Tirol war 2017 Erdbeben-Spitzenreiter

Die meisten Erdbeben in Österreich werden tendenziell in Tirol gemessen. Bei 70 Erdbeben, die von der Bevölkerung 2017 wahrgenommen wurden, lag das Epizentrum 25 Mal in Tirol. Das heftigste Erdbeben österreichweit wurde im Stubaital gemessen.

Insgesamt 1.320 Erdstöße hat der Erdbebendienst der ZAMG in Österreich 2017 registriert. 63 Erdstöße im Inland und sieben im Ausland wurden von Teilen der Bevölkerung verspürt. Bei den meisten spürbaren Erdbeben im vergangenen Jahr berichtete die Bevölkerung von einem leichten Zittern oder Rütteln und einem grollenden Geräusch. Bei stärkeren Beben wurden auch ein Schwanken des Gebäudes und umgefallene Gegenstände gemeldet.

Erdbeben
ZAMG
Eingang zur Erdbeben-Messstation in Abfaltersbach in Osttirol.

Leichte Schäden bei Beben in Fulpmes

Das stärkste Beben am 3. November mit Epizentrum Fulpmes wurde in größeren Teilen Tirols verspürt. Dabei seien laut ZAMG auch kleinere Schäden an Gebäuden gemeldet worden. Von den österreichweit 9.800 Wahrnehmungsberichten betrafen rund die Hälfte dieses Ereignis in Fulpmes. Auch einige Nachbeben wurden dort von der Bevölkerung noch registriert - mehr dazu in Wieder Erdbeben mit Epizentrum in Fulpmes.

Ein weiteres stärkeres Erdbeben gab es am 12. Mai 2017 in Völs. Aufgrund der relativ großen Herdtiefe von etwa 15 km waren die Erschütterungen nur mäßig stark. Die meisten der etwa 600 Wahrnehmungsberichte stammten aus Innsbruck. Die Intensität erreichte maximal 4 Grad auf der Europäischen Makroseismischen Skala (EMS-98).

Erdbeben
ZAMG
Die Graphik zeigt, wie viele verspürte Erdbeben sich in den einzelnen Bundesländern bzw. im angrenzenden Ausland im Jahr 2017 ereignet haben.

Bebenhäufigkeit deutlich über dem Durchschnitt

Die Zahl der spürbaren Beben in Österreich lag 2017 deutlich über dem vieljährigen Durchschnitt von etwa 48 verspürten Beben pro Jahr. Ein Trend zu mehr Erdbeben sei aber in den letzten Jahren nicht zu beobachten, sagt Seismologin Meurers: „Die Zahl der Beben in Österreich schwankt über die Jahre stark. Außerdem sagt die Gesamtzahl wenig über die Stärke aus. Heuer wurden zum Beispiel sehr viele schwache Beben verspürt und gemeldet, aber es gab vergleichsweise nur wenige starke Erdbeben."

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Die Seismographen in Österreich haben am 3. September auch einen Nukleartest in Nordkorea registriert.

Erdbebenmeldungen auch via App möglich

Für die ZAMG sind Erfahrungsberichte und mögliche Schadensberichte nach Erdbeben wichtige Parameter. Deshalb können Betroffene telefonisch, online und mittlerweile auch via App Erdbeben melden.

Die App dient nicht nur der Übermittlung von Bebenmeldungen. Sie zeigt auch alle Erdbeben der letzten Stunden, Tage und Wochen in Österreich und weltweit, inklusive Distanz zum aktuellen Standort, sowie Tipps zum Verhalten bei Erdbeben und statistische Informationen.

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