Mit Hunden auf Skitour

Die Tirolerinnen und Tiroler gelten als leidenschaftliche Skitourengeher. Das gilt ganz oft auch für ihre Hunde. Mit einer guten Tourenplanung und genügend Rücksicht auf den vierbeinigen Sportsfreund steht einem wunderbaren gemeinsamen Erlebnis nichts im Wege.

Es gibt für Hunde nichts Schöneres als immer mit dabei zu sein. Und dann mit fliegenden Ohren auch noch im freien Gelände im Schnee. Wunderbar! So wie bei den zweibeinigen Tourengehern muss allerdings auch beim Hund die Kondition passen. Sonst werden Aufstieg und Abfahrt zur Qual. Stefan Hochstaffl ist Leiter der Lawinenhundestaffel der Tiroler Bergrettung. Er und sein Lawinenhund Sam sind selbst leidenschaftliche Skitourengeher. Stefan Hochstaffl rät deshalb, im Hochwinter mit kleineren und weniger anstrengenden Skitouren zu beginnen.

Mann mit Hund
privat
Stefan Hochstaffl mit Lawinenhund Sam - auch auf Skitour ein starkes Team

Pfotenschuhe und Sonnenbrille für den Hund

Aber auch die Ausrüstung für den Hund muss passen. Spezielle Hundeschuhe und Fettcremes wie Vaseline schützen die empfindlichen Pfoten. Wenn der Hund bei Harsch die Krallen braucht, um besseren Halt zu finden, sollte man allerdings darauf verzichten, rät Hochstaffl. Aber auch die Augen des Hundes sollten bei gleißendem Sonnenschein im Hochgebirge nicht vergessen werden. Vor allem bei der Rast am Gipfel, meist in der Mittagszeit, kann eine spezielle Hundebrille gute Dienste leisten. Allerdings sollte man den Hund schon möglichst früh daran gewöhnen. Und beim rasanten Bergablaufen nimmt man sie besser ab, damit sie nicht beschlägt oder verloren geht.

Skitour
privat
Boardermischling Gipsy auf dem Weg zum kleinen Beil in Alpbach

Anleinen im Wald

Bei Aufstiegen durch den Wald werden nur die wenigsten und sehr gut erzogenen Hunde ohne Leine auskommen. Dass sie sich von der Spur entfernen und im Wald Wild hetzen muss unbedingt unterbunden werden, sagt auch Hundefreund Stefan Hochstaffl. Durch den Wald sollte der Hund angeleint werden, oben im freien Gelände kann er dann ruhig frei laufen, findet der Lawinenhundeführer.

Vorsicht bei der Abfahrt

Der gefährlichste Teil für den Hund ist die Abfahrt. Hier müssen die Tourengeher den lässigen Pulverschnee unter Umständen zweitrangig behandeln, wenn sie mit ihrem Vierbeiner unterwegs sind. Der Hund sollte lernen, nicht direkt vor den Skiern zu laufen. Schnittverletzungen durch die scharfen Skikanten gehören zu den häufigsten Verletzungen der Hunde auf Skitouren! Und bei den Zweibeinern gibt es beim Versuch, dem Hund auszuweichen immer wieder böse Stürze. Außerdem brauchen auch topfite Hunde immer wieder Verschnaufpausen.

Skitourengeher mit Hund
privat
Eine kleine Verschnaufpause brauchen Hund und Herrl.

Es besteht sonst die ernste Gefahr, dass sie sich überanstrengen. Andere Tourengeher dürfen durch Hunde auf keinen Fall gefährdet oder belästigt werden. Auch dafür müssen Herrchen und Frauchen Sorge tragen.

Große und kleine Hunde können mit auf Tour

Im Prinzip können alle lauffreudigen und konditionsstarken Hunde bei guten Verhältnissen auf kleinere bis mittlere Skitouren mitgenommen werden. Bei den ganz großen Touren über 1.600 Höhenmeter würde Stefan Hochstaffl Hunde allerdings eher nicht mitnehmen.

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag“,
19. 1. 2013

Ein Größenlimit sieht er dagegen keines. Kleine Hunde haben da sogar noch einen Vorteil, sagt Hochstaffl. Bei Bedarf können sie in den Rucksack gepackt werden und die Abfahrt auf dem Rücken ihrer Zweibeiner genießen. Im Tal angekommen, werden auch sonst unruhige und rastlose Hunde nach einer Skitour ausnahmsweise zufrieden sein. Und beim Schläfchen auf der Lieblingsdecke von neuen Schnee-Abenteuern träumen.

Link:

Werbung X