Auch Tiere müssen zum Zahnarzt

Wir Menschen denken meist nur mit Unbehagen an den Besuch beim Zahnarzt. Aber auch unseren Haustieren bleibt er nicht erspart. Die regelmäßige Zahnpflege ist bei unseren Vierbeinern sogar überaus wichtig.

Immer wieder hört man das Argument: Tiere in freier Wildbahn haben ja auch keinen Zahnarzt, warum sollen wir unsere Haustiere dann so vermenschlichen? Falsch gedacht: Denn gerade Wildtiere gehen jämmerlich zugrunde, wenn sie Probleme mit ihren Zähnen bekommen und nicht mehr fressen können. Für das Wohl und die Gesundheit der Haustiere sind wir als Besitzer verantwortlich. Und dazu gehört eben auch der Gang zum Tierarzt, der in diesem Fall auch als Zahnarzt arbeitet.

Tierarzt mit Hund
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Tierarzt Marcus Egger legt großen Wert auf ein gesundes Tiergebiss.

Keine Angst vor dem Zahnarzt

Wenn wir Menschen kein großes Theater darum machen, wird das Tier sich auch nicht fürchten. Für Katz´, Hund und Co ist der Besuch beim Tierarzt gar nicht so schlimm, sagt der Innsbrucker Tierarzt Marcus Egger. Der Vorteil aus der Sicht der Tiere: Alle, egal ob Hund, Katze, Kaninchen oder Springmaus werden unter Narkose behandelt. Sie haben also keine Schmerzen und fürchten sich beim nächsten Besuch schon weniger.

Retriever liegt auf grüner Wiese und hechelt
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Hunde wie der Retriever Divo brauchen regelmäßige Zahnpflege.

Moderne Behandlungsmöglichkeiten

Im Prinzip kann die Tiermedizin heute alles, was auch in der Humanmedizin bekannt ist. Moderne Narkosemittel können schonend und sehr gezielt sowohl für große wie auch ganz kleine Tiere eingesetzt werden. Vor der Narkose für das Tier muss man als fürsorglicher Tierbesitzer heute kaum mehr Angst haben, beruhigt Marcus Egger.

Unter Narkose wird Zahnstein entfernt.
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Unter Narkose wird Zahnstein entfernt.

Wann es Zeit wird, zum Zahnarzt zu gehen

Wann unser Tier zum Zahnarzt muss, merken Tierbesitzer bei Hunden und Katzen relativ schnell. Wenn Mundgeruch entsteht, kann man gleich einen Termin beim Tierarzt seines Vertrauens vereinbaren, sagt Marcus Egger. Denn ein unangenehmer Geruch aus der Schnauze ist immer ein Zeichen dafür, dass sich Zahnstein angesetzt hat oder Fäulnis- und Entzündungsprozesse im Maul im Gang sind. Auch bei Pferden sollten einmal im Jahr die Zähne kontrolliert werden. Probleme beim Reiten haben gar nicht selten mit Schmerzen der Pferde durch scharfe Zahnkanten zu tun.

Bei Nagern besonders gut hinsehen

Größte Aufmerksamkeit verdienen auch unsere Nager: Kaninchen, Meerschweinchen, aber auch die ganz kleinen wie Hamster oder Mäuse haben sogar relativ häufig Probleme mit ihren Zähnen. Ihre Zähne wachsen ständig nach. Wenn sie sie durch artgerechtes Futter nicht abwetzen oder eine Fehlstellung besteht, können sie nicht mehr fressen. Der Tierarzt warnt, dass Nager praktisch vor vollen Futternäpfen verhungern und still leiden, weil sie keine Nahrung mehr zu sich nehmen können. Wenn sie ein zwei Tage nicht richtig fressen, besteht bereits Lebensgefahr! Sind die kleinen Tiere aus Futtermangel einmal geschwächt, können sie oft nicht mehr gerettet werden.

Sendungshinweis:

„Radio Tirol am Vormittag"
5. 1. 2013

Zahnpflege durch artgerechtes Futter

Zur Vorsorge dient bei allen Tieren möglichst artgerechtes Futter. Nager brauchen in erster Linie viel Heu. Verschiedene ungiftige Hölzer sind gut für die Zähne und bringen Abwechslung in den Käfig. Brot ist dagegen ungeeignet für die Zahnpflege, weil es zu schnell weich wird und zu viele Kohlehydrate beinhaltet. Für Hunde und Katzen bietet die Futterindustrie inzwischen eigene Kau- und Zahnpflegeprodukte an. Ein Besuch beim Tier-Zahnarzt wird dennoch einmal im Jahr nötig sein. Schließlich strahlen wir Besitzer am meisten, wenn wir wissen, dass es unseren Haustieren rundum gut geht.

Lydia Gallo Gau; tirol.orf.at

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