Zahl der Flüchtlinge fast halbiert

Die Zahl von Flüchtlingen, die illegal nach Tirol eingereist sind, hat sich deutlich verringert. 2016 hat die Polizei noch 11.800 Menschen wegen unerlaubter Einreise nach Tirol gestoppt, im Jahr 2017 waren es nur noch rund 7.300.

Die Aufgriffe in Tirol machen fast dreißig Prozent der Aufgriffe österreichweit aus. Die Polizei macht Maßnahmen im Mittelmeerraum, aber auch die verstärkten Kontrollen in Italien, Österreich und Deutschland für den Rückgang verantwortlich. Die Dichte der Kontrollen soll weiterhin bleiben.

180.000 Anlandungen von Flüchtlingen gab es noch 2016 in Italien, 2017 waren es nur mehr 119.000. Den Rückgang habe es vor allem seit Jahresmitte gegeben, erklärt Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac. „Maßgeblich dafür waren internationale Anstrengungen in Übersee, dass Boote entweder nicht von Land gelassen wurden oder zurück ins Ausgangsland gebracht wurden. Das hat Auswirkungen gehabt auf die Anlandungen in Italien.“

Route durch Tirol laut Polizei unattraktiv

In Tirol wurden 2016 noch 11.800 Menschen wegen unerlaubter Einreise gestoppt, im Vorjahr waren es noch rund 7.300. Die Route durch Tirol gilt inzwischen als unattraktiver. „Italien kontrolliert von Süden herauf intensiv, wir führen Kontrollen Richtung Brenner auf italienischer Seite durch, am Brenner finden Kontrollen statt, wir kontrollieren dann noch am Seehof am Brenner und auch Deutschland ist mit Grenzkontrollen intensiv tätig. In Summe ist das ein sehr dichtes Kontrollnetz, das abschreckt“, so Tomac im Gespräch mit ORF Tirol.

Kaum Flüchtende aus Afghanistan und Syrien

Die meisten in Tirol gestoppten Migranten kamen aus Nigeria, Marokko und Pakistan. Der Anteil der aus Afghanistan und Syrien geflüchteten Menschen betrug mit rund 600 nicht einmal zehn Prozent. Zu den Aussichten für das Jahr 2018 sagt Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac: „Wir sind gut beraten, wenn wir ein wachsames Auge haben, intensive Kontrolltätigkeit an den Tag legen und Vorsorge treffen, dass diese Route nach und durch Österreich weiter unattraktiv bleibt.“

Fast 30 Prozent der in Österreich gestoppten Flüchtlinge werden zwar in Tirol aufgegriffen, das als Durchzugsland gilt. Nur 1.200 von insgesamt rund 22.000 Asylanträgen pro Jahr wurden zuletzt in Tirol gestellt.

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