Grippeimpfung - Pro und Contra
Bei den Apotheken wird mit Sorge eine Impfmüdigkeit registriert. Nur 8,7 Prozent, so wenige wie noch nie, haben sich laut Apothekerkammer in der vergangenen Saison impfen lassen.

ORF
Bevölkerung ist verunsichert
Der Innsbrucker Apotheker Georg Schischkow erklärt sich den Rückgang mit einer diffusen Angst in der Bevölkerung: „Viele glauben, dass durch eine Impfung die Symptome schlimmer werden könnten. Es gibt auch das Vorurteil, dass man sich während der Inkubationszeit nicht impfen lassen soll.“
Dazu komme, so der Apotheker, dass bei der Vogel- und Schweinegrippe Werbung für verschiedene Produkte gemacht wurde, welche gar nichts gebracht hätten. Schischkow ist überzeugt davon, dass die Grippeschutzimpfung vor dem Grippevirus schützt. Vor Husten oder Schnupfen ist man damit aber nicht gefeit: „Die echte Grippe wird verhindert, nicht aber der grippale Infekt.“
Bei chronischen Krankheiten
Sinn mache eine Impfung laut Günter Weiss, dem Leiter der Klinischen Infektiologie der Klinik Innsbruck, bei allen chronisch Kranken und bei Patienten, die Medikamente nehmen, welche die Effektivität des Immunsystems unterdrücken würden. Aber auch bei älteren Patienten, denn diese seien häufiger von Komplikationen betroffen: „Bei völlig gesunden Menschen ist mit keinen Komplikationen zu rechnen. Hier besteht das Problem einzig darin, dass man für zwei Wochen aus dem Verkehr gezogen wird“, so der Arzt.
Publiziert am 22.10.2011

