Vals: 117.000 Kubikmeter Fels ausgebrochen

Bei dem Felssturz in Vals am Sonntag sind 117.150 Kubikmeter Gesteinsmaterial ausgebrochen. Das entspricht einer Menge von 15.000 Lkw-Ladungen, die in wenigen Sekunden ins Tal donnerten. Das zeigen die ersten Ergebnisse der Lasermessung.

„Es kommt relativ wenig herunter“, sagte Bürgermeister Klaus Ungerank am Freitag. Auch Landesgeologe Gunther Heißel sprach von lediglich kleineren Felsabbrüchen. Entwarnung für das betroffene Gebiet konnte aber weiter nicht gegeben werden. An Aufräumungsarbeiten auf der Valser Straße war weiter nicht zu denken, die drei Wohnhäuser im Siedlungsbereich „Tummelers Sand“ blieben evakuiert. 95 Prozent des Gesteinsmaterials seien bereits zu Tal gedonnert, so Heißel. Weitere größere Abbrüche seien durchaus wahrscheinlich.

Diese 95 Prozent sah Heißel auch durch terrestrische Laser-Scan-Messungen der Abteilung Geoinformation des Landes Tirol bestätigt. Diese ergaben, dass eine Kubatur von 117.150 Kubikmetern ausgebrochen sei. Im Tal abgelagert sei ein Volumen von 130.670 Kubikmetern an Gesteinsmaterial, erklärte Abteilungsvorstand Johannes Anegg.

Bewegungen der Gesteinsmassen in Felsen messen

Die angekündigten geologischen Laser-Scan-Messungen hätten sich indes etwas nach hinten verschoben und würden voraussichtlich übernächste Woche starten, so Heißel. Dabei sollen die Bewegungen der Gesteinsmassen in der Felswand gemessen werden - mehr dazu in Vals: Jetzt wird der Berg gescannt. Nach und nach könne man dann anhand exakter Zahlen sehen, ob und um wie viel sich etwa die Risse in der Felswand vergrößert haben.

Mit den gewonnen Datensätzen kann dann ein genaues 3-D-Modell erstellt werden, dass dann die Grundlage für die Berechnung und genaue Dimensionierung der Schutzmaßnahmen bildet. Der nächste Erkundungsflug ist für Mittwoch geplant

Weihnachtswunder am Heiligen Abend"

Der gewaltige Felssturz hatte die Landesstraße im Valsertal am Abend des 24. Dezembers einen bis zehn Meter hoch und 150 Meter breit verschüttet. Personen kamen nicht zu Schaden, allerdings wurden mehrere Weiler der Gemeinde Vals von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 150 Dorfbewohner waren bis zur Öffnung eines Notweges eingeschlossen. Zudem mussten zahlreiche Häuser in der Gefahrenzone evakuiert werden - mehr dazu in Weitere Gesteinsabbrüche im Valsertal.

Nur wenige Minuten vor dem Felssturz hatten mehrere Kinder die Stelle auf dem Rückweg von der Christmette passiert. Bürgermeister Ungerank und Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) als Leiter des Krisenteams sprachen von einem „Weihnachtswunder“.

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