. Ich distanziere mich von Mairs Aussagen und von dieser Art, Politik zu machen.“

Für mehr als entbehrlich hält Klubobmann Willi die Äußerungen seines Parteikollegen. Er erwarte sich, „dass nicht über Positionen in einem zukünftigen Grünen Klub spekuliert wird." Mair solle sich auf seine Arbeit als Aufdecker von Missständen konzentrieren und sich nicht auf Kosten anderer persönlich profilieren.

Kritik auch vom Bundesgeschäftsführer

Der grüne Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner hat sich verwundert über die Kritik seines Tiroler Parteikollegen Gebi Mair an Bundessprecherin Eva Glawischnig gezeigt. Wallner verwies auf positive Rückmeldungen aus den Ländern, was inhaltliche Debatten, Schwerpunktsetzungen und Kampagnen betreffe. Auch Mair habe sich dazu bisher nicht kritisch geäußert. Eine „Kopfwäsche“ für den aufmüpfigen Tiroler schloss Wallner aus. „Ich bin Bundesgeschäftsführer und nicht Friseur.“

Mair fühlt sich missverstanden

Am Freitagnachmittag meldete sich Mair selbst zu Wort und ist um Aufklärung bemüht. Er habe nicht die Ablöse von Bundessprecherin Eva Glawischnig gefordert, sondern sich „frisch von der Leber weg“ für eine starke Position des Tiroler Klubchefs Georg Willi auf Bundesebene ausgesprochen, wird er in der APA zitiert.

„Es geht nicht darum, die Eva anzuzählen“, so Mair, der durchaus Verständnis für die Unterstützer der Bundessprecherin zeigte. Dennoch wolle er darauf hinweisen, dass „neben und mit Glawischnig“ auch andere in der Auslage stehen sollten, um die Grünen breiter zu positionieren. Willi habe das Potenzial den Nationalratsklub zu führen, zeigte sich Mair überzeugt.

Grüne für ÖVP „so kein Partner“

Die Unstimmigkeiten innerhalb der Tiroler Grünen bleiben am Freitag nicht unkommentiert. VP-Klubobmann Josef Geisler ortet einen internen Machtkampf innerhalb des grünen Klubs. Das Bemühen um Zukunftsthemen für das Land bliebe deshalb auf der Strecke. „Seriöse Politik für Tirol ist mit den Grünen nicht zu machen“, betont Geisler in einer Aussendung.

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