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Gartentipp Anlage und Pflege von Rasenflächen
Erwin Seidemann gibt detaillierte Tipps zum Anlegen und zur Pflege eines Rasens. Rasen werden aus verschiedensten Gründen angelegt. Demnach gibt es auch Unterschiede bei Anlage und Pflege.
Unterscheidung nach Nutzungstypen
1) Allzweckrasen(Universalrasen): Dieser wird für „normalen“ Boden ohne Staunässe und Schatten verwendet. Die Bodenvorbereitung ist normal. Es sind keine besonderen Nährstoffbedürfnisse vorhanden. Es wird aber keine einheitliche Form und Farbe dabei erreicht.

2) Spielrasen: Dieser sollte besonders strapazfähig sein. Er ist dicht, eher struppig, robust und meistert Trockenheit problemlos. Die Bodenvorbereitung ist wichtig. Humoser Boden ist besser als schwere Lehmerde. Auf diesen schwindet die Strapazierfähigkeit. Nährstoffbedarf ist relativ hoch.

3) Landschaftsrasen: Anpassungsfähigkeit ist angesagt. Er hat keine optische Konstanz und ist unregelmäßig. Nährstoffbedarf gering. Farbe uneinheitlich. Er ist ein Universalrasen für große Flächen.

4) Schattenrasen: Haltbarkeit und Anpassungsfähigkeit über Jahre hin eher begrenzt. Eigene Mischungen trotzen dem Moos etwas, setzen sich nur bei konsequenter Pflege durch.

5) Regenerationsrasen: hat die Eigenschaft, Kahlstellen rasch zu schließen und zeichnet sich durch raschen Wuchs aus. Unbedingt die Ursachen erforschen, warum Kahlstellen auftreten.

6) Zierrasen: Pflege- Wasser- und Nährstoffbedarf sehr hoch ! Rasenarten eher feinlaubig. Anspruchsvoll.

7) Andere Arten: Flugplatzrasen, Golfrasen, Sportplatzrasen, Skipistenrasen....
Rasengräser
Es gibt Horstbildner, kurz und lang Ausläuferbildende. Rispengräser sind z.B. Horstbildner. Das sind jene, die als erstes keimen und die Fläche gleich grün erscheinen lassen. Schwingel bilden hingegen Ausläufer und machen den "Unterbau der Fläche" aus. Auf die Mischung kommt es an.
Anlegen von Rasenflächen
Die günstigste Zeit ist bei mildem Wetter mit gelegentlichen Regenperioden, also im Frühjahr oder Spätsommer. Prinzipiell ist es das ganze Jahr möglich, die Trockenheit im restlichen Jahr setzt dem Samen aber zu. Frost macht nichts aus, er verzögert nur die Keimung, verhindert diese aber nicht.

Bodenvorbereitung: Bei schweren, lehmigen Böden ist in jedem Fall Sand miteinzuarbeiten, auch sollte der Boden erdfeucht, aber ja nicht nass sein. Obwohl Rasen nur 10 cm tief wurzelt, sollte darauf geachtet werden, daß der Boden tiefer gelockert wird (spatentief), um Staunässe zu vermeiden. Torf, Kompost, Rasenerde und Sand sind Bodenverbesserer, die untergeordnet und je nach Einsatz eine gewisse Rolle spielen. Der Boden gehört nach der Lockerung gefräst, bestehende Unkräuter miteingebaut. Wurzeln, Steine, Äste entfernen! Dann wird feinplaniert, eingesät, gedüngt und gewalzt. Durch das Walzen wird der Samen etwa 1 cm in den Boden gedrückt. Bei kleineren Flächen kann auch mit dem Holzrechen leicht eingeharkt werden.

Gutes Wässern in den ersten beiden Wochen ist unerläßlich und läßt die Keimung regelmäßig erfolgen. Kahlstellen werden nach dieser Zeit durch Nachsaat behoben. Nicht hineintreten während der Keimphase.

1. Schnitt: sollte erfolgen, wenn das Gras 6-8 cm hoch ist, dann auf 4 cm zurückschneiden. Rasenmäher erst beim 2. Schnitt verwenden, wenn die Fläche bereits begehbar ist.
"Rollrasen" (Fertigrasen)
Dies ist eine rasche, wenn auch nicht preiswerte Alternative zur Aussaat. Der Rasen wird im gemähten Zustand in Rollen zu 1 m2 auf Paletten geliefert und kann dann wie ein Teppich aufgerollt werden.

Die Bodenvorbereitung ist dieselbe intensive wie bei einem Zierrasen, Sandunterstreu ist ratsam. Die Rasensoden sollten beim Auflegen dicht anstoßen, dann im Anschluß längs und diagonal gewalzt werden. Wasser, Wasser, Wasser. Wenn die Halme 6 cm hoch sind, wird die Fläche erstmals gemäht. Der Preis liegt pro m2: verlegt ca. 11 Euro, nicht verlegt ca. 6 Euro, wobei der Transport den Großteil des Preises ausmacht.
Zwiebelblumen im Rasen
Im streng gepflegten Rasen ist dies unmöglich. Die Zwiebelblumen müssen die Möglichkeit haben, abgestimmt auf ihren eigenen Rhythmus, wurzeln, blühen und wieder einziehen können. Wenn sie dabei gestört werden, blühen sie nur einmal, oder im darauffolgenden Jahr nur spärlich. Beispiele sind: Krokus, Schneeglöckchen, Blaustern, Wildtulpen, Narzissen und Traubenhyazinthen.
Die Pflege
Das Wichtigste ist Der Schnitt. Die Hauptwachstumsperiode ist zweifellos das Frühjahr, wo der Rasen all seine Substanz hineinsteckt. Dabei sollte ab April wöchentlich einmal und das bei trockener Witterung geschnitten werden. Klar, dass öfter geschnitten werden muß, je vitaler die Fläche gehalten wird. D.h., je intensiver gedüngt, bewässert und gemäht wird, desto schöner, dichter, moos- und unkrautfreier ist der Rasen. Ein gesunder Zierrasen wird 20-40 x pro Jahr gemäht, eine Liegewiese oder ein Parkrasen dagegen nur 10-15 x pro Jahr.

Je tiefer man mäht, desto stärker wachsen Moose und Unkräuter nach. Je höher man das Gras werden läßt, desto schwächer ist die Fläche strapazierbar und desto löchriger wird der Bestand.

Die ideale Schnitthöhe ist von Haus aus 5 cm. Dann sollte man das Gras max 8 cm hoch werden lassen und dann wieder mähen. Empfohlen werden in letzter Zeit immer mehr sogenannte Mulchmäher, die das Gras ganz fein schneiden und wo es sich dazwischen sammelt und rasch verrottet. So gibt das Gras dem Boden und der lebenden Pflanze das zurück, was man bei der Mahd entfernt und entnimmt.
Mähgeräte
Sichelmäher: Sind die am häufigsten verwendeten Mähgeräte. Ein zweischneidiges Schwert dreht sich und schneidet die Halme gerade ab. Bei ungeschliffenen Messern rupft der Mäher, was negativ ist.

Spindelmäher: Sind rotierende Walzen, die wartungsintensiv, für den Rasen aber die angenehmsten sind.

Balkenmäher: Sind fein für große Flächen mit hohem Gras, auch im Gelände. Motorsensen: Die händische wird heutzutage vielerorts von der motorbetriebenen ersetzt. Sie sind sehr gut für Randbereiche geeignet.

Trimmer: Sind gut für Rasenkanten und sauberen Endschnitt.
Vertikutieren
Vertikutiert wird meistens in Zierrasenflächen im Hausgartenbereich. Rotierende Messer sind auf einer Walze befestigt und schlitzen die Oberfläche auf. So reißt man den Filz, das Unkraut und das Moos aus und bringt gleichzeitig Luft zu den Wurzeln. Gleichzeitig sollte man die Fläche düngen, weil zu dem Zeitpunkt der Dünger sofort zu den Wurzeln gelangt.

Die Fläche sollte gut abgetrocknet und gemäht sein. Prinzipiell vertikutiert man im Frühjahr ab März in Tallagen, ab April in höheren Lagen. Man kann dies aber 2-3x im Jahr wiederholen, je nach Beanspruchung der Fläche. Nachsaat ist empfehlenswert, Sandeinstreuung bei schweren Böden ebenso.
Düngung
Kalk ist ein Mal pro Jahr wichtig und empfehlenswert, besonders zur Stärkung der Grasnarbe. Aber nur bei leicht sauren Böden mit pH-Wert unter 6,5.

Kompost Ist ein Düngemittel und sollte als solches auch angewendet werden. Verbrennungen sind kaum möglich, aber Vorsicht vor Unkrautsamen, die dann leicht keimen können!
Rasendünger
Alle Rasendünger sind speziell angepasst an die Bedingungen, die das Gras benötigt. Mehr Stickstoff, weniger Kalium und ausgewogene Anteile an Phosphor und Magnesium.

Speziell Phosphor in Form von Thomasmehl erhöht die Austriebskraft im Frühling, wenn im Herbst gedüngt wurde. Stickstoff ist hingegen der Hauptnährstoff und sollte in Form des Rasendüngers mehrmals jährlich verabreicht werden. Dauerdünger können sehr hilfreich sein, um Zeiten, in denen die Rasenfläche stark beansprucht wird, zu überbrücken.

Mineralische und organische Dünger sollten hauptsächlich bei Zierrasenflächen eingesetzt werden, bei anderen Flächen erübrigt sich eine Düngung meistens. Hier erledigen Mikroorganismen im Boden die Düngearbeit des Menschen meistens. Gerade im Frühjahr ist ein guter Start das Wichtigste. Naturalissimo Rasendünger Start bietet eine gute Grundversorgung für einen guten Monat. Danach Naturalissimo Rasendünger Aktiv versorgt über 2-3 Monate (je nach Witterung) und sollte ab Mai eingesetzt werden, eine Wiederholung sollte im Juli stattfinden. Pflanzenstärkungsmittel wie Aktivissimo Wurzel(besonders im Frühjahr wichtig für den gerechten Wurzelaufbau) und Aktivissimo Blatt als Blattstärker 2-3 Mal pro Jahr, beginnend ab April verleihen dem Rasen ein sattgrünes und gesundes Aussehen!
Moos und Unkraut im Rasen
Dies kommt nur dann vor, wenn die Wachstumsbedingungen für einen Rasen nicht stimmen. D.h., wenn es zu feucht, zu schattig und zu nährstoffarm ist. Außerdem fördert zu tiefe Mahd das Mooswachstum. Wenn der Rasen gut in Schuß ist und vital wirkt, hat Moos fast keine Chance. Eisensulfat ist als Moosvernichter bekannt, ist in allen herkömmlichen Produkten vorhanden(Dünger+Moosvernichter), hilft aber dann optimal, wenn die anderen negativen Bedingungen verändert werden können.

Sandeinstreu ist auch ein gutes Gegenmittel. Besser als eine kahle Fläche ist aber immer noch eine moosige! Und Unkraut wächst auch nur dort, wo die Bedingungen für selbiges besser sind als diese für den Rasen. Mechanische Gegenwehr (mit Vertikutierern) hilft immer noch besser als eine Spritzung mit Herbizid, welches nur durch genaue Anwendung erfolgreich sein kann. Unkraut(auch der hartnäckige Klee) verschwindet durch sehr häufiges Mähen und Vertikutieren. Aber auch die Düngung ist ein entscheidender Faktor.
Wühlmäuse und Maulwürfe
Sie sind lästige Begleiter, die schwer zu verscheuchen sind. Am besten sind Fallen, die in die Bohrlöcher eingesetzt werden, aber nur mit Handschuhen, da sie Menschen erriechen können. Das beste Gegenmittel sind die eigenen Jäger wie Hunde und Katzen bzw. starke Nutzungen der Flächen durch den Menschen. Ameisen Sind besonders auf sandigen Böden anzutreffen. Am besten helfen häufiges Wässern und Ameisenköderfallen.