Autoreisen mit Tieren

Die meisten Hunde lieben es, mit ihrer Familie im Auto oder im Wohnmobil unterwegs zu sein. Ferien sind für sie besonders herrlich, weil alle immer Zeit für sie haben. Die Zweibeiner müssen freilich einige Vorbereitungen treffen, damit der Urlaub eine stressfreie Erholung wird.

Alle Reiseländer verlangen einen gültigen EU-Heimtierausweis, in dem die notwendigen Impfungen wie die gegen Tollwut eingetragen sind. Ebenfalls Pflicht ist bei Reisen mit Tieren die Kennzeichnung mit einem Mikrochip. Damit wird das Tier in der Heimtierdatenbank registriert. In Österreich ist der Chip bei Hunden ohnehin Pflicht, wer mit seiner Katze oder seinem Kaninchen ins Ausland verreisen will, braucht aber ebenfalls diese Registrierung.

Bub und Hund mit Wasser bespritzt
APA
Die Ferien mit dem eigenen Hund genießen - was kann es Schöneres geben?

Sicher im Auto unterwegs

Natürlich fahren Hunde am liebsten mit der Nase aus dem Fenster und auf dem Schoß von Frauchen in der ersten Reihe. Das entspricht nur leider nicht den Bestimmungen, die vor allem Italien und Österreich vorschreiben.

Ein wichtiger Punkt bei Reisen ist die sichere Verwahrung des Vierbeiners im Auto oder im Wohnmobil, sagt Cordula Hörhager vom ÖAMTC Tirol. „Grundsätzlich ist vorgeschrieben, dass das Tier zu keinem Zeitpunkt andere Personen im Fahrzeug oder sich selbst gefährden darf“. Ungesichert im Auto mit zu fahren, kann für alle Beteiligten bei einer Vollbremsung oder einem Unfall fatal enden. Es passiert immer wieder, dass ein Hund wie ein Geschoss die Windschutzscheibe durchschlägt.

Hund auf dem Beifahrersitz
Tierarztpraxis am Kasbach, Jenbach
Auch wenn der Hund am liebsten so reisen würde: Der Vierbeiner muss im Auto gesichert sein.

Crash-Tests des ÖAMTC haben gezeigt, dass nur stabile Transportboxen das Tier und die Personen im Fahrzeug ausreichend schützen. Dabei muss die Box im Kofferraum eigens verankert sein. Katzenkisten auf den Rücksitzen haben sich bei den Tests in ihre Bestandteile aufgelöst.

„Andere Sicherungssysteme wie etwa Gurte und breite Brustgeschirre für Hunde haben sich im Ernstfall als nur bedingt tauglich erwiesen,“ sagt Cordula Hörhager vom ÖAMTC. Durch den Spielraum ist die Fahrt für den Hund ohne Zweifel angenehmer als in der Box, es hat sich aber gezeigt, dass Hunde gegen die Vordersitze geschleudert wurden und sich und die Personen im Auto schwer verletzt haben.

Crashtest mit Hundedummy
ÖAMTC
Crashtests des ÖAMTC haben gezeigt, dass Hunde mit Gurtsystemen am Rücksitz nicht ausreichend gesichert sind.

Gitter zwischen Kofferraum und Rücksitz des Fahrzeugs können die Personen im Auto schützen, verhindern aber nicht, dass das Tier herumgeschleudert und dabei schwer verletzt wird.

Hitze vermeiden und viele Pausen einlegen

Die Transportbox im Auto ist also die sicherste, für das Tier aber nicht die angenehmste Art zu reisen. Bei der Fahrt darf nicht vergessen werden, dass es in der engen Metall- oder Plastikbox noch heißer wird, als im Rest des Fahrzeugs. Die größte Gefahr für Tiere im Auto ist nicht ein Unfall, sondern die Hitze! Wer keine Klimaanlage im Fahrzeug hat, sollte an warmen Tagen ausschließlich die kühlen Stunden zum Fahren nutzen.

Weil vor allem große Hunde sich in den Transportboxen kaum bewegen können, müssen viele Pausen zum Strecken und Beine vertreten eingelegt werden. Das schadet aber den Zweibeinern ebenfalls nicht und sorgt für eine entspannte und konzentrierte Weiterfahrt.

Bestimmungen in den Reiseländern beachten

In einigen Ländern gelten zusätzliche Vorgaben, zum Beispiel bei Reisen in die Schweiz, sagt Cordula Hörhager vom ÖAMTC. Hier müssen bei der Einreise Tiere beim Zoll gemeldet werden. Andere Länder wie etwa Norwegen, Finnland, Irland oder Großbritannien verlangen den Nachweis einer Behandlung gegen Bandwürmer.

Einfuhrverbote für bestimmte Rassen

Einige Länder wie z.B. Deutschland, Großbritannien, Irland und Kroatien haben strenge Auflagen für die Einreise von bestimmten Hunderassen, den sogenannten Kampfhunden. Teilweise gibt es sogar Einfuhrverbote. Martin Eder vom ÖAMTC rät, sich vor der Abreise nach den aktuellen Bestimmungen aller Durchreiseländer zu erkundigen.

Hund und Frau baden im See
dpa/Wulff Pfeiffer
Im Urlaub kommen Wasserratten auf ihre Kosten. Ob der Hund mit in den See oder an den Strand darf muss aber vorher geklärt werden.

Das geeignete Urlaubsdomizil

Grundsätzlich erfordert das Reisen mit Tieren eine noch genauere Planung als sonst. Denn nicht überall sind vor allem Hunde willkommen. In vielen Urlaubshochburgen vor allem in Italien sind Hunde weder in Hotels, Restaurants noch in Sehenswürdigkeiten erlaubt. Viele Strände sind für die Vierbeiner gesperrt. Die gute Nachricht: In jedem Land gibt es ruhigere Regionen, in denen Hunde zumindest geduldet sind und auch am Strand oder am See herumtollen dürfen.

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
18. 6. 2016 ab 10.00 Uhr

Viele Reisende mit Hund bevorzugen ohnehin den Campingurlaub. In den meisten, aber nicht in allen Campingplätzen, sind Hunde erlaubt. Sie müssen aber immer angeleint sein und dürfen ihre Hinterlassenschaften nicht am Platz los werden. Außerdem wird für Hunde pro Nacht eine Gebühr in sehr unterschiedlicher Höhe verlangt.

Kater am Küchentisch
privat
"Fahrt ihr nur in den Urlaub, ich pass derweil auf die Küche auf.“ Katzen bleiben lieber daheim.

Daheim ist es am Schönsten

Hunde reisen in der Regel mit Begeisterung mit ihrer Familie. Von Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und anderen Heimtieren kann man das nicht behaupten. Sie bleiben am liebsten, wohl behütet von einem ihnen bereits bekannten Ersatz-Frauchen oder Herrchen, zu Hause in der gewohnten Umgebung.

Lydia Gallo Gau: tirol.ORF.at

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