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Anlage und Pflege eines Moorbeetes
Das Moorbeet ist ein von der Natur her gesehen unnatürlicher Teil unserer Gärten, der letztendlich nur nachempfunden wird. Moore sind auf der ganzen Welt zu finden, vornehmlich jedoch in Norddeutschland, Nordeuropa, Russland, Baltikum, Japan, China und in Übersee in Kanada. Also eher in kälteren Gebieten, was den Winter betrifft. Nicht aber nur in kälteren, auch in boden-und luftfeuchteren Gebieten.
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Typische Moorpflanzen
Moore entstehen in Jahrtausenden unabhängig vom Grundwasserstand auf sogenannten Glocken. Für sie typische Pflanzengesellschaften wie Moose, Schachtelhalme, Seggen in Verbindung mit Bäumen wie Birken oder Pappeln lassen in einem sehr feuchten Klima "sauren" Boden entstehen, den wir dann Torf nennen. Und dieser Torf kann dann in einem bestimmten Verfahren abgebaut und verwendet werden. Natürlich wird da schon lange kein Raubbau mehr betrieben, sondern die Moore werden sofort rekultiviert (wiedervernässt). Und diese Moorerde kann mit anderen Zutaten noch für eine Moorbeetanlage bei uns verwendet werden.
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Typische Moorbeetpflanzen
Als erstes ist der Rhododendron zu nennen, der in vielen Arten verwendbar die Leitpflanze dieses Beetes ausmacht. Strauch- und Zwergrhodo's, aber auch Azaleen in immergrüner und laubabwerfender Form gehören einfach dazu und sind nicht wegzudenken. Weiters ist die Erika(Heiderich) dazuzuzählen, wenn gleich die Erika im Vergleich zum Rhododendron mehr Sonne verlangt und nur im Vordergrund pflanzbar ist, wo mehr Licht hingelangt.
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Auch die bei uns leider nicht voll winterharten Camellien gehören zu den Moorbeetpflanzen. Sie blühen herrlich im März/April, müssen aber im Winter an einen frostfreien Platz im Haus. Eine nicht so bekannte Gattung ist Pieris, die Lavendelheide, die windgeschützte Standorte bevorzugt, dann aber im Frühjahr mit ihren weißen, glöckchenartigen Blüten wunderbar blüht und genauso wie der Rhododendron immergrün ist. Interessant sind die sortenweise bedingten rötlichen Blattverfärbungen. |
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Farne und Skimmia
Ebenfalls ein interessanter Zwergstrauch ist die Skimmia, die ebenfalls immergrün ist und weiß blüht, hier aber mit aufrechten Rispen, ähnlich einem Fliederbusch. Sie wird allerdings bei uns nur 80 cm hoch und breit und braucht nicht so sehr den Windschutz.
Ebenfalls im Moorbeet sind viele Farnarten in besten Gesellschaft. Sie benötigen ebenfalls lichten bis tiefen Schatten und tiefgründigen, leicht sauren Boden. Auch zu den Begleitern können Hortensien gezählt werden, allerdings nicht alle Arten. Sie benötigen ebenso saureren Boden und viel Humus.
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Hochblüte im Mai
Die Hochblüte des Moorbeetes ist der Frühling, speziell im Mai. Außerhalb dieser Zeit gehört etwas Geschick in der Pflanzenwahl dazu, damit es in den anderen Zeiten, z.B. im Spätsommer auch noch fest blüht.
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Anlage eines Moorbeets
Das Moorbeet sollte im lichten Schatten von Bäumen oder eines Hauses stehen. Zu beachten ist, dass wenn im Herbst das Laub von den Bäumen fällt, die Wintersonne auf diese meist immergrünen Gewächse fällt und feste Schäden entstehen können. Ebenso windgeschützte Lagen sind zu bevorzugen.
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Einfassungen oder Folie
Hat man diesen Platz im Garten gefunden und ist vom Zauber dieser Pflanzen so fasziniert, dass man sich dieses Moorbeet gestalten will, so muss man eine Reihe von Dingen beachten. Vorteilhaft wäre es, wenn man die ausgehobene Pflanzgrube mit einer wasserdurchlässigen Folie auskleiden würde, damit man unabhängig von den Umgebungsbereichen ist. Dies ist aber nicht zwingend notwendig, wenn man von Haus aus Einfassungen hat.
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Zweige und Moorbeeterde
Die Pflanzgrube sollte mindestens 40 cm tief sein. Hier gibt man dann Geäst, Fichten- und Föhrenzweige bzw. Walderde hinein. Dann verbessert man oberschichtig mit Moorbeeterde, welche beim Gärtner in Säcken erhältlich ist. Reiner Torf empfiehlt sich nur in kleineren Anteilen, weil er niemals austrocknen darf, da er sonst nur schwer wieder feucht werden kann. Rindenanteile sind ebenso geeignet wie ein kleiner Prozentsatz kalkfreier Sand. Das Ganze sollte dann gut vermengt werden, wenngleich die groben Äste unten bleiben sollten. |
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Dann sollte man sich die Pflanzen aufstellen und Ordnung schaffen. Hierbei unbedingt den Fachmann zu Rate ziehen, da meist zu eng, aber auch oft zu weit gepflanzt wird. Diese Pflanzen haben eine langsamere Entwicklungszeit und brauchen höhere Luft- und Bodenfeuchtigkeit. Sie sollten sich teilweise schon etwas berühren, um diese Bedingungen zu ermöglichen, d.h. durch dichteren Bewuchs diese Zonen zu schaffen.
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Pflege:
Es sollte jährlich frische Moorbeeterde aufgetragen werden, da immer wieder Teile der unteren Schichten verrotten. Man muss im Sommer an heißen Tagen unbedingt gut wässern, wenn möglich mit kalkarmen Wasser, sogar Regenwasser. Kalk ist der Feind dieser Anlage und kann die den Erfolg entscheidend mindern. Verblühte Teile sind nach der Blüte zu entfernen, um Fruchtbildung zu verhindern. Schnitt ist nur teilweise nötig, vor allem, wenn die bodendeckenden Gewächse zu stark wachsen.
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Düngung
Die Düngung mehrmals jährlich mit dem dafür geeigneten Dünger(Rhododendrondünger) ist unbedingt nötig, sogar die zusätzliche Unterstützung mit einem Eisendünger ist notwendig. |
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Ansonsten sind Moorbeete dankbare Plätze an Orten, wo Steingärten, Rosen und andere Beete nicht anzulegen sind. Natürlich sind Moorbeete aufwendig in Vorbereitung und auch Investition, dafür aber umso schöner, wenn sie dann blühen. Daher unbedingt jetzt sich Gedanken machen und anlegen, dann blüht es im Mai bereits in seiner ganzen Üppigkeit.
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